Ei-Profil Betonrohre durch Kunststoffrohre im Berstverfahren erneuert
Unmittelbar hinter dem Gebäude des Oberlandesgerichts Köln in der Hülchrather Straße wurde der Kanal erneuert. Auf zwei Haltungslängen von 76 m und 66 m wollen die Stadtentwässerungsbetriebe (StEB) Köln das Berstverfahren als Alternative zum Mikrotunnelbau in der Wohn- und Geschäftsstraße testen.
| 24.08.2011 |
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4 m tiefe Baugrube mit GRUNDOBURST 2500 G (Quelle: Tracto-Technik GmbH & Co. KG) |
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Der Hauptgrund in der Kanalerneuerungsmaßnahme war die Verbesserung der hydraulischen Leistungsfähigkeit. Andererseits wies der Altkanal aber auch größere Undichtigkeiten im Muffenbereich auf, die eine Renovierung unumgänglich machten.
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Einzug des Neurohres (Quelle: Tracto-Technik GmbH & Co. KG) |
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Die Bauausführung oblag der Firma Friedrich Wassermann / Weitz und Co. Köln, die die Firma ALFES und Sohn GmbH, Olpe, als Subunternehmen mit den Berstarbeiten beauftragte.
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Die Aufweitung mit dem anhängenden Rohr kurz vor dem Einzug in das Altrohr (Quelle: Tracto-Technik GmbH & Co. KG) |
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Haltung 2: Die Erfahrungen aus der 1. Haltung erleichterten die Ausführung der nächsten Haltung und es wurde direkt der GRUNDOBURST 2500 G eingesetzt. Eine entsprechend große Maschineneinziehgrube, eine Zwischengrube für die 5 Hausanschlüsse mit einer eingerichteten Notentsorgung und eine Rohreinziehgrube waren bereits vorschriftsmäßig erstellt und mit Spundwänden abgesichert. Der Strassenverkehr und die Hauszufahrten waren punktuell nur geringfügig beeinträchtigt.
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Anlieferung TBM. (Quelle: Wayss & Freytag Ingenieurbau AG) |
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Das 6 m lange Neurohr wird in der Grube angebaut (Quelle: Tracto-Technik GmbH & Co. KG) |
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Randbedingungen wie Platzmangel, große Tiefenlage, oder Grundwasser lassen vielfach nur den Einsatz von Einzelrohren zu. Bei dem Neurohr handelt es sich um ein Schöngen Polypropylen-Rohr, 3 m lang, 560 x 30 mm, mit einer Multi- Raster-Schweißverbindung (MRS).
In der Aufweitung befindet sich der Anschluss für ein kleineres Klinkengestänge, das durch das Neurohr verläuft und mit der hydraulisch arbeitenden Verspanneinrichtung BURSTFIX am Ende des Rohrstrangs verbunden wird. Das Verspannen der Rohre ist beim Einzug notwendig, um die kraftschlüssige Verbindung des Rohrstrangs herzustellen.
Bei der Multi-Raster-Schweißverbindung werden die bekannte Multi-Rastertechnik und die induktive Schweißtechnik miteinander kombiniert, um die ansonsten langen Abkühlzeiten zu minimieren. Durch die starren Stütz- und Zugelemente in der Verbindung können die Rohre sofort nach der induktiven Verschweißung sowohl auf Druck als auch auf Zug belastet werden. Der erforderliche Anpressdruck für den verschweißten Rohrbereich wird durch die Rasterungen aufrecht erhalten. Die Schweißzeiten nahmen nur ca. 8 Minuten in Anspruch. Der Einbau der Rohre kann ohne Einhaltung von langen Abkühlzeiten ausgeführt werden. Die Multi-Raster-Schweißverbindung ist eine sehr sichere Variante zur Verbindung von Kunststoff-Einzelrohren. Mit Blick auf eine lange Lebensdauer wird verstärkt auf Qualität und eine sichere Rohrverbindung geachtet.
Der Rohreinzug selbst dauerte inklusive Anbau- und Schweißzeit ca. 1 Std. pro Rohr. Beim Einfahren von Bersttechnik und Rohrstrang in die Maschinenbaugrube musste dann improvisiert werden. Normalerweise wird im Bereich des Vorsatzrahmens, der dann als Widerlager dient, die Demontage vorgenommen. In diesem Fall war für den Standard-Vorsatzrahmens nicht genügend Platz vorhanden, Zwei jeweils 3 m lange T-Träger zwischen Grubenstirnwand und GRUNDOBURST ersetzen den Vorsatzrahmen, so dass Berstmesser und Aufweitung für deren Demontage sowie der Rohrstrang weit genug in die Grube eingezogen werden konnten.
Nach den ersten Erfahrungen der StEB bei der Erneuerung von Ei-Profilen mit dem Berstlining-Verfahren, kann diese Technik durchaus als interessante und wirtschaftliche Variante zu anderen Verfahren gesehen werden.
