Zeit für eine neue Erddruck-Lehre
Erddruck – Berechnung nach dem physikalischen Gesetz der „geneigten Ebene“
| 12.01.2011 |
Belastungen aus dem Erdreich gegen Stütz- und Tunnelwände, erdverlegte Rohre usw. werden berechnet nach Regelwerken, deren Grundlage die Erddruck-Theorie von Coulomb ist (1736 -1806). Trotz Anpassungen an die Moderne hat die derzeitige Erddruck-Lehre es nicht erreicht, die jährliche Schadenssumme von mehreren Mrd. Euro zu mindern, die als Folge von Fehleinschätzungen zum Bodenverhalten und zur Kraftermittlung zu sehen sind. Abhilfe soll die Berechnung nach der neuen Erddruck-Theorie bringen, die ausschließlich den physikalischen Regeln folgt.
Ausführlich werden vorgestellt die derzeitige Lehre in den PDF’s der Uni München www.lrz-muenchen.de und die Grundlagen der neuen Erddruck-Theorie im Web unter www.erddruck.de.
Ausführlich werden vorgestellt die derzeitige Lehre in den PDF’s der Uni München www.lrz-muenchen.de und die Grundlagen der neuen Erddruck-Theorie im Web unter www.erddruck.de.
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Beim Aufbau der neuen Theorie war es erforderlich einige Begriffe neu zu bestimmen, wie Gleit-, Neigungs- und Scherebene, wobei die Gleitebene (alt) der Reibungs- und Neigungsebene (neu) entspricht. Die Scherebene wurde als Begriff übernommen, jedoch mit anderer Lage und Winkel im Erdkeil. Versuchsanordnungen mit unterschiedlichen Bodenarten ließen erkennen, dass Böden sich nur auf der Neigungsebene (neu) bewegen und der Tangens des Neigungswinkels ß der Reibungszahl μ entspricht (μ = tan ß → ß).
Die natürliche (neue) Schwerebene mit dem Scherwinkel s stellt sich ein als Böschungsebene, wenn Boden aus einer Grabenwand ohne externe Druckausübung abgleitet und beim Abgleiten nicht auflockert (tan s = tan ß /2 → s). Derzeit wird der Scherwinkel δ über Probekörper im Labor erkundet, wobei axialer oder triaxialer Druck auf den Probekörper ausgeübt wird. Der Druck macht die Scherwinkel ungleich (s ≠ δ).
Bodenkennwerte
Für wenige Bodenarten können Kenngrößen derzeit aus Tabellen getrennt nach bindigen und nicht bindigen Böden entnommen werden, wobei die Namen der Bodenarten ortbezogen unterschiedliche Bedeutungen haben können. Um zukünftig den Bodenarten unverwechselbare Eigenschaften zuordnen zu können, setzt die neue Theorie auf Raum- und Gewichtsteile getrockneter Böden, denen dann theoretisch das entzogene oder erwartete Wasser wieder zugegeben wird. Die Trennung von Feststoff- und Porenvolumen sowie Wasser erlaubt es dem natürlichen Bodenverhalten gezielter nachgehen zu können.
Für wenige Bodenarten können Kenngrößen derzeit aus Tabellen getrennt nach bindigen und nicht bindigen Böden entnommen werden, wobei die Namen der Bodenarten ortbezogen unterschiedliche Bedeutungen haben können. Um zukünftig den Bodenarten unverwechselbare Eigenschaften zuordnen zu können, setzt die neue Theorie auf Raum- und Gewichtsteile getrockneter Böden, denen dann theoretisch das entzogene oder erwartete Wasser wieder zugegeben wird. Die Trennung von Feststoff- und Porenvolumen sowie Wasser erlaubt es dem natürlichen Bodenverhalten gezielter nachgehen zu können.
Bei der Berechnung der Raumteile wird davon ausgegangen, dass alle Bodenarten Erosionsprodukte von Felsgesteinen magmatischen, metamorphen oder sedimentären Ursprungs sind. Während bei der fortschreitenden Verwitterung die Masse des Feststoffanteils gleich bleibt, vergrößert sich der Porenanteil des neuen Bodens. Reduziert man die erweiterte Masse wieder auf einen Kubikmeter, so verändert sich lediglich das Verhältnis zwischen Feststoff- und Porenvolumen (Vp = Vf + Vl = 1,00 m³).
Ordnet man als Dichten dem harten Felsgestein (Basalt) ρ90 = ptg = 3,0 t/m³ und Wasser ρw = pwg = 1,0 t/m³ zu, so lässt sich unter Vernachlässigung des Gewichtes des Porengases das Trockengewicht jeder Bodenart über das spezifische Feststoffvolumen multipliziert mit der Felsdichte errechnen. Fügt man zur Trockendichte das Porenwasser hinzu, so können auch die Eigenschaften feuchter oder nasser Böden exakt ermittelt werden. Des Weiteren zeigt das Verhältnis von Feststoff- zu Porenvolumen eines getrockneten Bodens den Tangens des Neigungswinkel ß an, und damit auch die Reibungszahl (μ = Vf / Vl = tan ß).
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Der natürliche Scherwinkel feuchter oder nasser Böden stellt sich ein unter tan sn = tan ßn /2 → sn.
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Erddruck- /Gewichtskraft
Bei beiden Verfahren wird in der Regel die Erddruckkraft / Gewichtskraft errechnet über die Lastfläche (A-C-B) mal Berechnungstiefe a = 1,00 m multipliziert mit der Bodendichte und Fallbeschleunigung. Da die Gewichtskraft auf einer geneigten Ebene (C-B) aufsetzt, ist sie immer aktiv, auch wenn sich der Boden hinter der Wand nicht bewegen kann.
Bei beiden Verfahren wird in der Regel die Erddruckkraft / Gewichtskraft errechnet über die Lastfläche (A-C-B) mal Berechnungstiefe a = 1,00 m multipliziert mit der Bodendichte und Fallbeschleunigung. Da die Gewichtskraft auf einer geneigten Ebene (C-B) aufsetzt, ist sie immer aktiv, auch wenn sich der Boden hinter der Wand nicht bewegen kann.
Die neue Theorie kennt daher weder einen „aktiven“, einen „erhöhter aktiven“ und einen „passiven“ Erddruck“, welche nach derzeitiger Lehre von der Bewegung der belasteten Fläche abhängig sein sollen.
Während die neue Theorie die Gewichtskraft über das physikalische Gesetz der ‚geneigten Ebene’ direkt in horizontale und vertikale Kraftkomponenten umwandelt, bedient sich die Lehre der Kraftverteilung über den ‚Mohrschen Spannungskreis’, d.h. über die Scherebene und setzt diese in der Höhe h/3 an. Winklig zur Scherebene baut sie die Neigungsebene (alt) auf und nutzt die Lage dieser Ebene um die Gewichtskraft auf die Normal- und Hangabtriebskraft zu verteilen. Sie geht hierbei davon aus, dass es eine ‚Wandreibung’ gibt, die von der Rauigkeit der erdberührten Fläche abhängig sein soll. Die neue Theorie erkennt hier weder eine Wandreibung noch die Bildung eines Wandreibungswinkels δ; denn ohne Bodenbewegung kann keine Reibung an der Wandfläche entstehen.
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Die Darstellung des Spannungskreises, hier um 90° gedreht, ist aus der PDFDatei Seite l5 des Zentrum Geotechnik entnommen, s. www.lrz-muenchen.de Bei dieser Darstellung fällt auf, dass der Scherwinkel δ = 2α betragen soll, wobei doch der natürliche Scherwinkel s dem Ansatz tan 2α entspricht. Berücksichtigt man den Winkel 2α, so wird der Punkt 0 aus dem Spannungskreis herauskatapultiert, s. Abb. 7 u. 8.
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Kohäsion
Derzeitig wird – soweit vorhanden – die Kohäsion als Kraft bei der Erddruckermittlung berücksichtigt. Die neue Theorie stellt die Kohäsion in den Zusammenhang mit dem Porenwasser. Ihre Kraft kann damit den Erddruck weder erhöhen noch reduzieren; sie kann Bodenbewegungen aber beeinflussen, d.h. beschleunigen oder verzögern.
Derzeitig wird – soweit vorhanden – die Kohäsion als Kraft bei der Erddruckermittlung berücksichtigt. Die neue Theorie stellt die Kohäsion in den Zusammenhang mit dem Porenwasser. Ihre Kraft kann damit den Erddruck weder erhöhen noch reduzieren; sie kann Bodenbewegungen aber beeinflussen, d.h. beschleunigen oder verzögern.
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Einerseits die Vielzahl der gravierenden Mängel in den Berechnungsvorgaben der derzeitigen Lehre, wie die Kraftverteilung über die Scherebene und den Ansatz des Erddrucks für alle Bodenarten in der Höhe h/3, und andererseits die eindeutige Bestimmung der Bodeneigenschaften über die Raum- und Gewichtsteile von Böden, die Abkehr der Kraftverteilung von dem Schwerpunkt aus und die Nutzung des physikalischen Gesetzes der „geneigten Ebene zur Kraftermittlung lassen erkennen, dass die derzeitige Lehre ihren Anspruch verloren hat, weiterhin Grundlage von Regelwerken oder Normen zu sein. Es ist Zeit für eine neue Erddruck-Lehre!
