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CargoCap und sein großer Bruder

14.04.2004

Verkehr und Logistik unterirdisch Die Idee, Güter durch unterirdische Leitungen zu transportieren, entstand bei der Suche nach neuen Entwicklungsmöglichkeiten für den grabenlosen Leitungsbau und nach Lösungsmöglichkeiten, die stetig wachsenden Verkehrsprobleme zu entschärfen, um damit insbesondere Ballungsgebiete in Deutschland attraktiver für die Ansiedlung von Wirtschafts- und Gewerbeunternehmen, aber auch für die Bevölkerung zu gestalten.

Das Konzept der bisherigen intensiven Verbund-Forschungsarbeiten an der Ruhr-Universität Bochum unter der Leitung von Professor Stein heißt CargoCap. Es sieht die Verlagerung von logistisch wichtigen und großen Teilen des Güterverkehrs auf regionaler Ebene von der Straße in unterirdische Fahrrohrleitungen vor. Hierfür ist bis jetzt die Europalette als für diesen Zweck optimale Ladeeinheit zugrunde gelegt. Die Untersuchungen zur technischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Machbarkeit erfolgten exemplarisch am Beispiel des Ruhrgebietes als dichtester Ballungsraum in Deutschland.

CargoCap nun auch für Überseecontainer
Das überaus positive Ergebnis und die Begeisterung, die das CargoCap-System in Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit ausgelöst hatte, ermutigte S&P, ein Forschungsvorhaben zu beantragen, um die Eignung dieses neuartigen Verkehrsträgers auch für den Güterfernverkehr zu untersuchen. Hochskaliert auf einen größeren Maßstab soll nicht mehr die Euro-Palette transportiert werden, sondern der 20 oder 40 Fuß-Überseecontainer, der sich weltweit zunehmend als Standard-Wechselbehälter entwickelt und von anderen Verkehrsträgern auf der Straße und auf der Schiene problemlos übernommen werden kann. Mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung soll in den kommenden 15 Monaten unter der Federführung von S&P eine umfangreiche Machbarkeitsstudie für eine Referenzstrecke angefertigt werden, die die Häfen Hamburg und Bremen/Bremerhaven mit dem Ruhrgebiet (Duisburger Hafen "Logport" "duisport") unterirdisch verbindet. Mit Unterstützung verschiedener Fakultäten der Universitäten Bochum und Hannover sowie der IVV aus Aachen soll untersucht werden, in welchem Maße ein für Güterfernverkehre angepasstes CargoCap-Konzept im Vergleich mit den traditionellen Verkehrsträgern Straße und Schiene wirtschaftlich tragfähig ist. Ziel ist es darüber hinaus, die verkehrsinduzierten Umweltbelastungen zu senken und gleichzeitig die zukünftig zu erwartenden Transportmengensteigerungen zu bewältigen. Dabei soll das Hauptaugenmerk auf einem direkten Kostenvergleich zwischen der Umsetzung des CargoCap-Konzeptes und einem notwendigen gleichwertigen Aus- bzw. Neubau von Autobahnverbindungen oder Eisenbahnstrecken liegen. Gelingt der Nachweis der Machbarkeit und der wirtschaftlichen Vertretbarkeit, könnte zukünftig nicht nur ein Teil des regionalen Güterverkehrs umweltschonend unter die Erde verlegt werden, sondern CargoCap könnte auch der neue Verkehrsträger des intermodalen Güterfernverkehrs in Deutschland und Europa werden.

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