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Hohe Auszeichnung für Prof. Dr. Georg Steinhauser und Dr. Sergiy Dubchak

01.11.2018

Der Prof. Lenz-Preis für bilaterale Ingenieurarbeiten wurde einem Projekt zur Forschung der Auswirkung des Unglücks von Tschernobyl auf das Grundwasser in Bratislava verliehen.

Seit 2003 fördert die Stiftung Prof. Joachim Lenz im Institut für Rohrleitungsbau an der Fachhochschule Oldenburg e. V. bilaterale Projekt-/Ingenieurarbeiten.

Der alle drei Jahre ausgeschriebenen Stiftungspreis in Höhe von 10.000 Euro ging in diesem Jahr an Prof. Dr. Georg Steinhauser, Leibniz Universität Hannover, und Dr. Sergiy Dubchak, State Ecological Academy of Postgraduate Education and Management, Ukraine.

Auf der 5. Stiftungstagung in Bratislava wurden die beiden Preisträger für ihr Projekt „Das Verlanden des Kühlwasserspeichers des Atomkraftwerks Tschernobyl und dessen Auswirkungen auf die aquatische Umwelt in der Region“ geehrt.

Neben Grußworten von Prof. Dr.-Ing. Manfred Weisensee, Vorsitzender des Stiftungsausschusses der Stiftung Prof. Joachim Lenz, Oldenburg, Prof. Dipl.-Ing. Joachim Lenz, Oldenburg, MUDr. Iveta Plšeková, Stadt Bratislava, und Prof. Dr.-Ing. Stefan Stanko, Prorektor der Slovak University of Technology, zählte ein Festvortrag über „Die deutsch-slowakischen Beziehungen“ von Joachim Bleicker, Deutscher Botschafter in der Slowakischen Republik, zu den Höhepunkten der diesjährigen Veranstaltung.

Brückenschlag zwischen Ost und West

Für die Ausschreibung und Verleihung des Stiftungspreises gilt das besondere Interesse zukunftsorientierten Themen, Fragen und Lösungsansätzen sowie dem Wunsch, die Beziehungen zwischen Deutschland und seinen östlichen Nachbarländern zu vertiefen und zu festigen. In diesem Sinne hätten die Preisträger mit ihrem Forschungsprojekt eine Brücke von europäischem Format geschlagen – darauf wies Weisensee in seiner Laudatio hin.

Steinhauser und Dubchak beschäftigen sich in ihrem Forschungsvorhaben insbesondere mit Auswirkungen des Reaktor-Unfalls von Tschernobyl im Jahr 1986, bei dem große Flächen der Umgebung des AKW unter anderem mit hochradioaktiven Brennstoffpartikeln – sogenannten „hot particles“ – kontaminiert wurden.

Diese regneten nach dem Super-Gau auf die umliegenden Gewässer nieder und wurden im anoxischen Schlick am Grund der Gewässer konserviert. So auch im Kühlteich des AKW Tschernobyl dessen Wasserspiegel nach Beendigung der Befüllung sinkt. Das führt dazu, dass die hot particles am freigelegten Ufer nun erstmals Luftsauerstoff ausgesetzt werden, wodurch sie korrodieren und ihre hoch radiotoxischen „Inhaltsstoffe“ freisetzen.

Einmaliges Phänomen

Steinhauser und Dubchak wollen dieses einmalige Phänomen über längere Zeit hinweg beobachten und die Auswirkungen auf die aquatische Umwelt quantifizieren. Mit der Verleihung des Prof. Lenz-Preises fühlen sich die beiden Forscher in ihrem Engagement bestätigt:

„Die Unterstützung der Prof. Joachim Lenz Stiftung ermöglicht uns die Realisierung des Projekts nicht nur aus finanzieller Sicht – die mit dem Stiftungspreis zum Ausdruck gebrachte Wertschätzung bestärkt uns, an die Relevanz der Thematik zu glauben und das Projekt zum Erfolg zu führen“, so Steinhauser bei der Preisverleihung.

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