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Rohrleitungen im Fokus

08.03.2018

Eine Rückschau auf das 32. Oldenburger Rohrleitungsforum.

„Wir als Veranstalter sind mit der Resonanz auf die nunmehr 32. Auflage des Oldenburger Rohrleitungsforums mehr als zufrieden“, lautet das positive Fazit von Prof. Thomas Wegener, Vorstandsmitglied des Instituts für Rohrleitungsbau an der Fachhochschule Oldenburg e. V., Geschäftsführer der iro GmbH Oldenburg und Vizepräsident der Jade Hochschule, nachdem Besucher und Aussteller die Räumlichkeiten der Fachhochschule an der Ofener Straße am 9. Februar wieder frei gemacht hatten für den studentischen Betrieb. Mit Ausnahme des Veranstalters, der Hoteliers und der Taxifahrer wird so manch einer froh gewesen sein, dass das alljährliche hektische Treiben vorüber war.

Zwei Tage lang platzten die Räumlichkeiten der Fachhochschule regelrecht aus allen Nähten. Volle Vortragsräume, dichtes Gedränge in der das Forum begleitenden Fachausstellung, abendlicher Austausch bei einer leckeren Portion Grünkohl: Das ist es, was die Teilnehmer seit vielen Jahren so schätzen an dem Oldenburger Branchentreff, der sich zur Traditionsveranstaltung der Rohrleitungsbranche entwickelt hat.

„Wer nicht im Februar eines jeden Jahres in Oldenburg ist, gehört entweder nicht dazu oder wird vermisst“, sagt Hausherr Wegener. So konnten sich auch in diesem Jahr Ingenieure und Techniker, Mitarbeiter der Wasser- und Gaswerke sowie der Versorgungs- und Entsorgungsbetriebe und die Mitarbeiter von Herstellern und ausführenden Unternehmen über den aktuellen Stand der Entwicklung informieren.

Was gibt es Neues in der Sanierungstechnik? Wie machen wir unsere Rohrleitungen fit für die vielfältigen Herausforderungen in Bezug auf den demografischen Wandel, sich wandelnde witterungsbedingte Verhältnisse und mit Blick auf zunehmende digitale Veränderungen in den Arbeitsabläufen?

Über diese und andere Fragen diskutierten mehr als 3.000 Besucher aus dem In- und Ausland sowie rund 400 Aussteller und etwa 145 Referenten und Moderatoren, die den Rahmen für das Forum bildeten, das unter dem Motto „Rohrleitungen – Innovative Bau- und Sanierungstechniken“ stand.

Practice as it´s best

Das Oldenburger Rohrleitungsforum ist von Beginn an mit der Fachhochschule verknüpft. Prof. Wegener sieht hierin eine fruchtbare Verbindung, die nicht zuletzt dem Selbstverständnis des Instituts in Bezug auf Lehre, Forschung und Wissenstransfer in geradezu exemplarischer Weise entspricht. Gerade im Bereich der anwendungsorientierten Forschung würden in Oldenburg seit Jahren Akzente gesetzt, wobei die Arbeitsergebnisse konsequent in die Gesellschaft getragen würden, erklärte Wegener im Rahmen seiner Eröffnungsrede im ehemaligen Plenarsaal des Oldenburger Landtages.

In diesem Sinne sei die Fachhochschule insbesondere in der Region aber auch darüber hinaus ein verlässlicher Partner für viele Unternehmen und Verbände bei der Weiterentwicklung von Prozessen und Produkten und das 32. Oldenburger Rohrleitungsforum ein hervorragendes Beispiel für die Kommunikation von Wissenschaft und Wirtschaft.

„Mehr Kontakt und mehr Kommunikation in einem Zeitfenster von knapp zwei Tagen gibt es wohl sonst nirgends“, so Wegener über das Forum, das für die Jade Hochschule eine Leuchtturm-Veranstaltung darstellt und in den Veranstaltungskalendern der Teilnehmer zu den jährlichen Highlights gehört. Mit Blick auf das diesjährige Motto wies der Redner auf die stetig wachsende Bedeutung von Sanierungstechniken im Tagesgeschäft hin. Insbesondere der Praxisbezug habe bei der 32. Auflage des Forums wieder im Mittelpunkt gestanden, nachdem auf den beiden vorangegangenen Veranstaltungen der Blick in die digitale Zukunft gerichtet worden sei.

Gleichzeitig betonte Wegener die Bedeutung von Erhalt und Steigerung der Werte der Infrastruktursysteme. Sie sei eine Voraussetzung für die kundenorientierte und nachhaltige Bewirtschaftung der Ver- und Entsorgungssysteme, und deshalb sei es folgerichtig, dass die Entwicklungen in der Sanierungstechnik in diesem Jahr entsprechend gewürdigt würden.

Grundlage einer funktionierende Gesellschaft

Dass die Sanierung der Rohrleitungssysteme ökonomisch notwendig ist und dabei technisch vielfältig und qualitativ hochwertig ausfallen muss, wurde bereits am Eröffnungsabend deutlich. Eine zuverlässige und umfassende Infrastruktur ist unverzichtbare Grundlage für eine funktionierende Gesellschaft und intakte Umwelt sowie florierende Wirtschaft.

Sie ist somit Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit einer Gesellschaft und die Teilhabe aller Bürger an Wohlstand, Lebensqualität und Gesundheit, Informationen, Mobilität, Selbstbestimmung, so der Tenor einer der Einführungsvorträge. Die unterirdischen Rohrleitungssysteme für den Transport von Energie und Wasser sowie die Abwasserbeseitigung bilden einen wesentlichen Anteil der Infrastruktur – Rohrleitungsnetze verbinden, vernetzen, versorgen.

Generationenverantwortung

Diese grundlegenden Funktionen müssen allerdings regelmäßig überprüft und gegebenenfalls instandgesetzt werden. Rohrleitungen unterliegen wie alle anderen Bauwerke dem technischen Verschleiß und der Alterung. In vielen Kommunen sind die Leitungen in die Jahre gekommen – es besteht Handlungsbedarf. Dieser wird in Untersuchungen bestätigt: Rund ein Fünftel aller Kanalhaltungen weisen Schäden auf. Hier gilt es anzusetzen und zu handeln: Es gilt, eines der wertvollsten Kulturgüter funktionstüchtig zu halten und für die nachfolgenden Generationen zu erhalten.

In diesem Zusammenhang sehen sich Netzbetreiber, Planer und Kommunen mit grundsätzlichen Fragestellungen konfrontiert: In welchem Zustand ist mein Kanalnetz? Wieviel muss wann und wo investiert werden, um die Substanz des Netzes zu erhalten? Für viele Netzbetreiber bedeutet das einen Spagat zwischen technischen Notwendigkeiten und ökonomischen Möglichkeiten. Was ist der richtige Weg? Erneuerung, Renovierung, Reparatur?

Trendwende bei den Verfahren

Das sind Fragen, mit denen sich die verantwortlichen Personenkreise auseinandersetzen müssen. Ziel muss es sein, die Abwassergebühren zielgerichtet zu reinvestieren, um die Substanz der Netze zu bewahren. Ein wichtiger Aspekt hierbei ist – neben notwendigen Qualitätskriterien – die richtige Entscheidung bei der Auswahl von geeigneten (Sanierungs-)Verfahren. Das Verhältnis von Neubau und Sanierung hat sich in den letzten Jahren stetig geändert. So ging der Anteil der Erneuerung von 53,0 % im Jahr 2001 auf 26,3 % im Jahr 2013 zurück. Umgekehrt hierzu stieg der Anteil der Reparaturverfahren von 30,0 % auf 55,3 %. Der Anteil der Renovierungsverfahren veränderte sich hingegen nur leicht von 17,0 % auf 18,4 % (DWA-Umfrage, 2016).

Viele Jahrzehnte war es Standard, Gräben auszuheben, in welche die Leitungen gelegt und anschließend mit Sand und Erdaushub überdeckt wurden. Danach wurden die Straßendecken wieder hergestellt. Mittlerweile hat sich mit den grabenlosen Verfahren sowohl für den Leitungsneubau als auch für die Sanierung defekter Leitungen eine günstige Alternative zum herkömmlichen offenen Leitungstiefbau etabliert.

Die zahlreichen Vorteile dieser Bauverfahren in Bezug auf Wirtschaftlichkeit und terminliche Aspekte sowie in Hinblick auf die geringeren Belastungen der Anwohner, aber auch die technologischen Entwicklungen in den letzten Jahren haben dazu beigetragen, dass das grabenlose Bauen immer häufiger angewendet wird. Die Angebote in den verschiedenen Bereichen sind heute ebenso vielfältig wie ausgereift.

Was der Markt an neuen Techniken bietet, das war auf dem Forum Gegenstand der Diskussion in den Vorträgen und Gesprächen. Fünf thematische Handlungsstränge mit insgesamt 30 Veranstaltungen boten eine inhaltliche Vielfalt, mit denen sich die Gäste aus dem Wasser- und Abwasserbereich ebenso identifizieren konnten wie die aus dem Gas- und Ölsegment.

Nicht vernachlässigt wurden die bewährten Klassiker, die wie immer Eingang in die Programmvielfalt des Oldenburger Rohrleitungsforums fanden. Die „Diskussion im Café“ und der „Ollnburger Gröönkohlabend“ in der Weser-Ems-Halle rundeten die Veranstaltung in gewohnter Weise ab.

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