William-Lindley-Ring für Horst Köhler

06.11.2017

Wasserwirtschaftler zeichnen früheren Bundespräsidenten aus.

Prof. Dr. Horst Köhler wurde mit dem William-Lindley-Ring der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) ausgezeichnet. Der frühere Bundespräsident ist die fünfte Persönlichkeit (nach Klaus Töpfer, Hans Tietmeyer, Kurt Biedenkopf und Ernst Ulrich von Weizsäcker), die den 1998 erstmals vergebenen William-Lindley-Ring der DWA trägt. Die DWA würdigt damit „Köhlers herausragendes Engagement bei der Entwicklung der ‚Sustainable Development Goals‘ (SDG) der Vereinten Nationen und seinen Einsatz für Afrika“, so ihr Präsident Otto Schaaf, der die Verleihung des Rings im Rahmen der DWA-Bundestagung in Berlin vornahm.

Die Laudatio hielt der Preisträger aus dem Jahr 2011, der Klimaexperte und Umweltpolitiker Prof. Dr. Dr. h. c. Ernst Ulrich von Weizsäcker. Mit dem William-Lindley-Ring zeichnet die DWA prominente Persönlichkeiten aus, die die Ziele der Vereinigung maßgeblich gefördert haben.

Afrika – Nachhaltigkeit – globale Partnerschaft

Horst Köhler wurde 1943 in Polen geboren und gelangte in der Nachkriegszeit ins schwäbische Ludwigsburg. Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre und Promotion in Tübingen begann er seine berufliche Laufbahn im Bundeswirtschaftsministerium. Nach weiteren beruflichen Stationen, unter anderem in der Staatskanzlei Schleswig-Holstein, wurde er 1990 Staatssekretär im Bundesfinanzministerium. Hier begleitete er die Gründung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. 1993 schied er aus der Bundesregierung aus. 2000 wechselte Horst Köhler nach Washington, D. C., und wurde Geschäftsführender Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF). Intern machte er sich für ein verstärktes Engagement des IWF in Afrika sowie für den Aufbau von Expertise zu den internationalen Finanz- und Kapitalmärkten stark.

Als Bundespräsident (2004 bis 2010) setzte sich Horst Köhler vor allem für eine Globalisierung mit verlässlichen Regeln und eine echte Partnerschaft mit dem afrikanischen Kontinent ein. Partnerschaft mit Afrika, weltweiter Wandel zu Nachhaltigkeit, partnerschaftliche internationale Politik – das sind die Themen, für die Köhler sich bis heute engagiert.

2012 ernannte ihn der damalige Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-Moon, zum Mitglied des „High Level Panel of Eminent Persons on the Post-2015 Development Agenda“. Der Panelbericht legt die Grundlage für die Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung, die von den Vereinten Nationen im Jahr 2015 verabschiedet wurde.

Von 2016 bis 2017 leitete Horst Köhler gemeinsam mit Kofi Annan ein „Special Panel“ der Afrikanischen Entwicklungsbank, das die Bank bei der Umsetzung ihrer Strategien beriet. Im August 2017 wurde Köhler von UN-Generalsekretär António Guterres zu seinem persönlichen Gesandten für die Westsahara ernannt.

William-Lindley – Pionier der technischen Hygiene

Geboren in London, hat William Lindley (1808 bis 1900) Flusstunnel, Ei­senbahnen, Gas- und Wasserwerke, öffentliche Bäder und Waschhäuser gebaut. Bekannt ist er vor allem durch seine Maßnahmen zur Abwasserkanalisation und Trinkwasserversorgung, die eine Antwort auf Choleraepidemien in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts waren. Bereits 1824 war er nach Hamburg umgezogen, wo er 1842 die erste Kanalisation auf dem europäischen Festland errichtete. Später folgten weitere hygienetechnische Pionierleistungen in Frankfurt a. M., Warschau, Pest, Düsseldorf, Basel und auf Helgoland, bevor er 1879 mit Eintritt in den Ruhestand endgültig nach London zurückkehrte.

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