Instandhaltung von Kanalisationen / Prof. Dr.-Ing. D. Stein, Dipl.-Ing. R. Stein (2004)

Vorwort

Ohne funktionsfähige Abwasseranlagen, d.h. Einrichtungen zur Sammlung, Ableitung, Behandlung oder Beseitigung von Abwasser, ist die moderne Zivilisation nicht mehr denkbar.

Im Interesse des Umweltschutzes und insbesondere des Gewässerschutzes lagen die Hauptaktivitäten der letzten Jahrzehnte in Europa und hier insbesondere in der Bundesrepublik Deutschland beim Bau von Einrichtungen der Abwasserbehandlung oder -beseitigung und deren kontinuierlicher Verbesserung. Das Ergebnis dieser Aktivitäten wird durch die heute in Betrieb befindliche vierte Generation von Kläranlagen eindrucksvoll dokumentiert.

Im Gegensatz dazu wurde den Einrichtungen zur Abwassersammlung und Abwasserableitung, d.h. den Kanalisationen, bisher nicht in jedem Fall die notwendige Aufmerksamkeit gewidmet. Folgen davon sind, dass einerseits in vielen Kommunen noch heute überalterte und den modernen Anforderungen nicht mehr entsprechende Abwasserleitungen und -kanäle der ersten Generation in Betrieb sind und andererseits ein nicht unerheblicher Prozentsatz Mängel, Schäden oder sonstige Unzulänglichkeiten aufweist, welche die Funktionsfähigkeit u.U. stark beeinträchtigen und im Extremfall zu einem überhöhten Fremdwasseranteil durch infiltrierendes Grundwasser, zu Kontaminationen des Grundwassers und des Bodens durch exfiltrierendes Abwasser sowie zum Einsturz der Kanäle, verbunden mit Straßeneinbrüchen und Gefährdungen des Verkehrs, der Bebauung sowie des Bewuchses führen können.

Im Zuge des zunehmenden umweltpolitischen Denkens, aber auch im Interesse der Sicherung und Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit der Volkswirtschaften kommt daher weltweit auch der schadlosen Abwassersammlung und -ableitung und damit der Instandhaltung von Kanalisationen, d.h. den Maßnahmen zur Bewahrung und Wiederherstellung des Sollzustandes sowie zur Feststellung und Beurteilung des Ist-Zustandes, eine immer größer werdende Bedeutung zu. Dies ist ein gewaltiger Markt, der allein für die Bundesrepublik Deutschland ein Finanzvolumen von ca. 60 Milliarden Euro umfasst.

Daraus resultiert das Bedürfnis nach einer umfassenden Darstellung dieser Maßnahmen, in der alle wesentlichen Teilaspekte wie Betrieb und Unterhalt, Inspektion und Sanierung aus planerischer, konstruktiver, aber auch ökonomischer und ökologischer Sicht gebührend berücksichtigt sind.

Das diesbezügliche Informationsdefizit zu beseitigen, ist das Ziel des vorliegenden webbasierten, multimedialen Fachinformationssystems.

Es basiert weitestgehend auf dem Fachinformationssystem Stein, D.; Stein, R.: 'Instandhaltung von Kanalisationen', CD-Rom, Ernst & Sohn Verlag, Berlin 2000, und wird ständig aktualisiert und erweitert.

Das Fachinformationssystem nutzt ganz bewusst die neuen Medien zur Aufbereitung der Informationen, um so erstmalig das netzbasierte Lehren, Lernen und Arbeiten in diesem Fachgebiet ohne Medienbrüche zu ermöglichen.

Den Informationsgehalt repräsentieren über 3.000 Bildschirmseiten mit mehr als 1.500 Bildern, 200 Grafiken - zum größten Teil als dreidimensionale Computergrafik - und Videos, in denen anschaulich das Wissen zur Instandhaltung von Kanalisationen in Wort, Bild und Ton vermittelt wird. Darüber hinaus dienen 75 interaktive, 3D animierte Verfahrensdarstellungen sowie 13 virtuelle Baustellen zur detailgetreuen Darstellung der unterschiedlichen Verfahren und Arbeitsabläufe.

Ein breit angelegtes Literaturverzeichnis bietet die Möglichkeit, spezielle Einzelfragen zu vertiefen.

Durch die Anwendung der im Fachinformationssystem beschriebenen Verfahren entzieht sich niemand der Verantwortung für eigenes Handeln oder für die richtige Anwendung im konkreten Fall.

Anregungen und Hinweise zur Verbesserung werden gerne entgegen genommen.

Bochum, im Sommer 2004

Dietrich Stein,
Robert Stein

Instandhaltung von Kanalisationen / Prof. Dr.-Ing. D. Stein, Dipl.-Ing. R. Stein (2004)