Leitfaden Mikrotunnelbau / Hrsg.: MUNLV NRW, Redaktion: Prof. Dr.-Ing. D. Stein, A. Brauer (2005)

Geotechnische Untersuchungen

Bei der geschlossenen Bauweise ist eine ausreichende und sorgfältig durchgeführte geotechnische Untersuchung ("Baugrunderkundung") maßgebend für den technischen und wirtschaftlichen Erfolg einer grabenlos durchgeführten Kanalbaumaßnahme, da die geologischen und hydrogeologischen Baugrundverhältnisse maßgeblich die Auswahl des Vortriebsverfahrens (Maschinentyp, Fördersystem, Bohrkopfvariante etc.) bestimmen.

Im Sinne von DIN 4020 [DIN4020a] [DIN4020b] soll die geotechnische Untersuchung sicherstellen, dass Aufbau und Eigenschaften des Baugrundes bereits für den Entwurf des geplanten Bauwerks soweit wie möglich bekannt sind, um das Baugrundrisiko zu verringern, Lage und Dimensionierung des Bauwerkes zu optimieren und mögliche Schäden am Bauwerk oder an der Umgebung zu vermeiden.

Die Untersuchungen beinhalten sowohl Feld- als auch Laborversuche.

Der Aufbau und die Eigenschaften des Baugrundes sowie die Grundwasserverhältnisse können wirtschaftlich immer nur stichprobenartig erkundet werden .

Das Erkundungsraster bezüglich Tiefe (i.d.R. ≥ 0,5 m unter Rohrsohle) und insbesondere Abstand der Aufschlüsse wird bei der Ortsbegehung im Rahmen der Vorplanung von einem ortskundigen Ingenieurgeologen in Absprache mit dem Auftraggeber bzw. einem von ihm beauftragten Ingenieurbüro bestimmt.

Leitfaden Mikrotunnelbau / Hrsg.: MUNLV NRW, Redaktion: Prof. Dr.-Ing. D. Stein, A. Brauer (2005)