Gestern Wasserwerk 02, heute Wasserwerk 2.0

03.02.2016

Dahmen Rohrleitungsbau verrohrt Bielefelder Wasserwerk

Im letzten Jahr begingen die Stadtwerke Bielefeld GmbH das 125-jährige Jubiläum ihrer Trinkwassersparte. Grund zum Feiern gab es allerdings schon vorher: Ein integraler Bestandteil des örtlichen Wasserversorgungsnetzes, das an der Verler Straße im südöstlich gelegenen Stadtteil Sennestadt betriebene Heberwasserwerk WW02, wurde im Rahmen einer rund einjährigen Baumaßnahme mit einem Gesamtvolumen von 1,6 Mio. Euro von Grund auf erneuert. Infolge von Setzungen waren an den zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichteten Gebäuden im Laufe der Zeit Schäden entstanden, die sich nicht mehr durch Reparaturen beheben ließen.

Für die Stadtwerke Bielefeld gab es deshalb keine Alternative zu Rückbau und Errichtung eines neuen Wasserwerks. Ein Großteil der Anlagen- und Rohrleitungstechnik musste fachgerecht entsorgt werden, lediglich die sogenannten Teilkästen sowie die Netzpumpen wurden einer technischen Überholung und Revision unterzogen und innerhalb des neu geplanten Wasserwerks wieder eingesetzt.

Die Umsetzung der kompletten Anlagen- und Rohrleitungstechnik legten die Stadtwerke Bielefeld in die Hände der ortsansässigen Dahmen Rohrleitungsbau GmbH & Co. KG – eine Wahl, die insofern nahelag, als sich das auf den Bau von Rohrleitungssystemen spezialisierte rbv-Mitgliedsunternehmen im Laufe seiner mehr als 50-jährigen Firmengeschichte bei zahlreichen namhaften Gas- und Wasserversorgern sowie Stadtwerken einen ausgezeichneten Ruf als kompetenter Partner erworben hat. Zudem hat die Zusammenarbeit Tradition: Dahmen Rohrleitungsbau hat in der Vergangenheit bereits verschiedentlich Leitungen im Versorgungsnetz der Stadtwerke Bielefeld verlegt.

Schwieriger Baugrund, dramatische Folgen

Seit 1890 versorgen die Stadtwerke Bielefeld die kreisfreie Großstadt in Nordrhein-Westfalen mit Wasser. Im Gründungsjahr wurde im etwa zehn Kilometer vom Stadtkern der jungen Industriestadt entfernten Sprungbachtal ein erstes Wasserwerk errichtet. Das rasche Wachstum der Einwohnerzahl sowie der vom Stadtrat im Jahr 1901 gefasste Beschluss, sämtliche Neubauten mit Wasserklosetts auszustatten und an die öffentliche Kanalisation anzuschließen, trieben die Nachfrage nach sauberem Wasser innerhalb kurzer Zeit deutlich in die Höhe und ließen die Leistungsfähigkeit des Wasserwerks schnell an seine Grenzen stoßen. 1906 errichteten die Stadtwerke Bielefeld deshalb in der Senne ein zweites Wasserwerk mit zunächst sieben Brunnen; bis 1913 wurde die Zahl der Brunnen auf 26 Stück erweitert.

Die geologische Situation im östlichen Teil des Baugrundes war schwierig; setzungsempfindliche humose und torfige Schichten hatten langfristig dramatische Folgen für das Gebäudeensemble aus Hauptgebäude und zwei Schachtbauwerken: „Aufgrund der bautechnisch ungünstigen Verhältnisse waren insbesondere am Hauptgebäude erhebliche Schäden entstanden. Der infolge jahrzehntelangen Brunnenbetriebs abgesenkte Grundwasserspiegel hatte Setzungen und Rissbildungen noch zusätzlich begünstigt“, erläutert Bernd Niehaus, Projektleiter bei den Stadt- werken Bielefeld. Olaf Kulaczewski, bei den Stadtwerken Bielefeld Leiter Wassergewinnung, ergänzt: „Die provisorischen Stützmaßnahmen, die wir zuletzt zur Sicherung ergriffen hatten, garantierten keinen Schutz vor weiterer Beschädigung. Abriss und Neubau waren unumgänglich, hierbei war schnelles Handeln nötig.“

Der erfahrene Profi war gefragt

Der Neubau sollte in unmittelbarer Nähe des alten Standortes entstehen. Um den erforderlichen Schutz gegen Auftrieb zu bieten, wurden die in den Boden einbindenden Bauteile als „Weiße Wanne“ in WU-Beton konzipiert; 16 in den Untergrund eingebrachte Bohrpfähle sorgen für die Ableitung der Bauwerkslasten und für zusätzliche Auftriebssicherung. Außerdem sahen die Pläne der Stadtwerke vor, das Schachtbauwerk „Teilkasten“ mit dem Hauptgebäude zusammenzulegen.

Die Planungstätigkeiten wurden vom Planungsbüro GUV GmbH HYDRO ENGINEERING aus Minden durchgeführt. Mit der Umsetzung der kompletten Rohrleitungs- und Anlagentechnik wurde die Dahmen Rohrleitungsbau GmbH & Co. KG beauftragt.

Karl Angel, Projektleiter und Niederlassungsleiter Dahmen Rohrleitungsbau, Bielefeld, nennt einen der besonderen Umstände, den die Bau- beteiligten vor Ort beachten mussten:„Das Funktionsprinzip der Heberanlage sollte gewahrt werden; die ursprünglichen Höhenverhältnisse der Rohrleitungs- und Anlagentechnik stellten deshalb verbindliche Vorgaben für die Neuplanung dar.“

Da die Baumaßnahme innerhalb eines als Trinkwasserschutzzone I ausgewiesenen Gebietes erfolgte, waren zudem zahlreiche Auflagen zu erfüllen – für alle verwendeten Rohre, Armaturen und andere Fertigteile mussten vor Einbau bzw. Montage DVGW- Zertifizierungen bzw. Nachweise über die Kompatibilität mit der KTW-Leitlinie erbracht werden; auch für die eingesetzten Maschinen und Fahrzeuge sowie den Umgang mit Betriebsmitteln und Baustoffen galten besondere Vorschriften, die penibel einzuhalten waren.

Grundsätzlich durften Arbeiten nur von Unternehmen ausgeführt werden, welche die entsprechenden Fachkompetenzen und technischen Voraussetzungen nachweisen und ausreichende Referenzen über die Ausführung von Anlagen zur Trinkwassergewinnung und –verteilung beibringen konnten – kein Problem für die nach G1 ge, st, pe / W1 ge, st, az, ku, pe, gfk zertifizierte Dahmen Rohrleitungsbau, die bereits seit 1967 rbv-Mitglied ist und deren Experten sich in mehr als einem halben Jahrhundert erfolgreicher Firmentätigkeit umfassende Erfahrung sowohl im Rohrleitungs- und Anlagenbau als auch in der Modernisierung bestehender sowie der Planung und Errichtung neuer Wasser- und Pumpwerke angeeignet haben.

Neueste Technik

Den Neubau des Wasserwerks in Sennestadt nahm man zum Anlass, die Technik auf den neuesten Stand zu bringen. Drehzahlgeregelte Pumpen und eine Fördertechnik mit automatischer Steuerung sorgen dafür, dass die Förderung – gefördert wird ausschließlich aus Grundwasser – im neu errichteten Wasserwerk 02 besonders wirtschaftlich vonstattengeht. Mehrere Vakuumbehälter saugen das Trinkwasser aus den Brunnen – eine Methode, die besonders energiesparend ist. Für die Verrohrung sowie die komplette Gebäudeausrüstung kamen Edelstahlrohrleitungen DN 50 bis DN 600 PN 16 in 1.4571, V4a zum Einsatz, für erdverlegte Rohrleitungen setzte man auf duktiles Gussrohr GGG/Zm mit Zink-Aluminiumbeschichtung in Durchmessern zwischen DN 200 und DN 400 PN 16.

Dahmen-Projektleiter Angel hebt die Vorzüge des gewählten Rohrwerkstoffs hervor: „Die im Bereich der Anlagentechnik verlegten Edelstahlrohre bieten hohe Festigkeit und Korrosionsbeständigkeit und eignen sich hervorragend für den Bau von Trinkwasser-Rohrleitungen – das hat sich im Laufe von Jahrzehnten, in denen wir im Auftrag der Stadtwerke Bielefeld Förder- und Zubringerwasserleitungen errichtet haben, immer wieder gezeigt.“

Die erdverlegten Leitungen aus duktilem Gussrohr punkten mit einfachen und sicheren Verbindungstechniken, die verwendeten Verbindungsmuffen bieten hohe Festigkeit und Längenausdehnungsmöglichkeit – im Vergleich mit Leitungen aus anderen Werkstoffen sind das entscheidende Vorteile. Das Herz des neuen Werks schlägt quasi im Verborgenen: Der 13,4 m × 12,8 m große und 9,2 m hohe Pumpenraum ist zwei Stockwerke tief unter der Erde untergebracht, die Anlagentechnik ist im ersten Tiefgeschoss installiert. Im Erdgeschoss befindet sich lediglich die Elektro- und Steuerungstechnik, das neue Hauptgebäude konnte daher kleiner ausfallen als der baufällig gewordene Vorläufer.

Sämtliche Arbeiten wurden im geplanten Zeitrahmen fertiggestellt, so dass das neue „Wasserwerk 2.0“ in Sennestadt pünktlich seinen Betrieb aufnehmen konnte. Seither versieht das von der Querverbundleitstelle auf dem Betriebsgelände der Stadtwerke Bielefeld ferngesteuerte Werk störungsfrei seinen Dienst; bei ihren regelmäßigen Kontrollen mussten die Mitarbeiter der Stadtwerke bislang keine Auffälligkeiten notieren. Fazit: Die sehr gute Zusammenarbeit von Auftraggeber und Auftragnehmer, die schon in der Vergangenheit zu ausgezeichneten Ergebnissen geführt hat, hat sich auch beim Neubau des Wasserwerks 02 bewährt.

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