10 Jahre IKT-LinerReport: Der Qualität und Transparenz verpflichtet

19.02.2014

Ein kleines Jubiläum gilt es zu feiern: Zum zehnten Mal in Folge präsentiert das IKT seinen jährlichen LinerReport, eine Jahresübersicht der Schlauchliner-Qualitäten. Ein schöner Anlass, einen Blick zurück in die Statistik zu wagen und die Qualitätsentwicklung des wichtigsten Sanierungsverfahrens Revue passieren zu lassen.

Ziel: Markttransparenz durch Öffentlichkeit

Aber nicht jeder wird gleich die Sektkorken knallen lassen – dafür hat der IKT-LinerReport den Finger in so manche Wunde gelegt. Aufgeregte Diskussionen in der Fachöffentlichkeit waren die Folge und nicht immer blieben diese von Emotionen ungetrübt. Dabei ging es von Anfang an um die Frage, inwieweit einige zentrale Qualitätskriterien, die die Schlauchliner-Anbieter ihren Kunden versprechen und die in den DIBt-Zulassungen ihrer Produkte festgeschrieben sind, auch tatsächlich in der Baustellen-Praxis eingehalten werden. Ziel des IKT war und ist es, mit dem LinerReport Transparenz und Öffentlichkeit zu schaffen, um auf diese Weise Qualitätsverbesserung von Schlauchlinern anzustoßen.

Dichtheits-Debatte

Bereits nach dem ersten IKT-LinerReport, der 2004 erschien, entflammte eine heftige Debatte um die Frage, ob Schlauchliner denn wirklich 100-prozentig dicht sein müssten. Einige Liner-Hersteller und -Anwender verwiesen darauf, dass die Prüfnormen selbst bei Neurohren Wasserverluste während der Dichtheitsprüfung zuließen. Sie folgerten daraus, dass ein Schlauchliner nicht strenger als ein neu verlegtes Betonrohr beurteilt werden dürfe.

Demgegenüber verwiesen vor allem kommunale Netzbetreiber auf die gesetzliche Anforderung, wonach Abwasserleitungen dicht zu sein haben, zum Schutz der Umwelt. Die Prüfvorschriften für Betonrohre ließen sich wegen gänzlich anderer Materialeigenschaften nicht auf die aus modernsten Kunststoffen hergestellten Schlauchliner übertragen. Im Übrigen werden auch nur Wasserzugaben toleriert, keinesfalls aber Wasserverluste. Am Ende der Debatte setzten sich die Auftraggeber mit ihrer Auffassung durch, dass auch Schlauchliner dicht sein müssen.

Eine besondere Fußnote war die Kontroverse um das Einschneiden der Innenfolie vor der Wasser-Dichtheitsprüfung (vgl. Prüfkriterien im Überblick). Einige Hersteller wehrten sich dagegen mit dem Argument, die Einschnitte würden das Linerlaminat beschädigen und dadurch erst die Undichtigkeit verursachen. Belege hierfür konnten sie jedoch nicht beibringen.

Diese selbst für eingeweihte Fachleute kaum nachvollziehbare Debatte wurde schließlich dadurch beendet, dass einige Hersteller von Nadelfilz-Schlauchlinern eine Änderung ihrer DIBt-Zulassungen beantragten. Seitdem ist die Innenfolie per Definition Teil des Liners und wird bei der Prüfung nicht mehr eingeschnitten. Die Eignung dieser Folien musste allerdings zuvor durch ein DIBt-Prüfprogramm belegt werden. Die Ergebnisse der Wasserdichtheits-Prüfung verbesserten sich daraufhin signifikant.

Schwachstelle Wanddicke

Der IKT-LinerReport offenbarte darüber hinaus auch einige Schwachstellen bei den mechanischen Eigenschaften der Schlauchliner. So zeigte sich, dass die geforderten Tragfähigkeiten und die statisch notwendigen Wanddicken nicht auf jeder Baustelle erreicht wurden. Auch hierzu entbrannte eine Debatte um Prüf- und Messverfahren, in der sich Vertreter einer laxeren Auslegung von Auftraggebervorgaben und die Befürworter hoher Qualitätsstandards gegenüberstanden. Letztere verwiesen darauf, dass ihnen als Kunden eine Mindest-Lebensdauer von 50 Jahren für ihre Schlauchliner versprochen wird. Daher müssten die geforderten Materialkennwerte zumindest zum Zeitpunkt des Einbaus gewährleistet sein.

Verbindliche Qualitätskriterien für alle

Als die kritischen Stimmen aus den Reihen der Kommunen immer lauter wurden und einige von ihnen sogar die weitere Anwendung von Schlauchlinern stoppten, fanden sich schließlich Schlauchliner-Hersteller und Kommunalvertreter in einer Arbeitsgruppe zusammen, die verbindliche Qualitätskriterien für Schlauchliner bis hin zu Sanktionsmechanismen im Falle der Nicht-Einhaltung definierte. Unterstützt wurde diese Gruppe von Ingenieurbüros und Prüfinstitutionen.

In einem ähnlichen Rahmen wurden auch die Prüfverfahren für Schlauchliner einvernehmlich definiert. Die ursprüngliche Streitfrage nach der Dichtheit von Linern wurde eindeutig zugunsten des dichten Liners entschieden. Und zu guter Letzt flossen 2012 diese Papiere in die DWA-Regelwerke A 143-3 und M 144-3 ein.

Der IKT-LinerReport 2013 steht unter www.ikt.de zum Download bereit.

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