30 Jahre Schlammverbrennungsanlage Buchenhofen

05.09.2007

Umweltfreundliche Entsorgung von Klärschlamm - Stromerzeugung durch Prozessdampf

Seit 30 Jahren betreibt der Wupperverband eine Schlammverbrennungsanlage (SVA) auf dem Gelände des Klärwerks Buchenhofen. Die SVA wurde im August 1977 nach rund zwei Jahren Bauzeit und einer dreimonatigen Einfahrphase in Betrieb genommen. Der Bau der Anlage kostete damals rund 17 Mio. Euro.

Bei der Abwasserreinigung bleibt der Klärschlamm als Reststoff zurück, der entsorgt oder verwertet werden muss. Aufgrund der Abwasserinhaltsstoffe aus der Industrie, die im Klärschlamm zurück bleiben, konnte der Schlamm aus den Wupperverbandskläranlagen nicht zu einer Verwertung in der Landwirtschaft genutzt werden. Daher entschied sich der Verband damals zum Bau einer Mono-Klärschlammverbrennungsanlage. In dieser Anlage werden ausschließlich Klärschlämme bzw. Rückstände aus der Abwasserreinigung und keine anderen Abfälle verbrannt.
Das Umweltministerium des Landes favorisiert heute die Verbrennung von Klärschlamm gegenüber anderen Wegen der Entsorgung. Der Wupperverband hat mit seiner Verbrennungsanlage somit auf ein zukunftsfähiges Entsorgungssystem gesetzt.

In der SVA Buchenhofen sind 30 Mitarbeiter beschäftigt, die die Anlage im Schichtdienst betreiben.
Durch Modernisierung und Aufrüstung ist die SVA eine der modernsten Anlagen in Deutschland. Im Vergleich mit den übrigen 17 kommunalen Mono-Klärschlammverbrennungsanlagen, der als Benchmarking-Projekt zuletzt im Jahr 2005 durchgeführt wurde, schnitt die Anlage des Wupperverbandes sehr gut ab.
In 2006 hat der Wupperverband in der SVA ca. 120.000 Tonnen entwässerte Klärschlämme verbrannt. Die Anlage ist durch die Verbrennung eigener und externer Klärschlämme fast zu 100 Prozent ausgelastet.
Die bei der Verbrennung anfallende Asche wird stofflich, zum Beispiel im Bergbau als Versatzmaterial, verwertet.

Grenzwerte werden deutlich unterschritten

Ein Meilenstein in der Geschichte der Anlage war die aufwändige Erweiterung gemäß den Bestimmungen der 17. Bundesimmissionsschutzverordnung zwischen 1993 und 1996. Durch die neue Rauchgasreinigungsanlage konnte der Ausstoß an Schadstoffen erheblich reduziert werden. Die Emissionen für die jeweiligen Stoffe, z. B. Staub, Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid oder Quecksilber, liegen heute deutlich unter den geforderten Grenzwerten. Der Ausstoß von Schwefeldioxid lag beispielsweise in 2006 mit 1,1 Milligramm pro Kubikmeter bei nur 2,2 Prozent des Grenzwertes, der bei 50 Milligramm pro Kubikmeter liegt.

2 Mio. Kilowattstunden Strom erzeugt

Die beim Verbrennungsvorgang entstehenden heißen Rauchgase werden in einen Abhitzekessel geleitet. Durch die Abkühlung der Rauchgase von ca. 850 auf 200 Grad Celsius wird Prozessdampf erzeugt. Dieser wird zur Verstromung in eine Dampfturbine geleitet. In 2006 wurden so rund 2,04 Mio. Kilowattstunden Strom aus Dampfkraft erzeugt. Das entspricht dem Jahresverbrauch von ca. 450 Vier-Personen-Haushalten.
In einem zweiten Schritt wird der Prozessdampf nach Verlassen der Dampfturbine zur Teiltrocknung der Klärschlämme verwendet. So müssen keine fossilen Brennstoffe für die Trocknung und zur Unterstützung des Verbrennungsprozesses eingesetzt werden. Mit der Stromerzeugung aus Prozessdampf und der Einsparung fossiler Brennstoffe leistet der Wupperverband einen Beitrag zur Reduzierung von Kohlendioxid-Emissionen.

Informationen zur SVA Buchenhofen, z. B. zur Verfahrens- und Anlagentechnik sowie die Umweltdaten, sind auf der Internetseite www.wupperverband.de unter Aufgaben/ Abwasser/ Schlammverbrennungsanlage zu finden.


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