Abwassergebühren insgesamt stabil

01.10.2008

DWA veröffentlicht Umfrage zu Wirtschaftsdaten in der Abwasserbeseitigung in Kooperation mit den kommunalen Spitzenverbände.

Die Entgelte für die Leistungen der Abwasserbeseitigung in Deutschland sind zwischen 2006 und 2007 um durchschnittlich 0,21 Prozent gesunken, obwohl – wie in Presse und Öffentlichkeit derzeit häufig diskutiert – zum Beispiel die auch für die Abwasserbeseitigung relevanten Energiekosten stetig steigen. Die jährlichen Ausgaben der Bürger für die Abwasserableitung und die Abwasserbehandlung sind seit Jahren stabil. Verschiedene Rahmenbedingungen führen jedoch dazu, dass sich die Kosten für den Bürger regional sehr stark unterscheiden. Das Investitionsvolumen der überwiegend von öffentlichen Unternehmen geprägten Abwasserbranche von rund 4,2 Milliarden Euro im Jahr 2007 kommt zu einem erheblichen Teil dem Mittelstand, besonders der Bauwirtschaft, zugute. Diese geht aus einer breit angelegten Umfrage zu den Wirtschaftsdaten in der Abwasserbeseitigung hervor, die die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) am 17. September 2008 im Rahmen ihrer Bundestagung in Mannheim veröffentlicht hat. Die Umfrage hatte die DWA gemeinsam mit dem Deutschen Städtetag und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund durchgeführt.

Ergebnisse der Studie
In Deutschland werden die Abwassergebühren nach dem Kostendeckungsprinzip erhoben. Dies bedeutet, dass der Bürger verursachungsgerecht nur die Kosten trägt, die dem Abwasserbeseitiger für die Ableitung und Behandlung entstehen. Die durchschnittliche jährliche Gebühren- und Beitragsbelastung des Bürgers beträgt rund 109,55 €. Demgegenüber liegen die Investitionen der Unternehmen im Jahr 2007 im Mittel bei etwa 56 € pro Einwohner und Jahr. Die Investitionen werden in Form von Zinsen und Abschreibungen wiederum zu Kosten der Unternehmen. Diese Art der Kosten – ebenso wie zum Beispiel Personalkosten – fällt bei den Entsorgern unabhängig davon an, wie viel Abwasser eingeleitet und später gereinigt wird. Der mit 75 bis 85 Prozent sehr hohe Anteil fixer Kosten ist besonders charakteristisch für die Wasserwirtschaft. Zur gleichmäßigen Verteilung der Fixkosten auf die Verbraucher können Grundgebühren erhoben werden. Nur knapp zehn Prozent der Bürger müssen jedoch derzeit eine Grundgebühr entrichten. Die Grundgebühr beträgt – soweit sie erhoben wird – im Schnitt 23,16 € pro Person und Jahr. Auffällig ist, dass sich die finanziellen Belastungen der Bürger regional sehr stark unterscheiden. Hierfür sind Strukturunterschiede, der schwankende Wasserverbrauch und örtliche Unterschiede in der Topografie verantwortlich. Auch Unterschiede bei der zeitlichen Investitionstätigkeit, deren Finanzierung und bei Zuschüssen sowie abweichende Kalkulationsgrundlagen wirken sich aus. Die Umfrage hat gezeigt, dass die Aufgabe der Abwasserbeseitigung in Deutschland zu einem deutlich überwiegenden Anteil von öffentlichen Unternehmen erfüllt wird. Im Bereich der Abwasserableitung – also der Kanalnetze – erbringen private Unternehmen etwa 15 Prozent Leistungen. Im Bereich der Abwasserbehandlung – also bei den Kläranlagen – sind dies nur neun Prozent.

Repräsentanz der Umfrage
Die Repräsentanz der von der DWA regelmäßig durchgeführten Umfrage ist hoch. An der im Jahr 2007 durchgeführten Datenerhebung haben sich überwiegend mittlere und größere Abwasserunternehmen mit insgesamt 38 Millionen in den Entsorgungsgebieten gemeldeten Einwohnern beteiligt. Erstmals wurden die Daten online erhoben. Im Jahr 2009 soll die Umfrage erneut durchgeführt werden.

Die Ergebnisse der Umfrage stehen im Internet zum kostenlosen Download zur Verfügung – www.dwa.de, dort: Fachthemen, Wirtschaft. Sie werden zudem in der November-Ausgabe der DWA-Zeitschrift KA – Korrespondenz Abwasser, Abfall abgedruckt.

Die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) setzt sich intensiv für die Entwicklung einer sicheren und nachhaltigen Wasserwirtschaft ein. Als politisch und wirtschaftlich unabhängige Organisation arbeitet sie fachlich auf den Gebieten Wasserwirtschaft, Abwasser, Abfall und Bodenschutz. In Europa ist die DWA die mitgliederstärkste Vereinigung auf diesem Gebiet und nimmt durch ihre fachliche Kompetenz bezüglich Regelsetzung, Bildung und Information der Öffentlichkeit eine besondere Stellung ein. Die rund 14 000 Mitglieder repräsentieren die Fachleute und Führungskräfte aus Kommunen, Hochschulen, Ingenieurbüros, Behörden und Unternehmen.


Kontakt:
DWA – Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V.
Theodor-Heuss-Allee 17
53773 Hennef
Dr. Frank Bringewski
Tel.: 02242/872-190
Fax: 02242/ 872-151
E-Mail: bringewski@dwa.de
Internet: www.dwa.de

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