Auf dem Weg zum sauberen Wasser: 45 Jahre Klärwerk Burg - 35 Jahre Klärwerk Kohlfurth

11.01.2008

Sie stehen seit vielen Jahren im Dienste des Gewässerschutzes und haben mit dazu beigetragen, dass die Wupper sich vom ehemals "schwarzen Fluss" wieder zu einem Lebensraum für Flora und Fauna entwickelt hat: Vor 45 Jahren hat der Wupperverband das Klärwerk in Solingen-Burg in Betrieb genommen, seit 35 Jahren wird im Klärwerk Wuppertal-Kohlfurth Abwasser gereinigt.

Mit der Inbetriebnahme des Klärwerks Burg Ende 1962 vollzog der Wupperverband den Schritt von einer zuvor auf kleine Einzugsgebiete ausgerichteten Abwasserreinigung hin zum "Gruppenklärwerk". Das bedeutet, im Klärwerk Burg wird das Abwasser aus mehreren Städten (aus Teilen Remscheids, Solingens, Leichlin-gens und Wermelskirchens) gereinigt, da größere Klärwerke leistungsfähiger und somit kostengünstiger sind. Das Gruppenklärwerk Burg ersetzte mehrere kleinere ältere Klärwerke, z. B. die Remscheider Klärwerke Lobach und Mühlenteich, die 1962 außer Betrieb genommen wurden.

Bereits um 1950 wurde beschlossen, die Abwässer aus dem Eschbachgebiet gemeinsam in einem Klärwerk zu reinigen. Bei der Planung des Eschbachsammlers in den 1950er Jahren wurde der Standort des Klärwerks in Solingen-Unterburg festgelegt. Das Klärwerk Burg bestand zunächst nur aus einer mechanischen Reinigungsstufe. Mit einem Rechen wurden grobe Schmutzstoffe, z. B. Toilettenpapier, entfernt. In einem Sandfang wurde der Sand und in einem Vorklärbecken der absetzbare Schlamm entfernt. In zwei Faulbehältern wurde der anfallende Klärschlamm behandelt und anschließend in einem Schlammlagerbecken zwischengelagert. Der Schlamm wurde auf Wiesen und Äcker verbracht. Das anfallende Faulgas wurde zur Beheizung des Faulbehälters und der Betriebsgebäude genutzt.

In den Jahren 1978 bis 1981 wurde das Klärwerk zu einem biologischen Klärwerk ausgebaut. Unter anderem wurden fünf Belebungsbecken und fünf Nachklärbecken errichtet. Nun konnten nicht nur grobe Schmutzstoffe, sondern auch die im Wasser gelösten Stoffe in Angriff genommen werden. Diese werden in den Belebungsbecken von Kleinlebewesen, z. B. Bakterien, Geißeltierchen, aus dem Abwasser entfernt.

Doch trotz der Fortschritte in der Abwasserreinigung und der Verbesserung der Gewässergüte der deutschen Gewässer stellten zu hohe Konzentrationen der Nährstoffe Stickstoff und Phosphor weiterhin ein Problem dar. Zu hohe Konzentrationen dieser Nährstoffe begünstigen insbesondere in der Nordsee das Pflanzen- und Algenwachstum und beeinträchtigen dadurch die Fische und Kleinlebewesen. Um die gestiegenen EU-rechtlichen Anforderungen an die Reinigungsleistung zu erfüllen, baute der Wupperverband seit Mitte der 1990er Jahre seine großen Klärwerke aus. Zwischen 1997 und 2002 wurde das Klärwerk Burg für 43 Mio. Euro umfangreich erweitert. Das Klärwerk hat heute eine Ausbaugröße von 120.000 Einwohnerwerten (Einwohner und Einwohnergleichwerte aus Industrie und Gewerbe). Pro Sekunde kann das Klärwerk 911 Liter Abwasser aufnehmen.

Auch das Klärwerk Kohlfurth hat sich seit seiner Inbetriebnahme ständig weiterentwickelt. In diesem Gruppenklärwerk werden Abwässer aus Teilgebieten der Städte Wuppertal, Remscheid und Solingen gereinigt. Ende des Jahres 1972 wurde das Klärwerk fertig gestellt und bestand zunächst ebenfalls nur aus der mechanischen Reinigungsstufe mit zwei Rechen, zwei Sandfängen, vier Vorklärbecken und zwei Faulbehältern zur Schlammfaulung. Wie im Klärwerk Burg konnten zunächst nur die groben Schmutzstoffe aus dem Abwasser entfernt werden. Nach der Fertigstellung des Klärwerks wurden die aus Solingen zufließenden Abwassermengen aufgenommen. Erst als der Morsbachsammler 1973 in Betrieb genommen wurde, konnten auch die Abwässer aus Teilgebieten von Wuppertal und Remscheid in das Klärwerk geleitet werden. 1975 begannen die Bauarbeiten für die biologische Reinigungsstufe. Der Wupperverband errichtete bis 1978 je zwei Vorklärbecken, Belebungsbecken und Nachklärbecken sowie Anlagenteile zur Schlammbehandlung. Ein weiterer Meilenstein war der umfangreiche Ausbau des Klärwerks zwischen 1998 und 2006 mit dem Ziel, die Stickstoffentfernung zu verbessern. Das Klärwerk hat heute eine Ausbaugröße von 146.000 Einwohnerwerten und nimmt maximal 1,640 Liter Abwasser pro Sekunde auf.

Neueste Technik und Innovation

Beide Klärwerke haben sich seit ihrer Inbetriebnahme sowohl in ihrer Größe als auch in der eingesetzten Technik enorm entwickelt. Der Wupperverband setzt nicht nur den jeweiligen Stand der Technik um, um die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen, sondern erprobt auch innovative Verfahren. So wird in Kohlfurth für die Reinigung eines hoch mit Stickstoffen belasteten Teilstromes aus der Entwässerung des anfallenden Klärschlammes ein Membranbioreaktor eingesetzt. Das vom Land Nordrhein-Westfalen geförderte Projekt soll Ende 2008 abgeschlossen werden. Erste Ergebnisse lassen erkennen, dass durch dieses Verfahren eine effizientere und damit auch kostengünstigere Reinigung von hoch belasteten Teilströmen erreicht werden kann.

Wasserqualität und Fischbestand

Neben den Klärwerken Burg und Kohlfurth betreibt der Wupperverband weitere neun Anlagen. Der Ausbau der Klärwerke Buchenhofen, Hückeswagen, Radevormwald, Kohlfurth und Burg hat einen großen Anteil an der zunehmenden Verbesserung des Lebensraums Wupper. Ebenso sind die Maßnahmen der Industrie, z. B. Vorbehandlung industrieller Abwässer, und Kommunen, z. B. Optimierung in der Mischwasserbehandlung (Einleitungen aus Entlastungsbauwerken der kommunalen Kanalisationen in die Gewässer), von Bedeutung. Die Wupper hat heute bereits in weiten Teilen die Gewässergüteklasse II (mäßig belastet) oder II-III (kritisch belastet) erreicht. Insbesondere in den dicht besiedelten Bereichen vom Wuppertaler Stadtgebiet flussabwärts hatte die Wupper noch bis in die 1980er Jahre die zweitschlechteste Güteklasse III-IV (sehr stark verschmutzt). Die positive Entwicklung zeigt sich auch im wachsenden Fischbestand. Eine Reihe von Fischarten ist heute wieder in der Wupper heimisch. Sogar der empfindliche Lachs soll im Rahmen des Wanderfischprogramms des Landes Nordrhein Westfalen wieder in der Wupper angesiedelt werden. In der Wupper befinden sich heute z. B. im Stadtgebiet Wuppertal wieder über 30 Fischarten, fast so viele wie vor der Industrialisierung im Tal der Wupper.

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