Ausbau des Klärwerks Radevormwald ist abgeschlossen

20.08.2008

In den vergangenen Jahren hat der Wupperverband sein Klärwerk in Radevormwald bei laufendem Betrieb umfassend ausgebaut. Die Ausbaumaßnahmen sind nun abgeschlossen. Mit einem Tag der offenen Tür wird die ausgebaute Anlage am 21. September offiziell in Betrieb genommen. Von 11.00 bis 17.00 Uhr können Bürgerinnen und Bürger das Klärwerk besichtigen. Neben Führungen sind weitere Informationsangebote in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern geplant. Auch für Unterhaltung wird gesorgt, z. B. mit Spielen und einem bunten Programm von Clown Ötti. Das Veranstaltungsprogramm zum „Tag der offenen Tür“ wird der Wupperverband im September veröffentlichen.

Im Klärwerk Radevormwald wird das Abwasser aus Radevormwald und aus den Remscheider Stadtteilen Lennep und Bergisch Born gereinigt. Pro Jahr reinigt das Klärwerk rund 8 Mio. Kubikmeter Abwasser. Das entspricht etwa einem Drittel der Wassermenge in der Wupper-Talsperre.
Seit 1998 wurde das Klärwerk stufenweise saniert und erweitert.
Das Bauprojekt umfasste u. a. die Sanierung der Faulbehälteranlage, die Errichtung eines neuen Gasspeichers, den Umbau und die bautechnische Sanierung von Rechengebäude/Containerhalle, Erneuerungsarbeiten an Rechen und Sandfang, die Aufstockung und Erweiterung des Betriebsgebäudes inklusive Labor sowie die Einbindung eines Prozessleitsystems.

Kernstück des Projekts war die Erweiterung der Belebungsstufe von zuvor 6.000 auf 19.500 Kubikmeter sowie der Bau von drei neuen Nachklärbecken mit einem Volumen von insgesamt 13.500 Kubikmetern. Im Belebungsbecken entfernen Mikroorganismen durch Zugabe von Luft die im Abwasser enthaltenen organischen Verbindungen und Stickstoff. Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphor begünstigen in zu hoher Konzentration das Pflanzen- und Algenwachstum in den Gewässern und beeinträchtigen dadurch die Fische und Kleinstlebewesen. Durch die gestiegene Reinigungsleistung wird nicht nur die Wasserqualität der Wupper verbessert, sondern auch ein Beitrag zum Schutz von Rhein und Nordsee geleistet.
Der Ausbau des Klärwerks kostete 25,6 Mio. Euro und wurde von den Verbandsmitgliedern des Wupperverbandes genossenschaftlich finanziert.

Das Klärwerk Radevormwald ist eines von sechs Klärwerken des Wupperverbandes, in denen das Biogas aus der Klärschlammfaulung zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt wird. Das Blockheizkraftwerk im Klärwerk Radevormwald erzeugt pro Jahr bis zu 750.000 Kilowattstunden Strom aus Biogas. Das entspricht in etwa dem Jahresverbrauch von 170 Vier-Personen-Haushalten. Rund 40 Prozent des Strombedarfs im Klärwerk können so gedeckt werden. Der Wärmebedarf im Klärwerk zur Beheizung der Faulbehälter und der Betriebsgebäude wird zu 98 Prozent aus der Biogasnutzung gedeckt.
Durch den Einsatz von Biogas als erneuerbarer Energie kann der Verband Betriebskosten sparen und einen Beitrag zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes leisten.

Wupperverband
Der Wupperverband wurde 1930 gegründet mit der Zielsetzung, die wasserwirtschaftlichen Aufgaben im 813 km² großen Einzugsgebiet der Wupper über kommunale Grenzen hinweg zu erfüllen. Für den Verband stehen als öffentlich-rechtliches Unternehmen nicht Gewinnorientierung, sondern der Schutz und die nachhaltige Bewirtschaftung der Ressource Wasser im Mittelpunkt sowie vertretbare Kosten und maximale Leistung für Mitglieder und BürgerInnen. Der Wupperverband betreibt 12 Talsperren, 11 Klärwerke, eine Schlammverbrennungsanlage und weitere Anlagen, z. B. Hochwasserrückhaltebecken und Regenbecken. Er unterhält insgesamt rund 2.300 Kilometer Flüsse und Bäche. Verbandsmitglieder sind Städte und Gemeinden, Kreise, Wasserversorgungsunternehmen, Industrie sowie Gewerbe im Wuppergebiet.



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