"Bestes Trinkwasser muss etwas wert sein!" - Gemeindetagspräsident Brandl zum Streit über den Wasserpreis

02.09.2008

"Bayerns Bevölkerung bekommt das beste Trinkwasser weit und breit. Hohe Qualität hat ihren Preis. Und der ist in Bayern nicht zu hoch. Populistische Kritik an einer angeblichen Abzocke beim Wasserpreis sind unredlich und verunsichern unnötig die Menschen", sagte Gemeindetagspräsident Dr. Uwe Brandl. "Anders als Benzin oder Strom ist Trinkwasser ein Lebensmittel. Menschen haben ein Recht auf bestmögliche Qualität. Die liefern die örtlichen Wasserversorger zu kostendeckend kalkulierten Preisen. Der Ruf nach Kostensenkung ist billig – der Preis für mindere Qualität wäre teuer."

Der hessische Wirtschaftsminister Alois Rhiel und der FDP-Fraktionschef im Berliner Abgeordnetenhaus Henner Schmidt hatten jüngst behauptet, dass die Preise für Trinkwasser in Deutschland „deutlich überhöht“ seien. Die Bürger müssten unnötig hohe Wassergebühren zahlen. Die Bild-Zeitung berichtete am 28.08.2008, die Bürger würden zwar Wasser einsparen, der Preis pro Kubikmeter sei jedoch ständig gestiegen. Fehlender Wettbewerb, die hohen Aufwendungen für die Instandhaltung der Wasserleitungen und die zu hohe Anzahl von Wasserwerken wurden als Gründe für die angeblich zu hohen Preise genannt.

„Das Märchen vom fehlenden Wettbewerb ist ja eine alte Klamotte“ sagte Gemeindetagspräsident Dr. Uwe Brandl. „England hat mit der Privatisierung der Trinkwasserversorgung – angeblich um mehr Wettbewerb zu schaffen – ganz schlechte Erfahrungen gemacht. Während die Wasserqualität nicht stieg, gingen die Preise der wenigen verbliebenen Großversorger nach kurzer Anstandsfrist nach oben. Wollen wir das auch in Deutschland?“ Brandl wies darauf hin, dass Trinkwassergewinnung und -verteilung nahezu ausschließlich von Fixkosten bestimmt sind. „Folglich muss nach den Gesetzen der Logik die Abgabe von weniger Wasser bei gleichen Fixkosten zu einem höheren Wasserpreis führen.“ Strengste Qualitätsanforderungen und Versorgungssicherheit auch bei Regenmangel seien nur über moderne, leistungsfähige Versorgungsanlagen wie Brunnen mit entsprechenden Schutzgebieten, Hochbehälter und einem individuell bemessenes Leitungssystem zu erreichen. Außerdem decken in Deutschland – anders als in anderen EU-Ländern - die kommunalen Wasserpreise sämtliche Kosten, also auch die umweltbezogenen. Brandl: „Der Ruf nach niedrigeren Wasserpreisen ist populistisch. Bayerns Wasserversorger tun – kostendeckend, also ohne Gewinnerzielungsabsicht - ihr Bestes; die Bürger honorieren dies.“ Übrigens: Ein Liter Trinkwasser aus der gemeindlichen Leitung kostet ungefähr 300mal weniger als ein Liter „Mineralwasser“ im Geschäft.


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