Brandneue IBAK-Technik für einen uralten Kunden

28.05.2013

Inspektion

1972 schaffte die Koblenzer Stadtentwässerung erstmals eine Kanal-TV-Kamera der IBAK GmbH an – seitdem waren lückenlos alle IBAK-Kamerasysteme im Untergrund rund ums Deutsche Eck im Einsatz. Angesichts solcher Lieferantentreue verwundert es nicht, dass das erste Exemplar des neuen, in vielerlei Hinsicht Maßstäbe setzenden IBAK-Kamerasystems PEGASUS HD Anfang 2013 nach Koblenz ging.

Dort wiederum ist man nach drei Monaten Dauereinsatz der PEGASUS einmal mehr begeistert von der ungebrochenen Innovationskraft des Kameraherstellers aus Kiel.

Koblenz: 60 Kilometer Inspektion pro Jahr

Koblenz, die geschichtsträchtige Stadt am Zusammenfluss von Rhein und Mosel, wird über ein inzwischen rund 540 Kilometer langes Kanalisationsetz entwässert. Dessen Nennweiten reichen von klassischen DN 300 bis zur absolut großstädtischen Dimension DN 3500. Immerhin 15 % des Netzes liegen in sogenannten „begehbaren“ Nennweiten über DN 800. Alle 10 Jahre einmal muss der gesamte Netzbestand einer optischen Inspektion unterzogen werden. Daraus resultiert, zuzüglich des Bedarfs an Neubauabnahme-Befahrungen, eine jährlich notwendige Inspektionsleistung von rund 60 Kilometern.

Bei der wichtigen Frage nach der für die Inspektionen eingesetzten Kameratechnik ist man bei der Koblenzer Stadtentwässerung bemerkenswert konsequent: Seit über 40 Jahren, genau gesagt, seit Beginn der Kanal-TV-Inspektionen überhaupt, setzt man auf Kameras der IBAK Helmut Hunger GmbH&Co.KG, Kiel. Damit gehören die Koblenzer Netzbetreiber ohne Zweifel zu den ältesten und treuesten IBAK-Kunden. Daran scheint sich allem Anschein nach auch nichts zu ändern: Anfang des Jahres wurde mit dem allerersten Exemplar der PEGASUS Full HD das neue Flaggschiff der IBAK-Kameratechnologie an den Mittelrhein ausgeliefert und ist dort seitdem quasi ununterbrochen im Inspektionseinsatz - was sich schon daraus zwingend ergibt, dass die Jahres-Inspektionsleistung von 60 Kilometern von je her durch ein einziges Kamerateam erbracht wird.
Das, weiß man in Koblenz, geht nicht zuletzt deswegen, wenn (und weil) man sich auf die verwendeten Kameras bedingungslos verlassen kann. Mit der PEGASUS Full HD bekommt das Team von Operator Hans-Peter Firmenich und seinem Assistenten Manfred Marx (beides erfahrene TV-Inspekteure der ersten Generation) jedoch nicht nur bewährte Qualität geboten, sondern zugleich den Sprung in das „Full HD“-Format.

Eine Bildqualität wie „Heimkino vom Feinsten“

Die PEGASUS HD ist die derzeit einzige auf dem Markt verfügbare Full HD Kanalinspektionskamera. Full HD bedeutet, dass hier ein Digitalbild in der Auflösung 1920 x 1080 aufgenommen und als HD SDI-Signal via Glasfaserleitung bis zum Endausgabegerät, einem HDTV-Monitor im 16:9-Format mit identischer Auflösung, durchgeleitet wird. Optional kann auch auf HD mit der Auflösung 1280 x 720 herunter geschaltet werden, wodurch sich mit der Auflösung auch das transportierte Datenvolumen verringert. Was gegenüber analoger Aufnahmetechnik im PAL-Format völlig entfällt, sind Umwandlungsprozesse des Datensignals. Die mehrfach notwendigen analog-digitalen bzw. digital-analogen Umwandlungen bargen das Risiko eines nicht zu 100% sauberen Signals. Zudem muss das Signal jetzt nicht mehr so viele Stationen durchlaufen bevor es als Video auf dem PC abgelegt bzw. auf dem 16:9-Monitor angesehen werden kann. Dies führt quasi zwangsläufig zu einem brillianten sauberen Bild.

Konform mit DWA M 149 Teil 5 bis DN 1100

Ein Alleinstellungsmerkmal der PEGASUS HD ergibt sich daraus, dass die hohe Bildauflösung es erlaubt, einer zentralen Forderung des Merkblatts DWA M 149 Teil 5 auch in großen Nennweiten gerecht zu werden: Danach soll die vertikale Bildauflösung in Pixeln der Rohrhöhe in Millimetern entsprechen Dies erfüllt die Pegasus HD also zumindest bis DN 1100. Und auch in noch größeren Rohrdimensionen bietet diese Technologie einen eindeutigen Mehrwert durch die bessere Auflösung und ist damit konkurrenzlos.

Das System bietet übrigens in Verbindung mit der neuen Software IKAS Evolution optional eine höchst interessante Zusatzfunktion: Die simultane Darstellung von Software-Bedienoberfläche und digitalen Schadensbildern auf einem Monitor.

12fach optischer Zoom für Anschlüsse und begehbare Nennweiten

Resultat der rein digitalen Datenübertragung und -Verarbeitung ist eine bislang in der Kanalinspektion unbekannte Auflösung, ein völlig störungsfreies Signal und absolute Farbechtheit des Bildmaterials: Ein deutlich erkennbarer Quantensprung in der Inspektionstechnologie. Operator Hans-Peter Firmenich ist dementsprechend überzeugt. Unklare optische Eindrücke, die zusätzliche Betrachtungen, etwa durch heran Zoomen notwendig machen, sind jetzt eher selten, obwohl dies in bis zu 12-facher Vergrößerung möglich ist. Hauptanwendungsbereich des brillanten Zooms ist im Koblenzer Netz bislang die Inspektion größerer Nennweiten, bei denen selbst die Full HD-Auflösung der PEGASUS HD gemäß DWA-Vorgabe offiziell schon ausgereizt ist. Firmenich: „Mit dem Zoom holen wir aber auch aus begehbaren Nennweiten noch exzellentes Bildmaterial heraus!“ Eine Voraussetzung dafür ist die stufenlos regulierbare LED-Beleuchtung der Kamerakopfes, mit der man die stets die erforderliche Lichtmenge zur Rohrwand bringt. Und natürlich ist der PEGASUS-HD Fahrwagen per Scherenmechanik auch Richtung Rohrmittelachse hochfahrbar - doch das kennt man schon von vorherigen Kamera-Generationen.

Gern wird dieser Zoom aber genutzt, um tiefe und scharfe Seitenblicke in die Anschlussleitungen zu werfen. Die Stutzen werden systematisch gefilmt, die Bilder dann ebenfalls im Kanalkaster hinterlegt. Das macht Sinn, denn in Koblenz liegt der Anschluss bis zur Grundstücksgrenze in der Zuständigkeit der Gemeinde.

In den ersten drei Monaten des PEGASUS HD-Betriebs ist in Koblenz die Inspektions-Tagesleistung gegenüber der vorher benutzten ARGUS 4 allerdings nicht messbar gestiegen. Firmenich führt das darauf zurück, man sei ja noch in einer Übungsphase sei.

Nie wieder im Rohr „kentern“

Ebenso begeistert wie von der neuen Qualität des Bilddatenmaterials ist die Besatzung des ersten Pegasus-Einheit von einem anderen Feature des Pegasus-Fahrwagens: Die Einzelrad-Steuerung der Kamera ermöglicht Wendemanöver auf der Stelle. Den Vorteil erläutert TV-Assistent Manfred Marx: „Die Kamera kann ich praktisch in den Schacht reinsetzen, wie ich will, sie lässt sich in Sekunden in die korrekte Fahrtrichtung ausrichten“. Und im Rohr sorgt eine Neigungs-Sensorik mit Rückkoppelung zu den Antriebsrädern für spektakuläre Lagestabilität: Der „worst case“ jeder TV-Untersuchung, dass die Kamera die Rohrwand hinaufläuft und dann „kentert“, ist mit der Pegasus HD technisch ausgeschlossen. Das gilt auch und gerade im Großprofil-Einsatz mit maximal hoch gefahrener Scherenmechanik. Und wenn man, wie in Koblenz, ein 500-km-Abwassernetz mit einer einzigen TV-Anlage unter Kontrolle halten muss, zählt diese Sicherheit doppelt. Da ist für stundenlange Bergungsmanöver umgekippter Kameras keine Zeit, schon gar nicht für Reparaturzeiten wegen Havarie-Schäden am System, weiß TV-Routinier Hans-Peter Firmenich, der solche Vorkommnisse aus der Vergangenheit durchaus noch kennt. Er schätzt auch die Knopfdruck-Ausrichtung der Kamera-Horizontalen - die vollautomatische Lage-Ausrichtung, wie sie beim Vorgänger ARGUS 4 Standard war, vermisst er im Koblenzer Pegasus-Betrieb jedenfalls nicht. Eine Option der PEGASUS wird in Koblenz gar nicht genutzt, und das ganz bewusst: Die Möglichkeit der Laser-gestützten Messung von Rissbreiten und Scherbengrößen im Rohr. Da verlässt sich der Operator doch lieber auf seine Jahrzehnte lange Erfahrung. Durchaus nachvollziehbar, aber es ist eben nicht jeder so eine erfahrener „alter Kanalhase“ wie Hans-Peter Firmenich...

Auf die Frage, ob man sich beim Betrieb des ersten ausgelieferten PEGASUS HD-Modell nicht so ein wenig als Versuchskaninchen fühle, hat das Koblenzer Inspekteurs-Team eine ganz klare Antwort: Das sei überhaupt kein Problem; man wisse aus langer Erfahrung, dass IBAK nur einsatzfähige Technik an den Markt bringe und nicht auf dem Rücken seiner Kunden herum experimentiere. Und Manfred Marx fügt schmunzelnd hinzu: „Und wenn schon - bei dieser Kamera Versuchskaninchen sein zu dürfen, das macht einem als Inspekteur richtig großen Spaß!“

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