BRAWOLINER-Sanierung in der Grundstücksentwässerung: Qualitätssicherung mit IEP

05.10.2010

BRAWOLINER ist das meist genutzte Schlauchlinersystem für die Sanierung von Hausanschlüssen und privaten Grundleitungen. Bei der PKT Pader Kanal Technik Rohr Frei GmbH hat man bereits 50 Kilometer dieses Systems erfolgreich eingebaut. Als einer der umsatzstärksten Anwender macht sich der ostwestfälische Kanalsanierer immer wieder Gedanken über die Frage, wie man das Qualitätsmanagement praxisnah optimieren kann, ohne seine Wirtschaftlichkeit zu beeinträchtigen. PKT war bereits maßgeblich an der Entwicklung der BRAWOLINER DokuBox beteiligt, einem elektronischen System zur automatischen Aufzeichnung maßgeblicher Installationsparameter. Nun hat das Unternehmen gemeinsam mit der Ulrich Rotte Anlagenbau und Fördertechnik GmbH, Salzkotten, die Nutzung der bekannten KOB DokuBox so weit optimiert, dass die dokumentierte Überwachung der DIBT-Parameter statistisch signifikant die Einhaltung der labortechnischen Prüfwerte gewährleistet.

Das neue System trägt den Namen IEP (Imprägnier- und Einbau-Protokollierung). Vereinfacht betrachtet, ist IEP eine Aufzeichnungseinheit für sämtliche wesentlichen Parameter aller BRAWOLINER-Prozessabläufe:
  • Das rezepturgerechte Anmischen des Harzsystems unter Berücksichtigung des vorgeschriebenen Timings
  • Das Tränken des Liners unter Vakuum
  • Den Durchlauf des harzgetränkten Liners durch die Walzenanlage einschließlich der Anzahl der Walzengänge
  • Walzen auf Maß
  • Die pneumatische oder hydraulische Inversion des Liners in die defekte Leitung
  • Die thermische Aushärtung des Liners
  • Kontrolle der Wassertemperaturen in Vor- und Rücklauf
  • Die Abkühlung des gehärteten Liners
  • Die Dichtheitsprüfung nach EN 1610

Die Kontrolle der Prozessparameter erfolgt, indem technische Aggregate wie Walzenanlage, Drucktrommel oder Heizanlage über eine Datenleitung mit der IEP gekoppelt werden, die alle Veränderungen automatisch im Zeitablauf aufzeichnet. Resultat sind Ablaufprotokolle jeweils für den Imprägniervorgang und den Einbauvorgang, in denen alle wichtigen Parameter in absoluten Größen und in zeitlicher Überlagerung dargestellt werden. Für das geschulte Betriebspersonal und externe Kenner des Verfahrens werden anhand dieser Protokolle Einbaufehler unmittelbar ersichtlich. So sind drohende Mängel der jeweiligen Installation bereits im Vorfeld erkennbar, auf jeden Fall aber im Nachhinein sicher erklärbar. Das gilt auch für Verfahrensfehler des Personals, dessen einwandfreie Arbeitsweise und Einhaltung der DIBT-Vorgaben auf diese Art und Weise zuverlässig nachzuweisen ist.

Das der IEP zugrunde liegende Prinzip "Qualität durch Transparenz und Dokumentation" hat in seiner Anwendung bereits zu spektakulären Ergebnissen geführt. Anhand eines sehr großen Bestandes von Einbaudaten, erhoben bei der Sanierung der Leitungen eines großen Wohnungsbauunternehmens hat sich ein Zusammenhang gezeigt, der für die Nutzung der IEP ganz neue Perspektiven eröffnet, wie PKT-Geschäftsführer Gerhard Michel findet: "Es lässt sich eine klare statistische Korrelation nachweisen zwischen der dokumentierten Einhaltung der Prozessparameter via IEP und der Einhaltung der labortechnischen Überwachung durch DSC-Analyse. Da drängt sich förmlich die Überlegung auf, dass die gesicherte Dokumentation letztlich zur gleichen Qualität führt wie die nachträgliche Laboruntersuchung."

Da nun aber die Dokumentation "quasi null Zusatzkosten" erzeuge, so Michel, eine Laboruntersuchung von Probestücken des Liners jedoch mit etwa 10 bis 15 % auf die Gesamtkosten durchschlage, sei die Qualitätssicherung durch systematische Einbindung der IEP auf jeden Fall und bei gleicher Ergebnissicherheit die deutlich wirtschaftlichere Alternative.

Ein Gedanke, für den er nun bei Kommunen wirbt, die zwar sichere Qualität in sanierten Hausanschlüssen und Grundleitungen nachgewiesen haben wollen, aber zugleich bestrebt sind, ihre Bürger nicht über Gebühr mit prinzipiell vermeidbaren Kosten zu belasten. Michel schwebt durchaus auch eine Kompromissmöglichkeit vor: "Man sollte ja durchaus Stichproben zwecks Laboranalyse nehmen und, wenn diese wider Erwarten aus dem Ruder laufen, noch den Gesamtbestand beproben. Dann kann man ja praktisch gar nichts mehr verkehrt machen." Bleibt abzuwarten, ob sich Netzbetreiber finden, denen die Logik dieser Strategie einleuchtet. Ohne organisatorische und technische Handlungsmodelle, die für die Betroffenen auch wirtschaftlich optimiert sind, dürfte sonst das Thema "Sanierung der Grundstücksentwässerung" möglicherweise trotz zwingender Gesetzeslage kaum vom Fleck kommen.


Kontakt:
PKT Pader Kanal Technik Rohr Frei GmbH
Herr Gerhard Michel
Teutoburger Straße
33104 Paderborn-Sennelager
Tel.: 05254 / 9951-0
E-Mail: gmichel@pktec.de
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