Ein Liner für Kassels "Ur-Kanäle"

27.07.2015

Die Abwasserkanäle in der Oberen Königsstraße in Kassels Altstadt gehören mit 130 Jahren Betriebsdauer zum ältesten historischen Bestand des Kasseler Kanalisationsnetzes. Kein Wunder, dass sie inzwischen sanierungsbedürftig sind. Im April 2015 wurden sie daher durch Schlauchlining mit einem UV-Licht-härtenden GFK-Liner für weitere Betriebsjahrzehnte fit gemacht. Zum Auftragsbestand der Swietelsky-Faber GmbH Kanalsanierung gehörte überdies die Sanierung der zugehörigen Schachtbauwerke.

Schon 1872 wurde in Kassel der erste, aus Sandsteinquadern bestehende Abwassersammler gebaut, von dem heute noch rund 20 Meter existieren. 1886 kamen in der Königstraße in der Kasseler Altstadt zwei weitere Kanäle hinzu: ein Tonrohr DN 300 und ein gemauertes Eiprofil. Beide sind heute noch erhalten und auch in Betrieb, erwiesen sich bei einer Inspektion allerdings als deutlich sanierungsbedürftig.

Da die Untere und die Obere Königsstraße inzwischen die zentralen Achsen der Innerstädtischen Fußgängerzone und zugleich Trasse mehrerer Straßenbahnlinien sind, waren die erforderlichen Sanierungsarbeiten unbedingt in grabenloser Bauweise auszuführen. Eine offene Großbaumaßnahme an den bis zu 4 Meter tief liegenden Kanälen hätte Verkehr und Einzelhandel in Kassels City über Monate hinweg ins Chaos gestürzt.

Nach sorgfältiger Abwägung aller Umstände und Randbedingungen schrieb Netzbetreiber KASSELWASSER die beiden Kanäle schließlich zur Sanierung im Schlauchlining-Verfahren aus. Bei der verfahrensoffenen Ausschreibung setzte sich die Niederlassung Kassel der Swietelsky-Faber GmbH Kanalsanierung unter Regie von Dipl.-Ing. Bernd Schäfer mit einem Gebot durch, das auf UV-Licht-härtenden GFK-Linern des Berolina Liner-System basierte.

Für die lichthärtende Glasfasertechnologie sprachen nicht zuletzt die Faktoren Zeit und Flexibilität. Einerseits musste angesichts der extremen Belastung mit Fußgänger und Straßenbahnverkehr im unmittelbaren Baubereich die Bauzeit auf das absolute Minimum reduziert werden; aus dem gleichen Grunde war aber auch eine minimalistisches, hoch bewegliches Equipment gefordert. Beides bieten lichthärtende Schlauchlining-Systeme in Idealform.

Um das gesamte Projekt so schnell wie möglich zu realisieren, wurde die Sanierung auf insgesamt zwei Bauabschnitte reduziert. Im ersten wurde ein 140 Meter langer Liner DN 300 in das Steinzeugrohr in der Oberen Königsstraße eingezogen, mit Luftdruck formschlüssig aufkalibriert und dann von einer UV-Einheit mit 4000/8000 Watt Strahlungsleistung binnen vier  Stunden ausgehärtet - alles innerhalb eines Arbeitstages. Im einem vergleichbaren Zeitkorridor wurde einige Tage später das 210 Meter lange Eiprofil 600/900 mit vier GFK-Linern saniert - ein Zeitablauf exakt nach den Vorstellungen des Auftraggebers.

Begünstigt wurde ein schneller, störungsfreier Bauablauf dadurch, dass man für die Bauzeit keine technische Wasserhaltung für den Niederschlagsfall vorsehen musste. Aufgrund einer Jahre zuvor vorgenommenen Umstrukturierung im Abwassernetz der Kasseler Innenstadt war es mit geringem Aufwand möglich, den Abwasserfluss auch im Starkregenfall ohne Pumpeneinsatz auf parallel gelegene Kanäle umzuleiten.

Im Anschluss an die gelungene Renovierung der historischen  Abwasserkanäle widmeten sich die Sanierungsfachleute aus Blomberg den Schachtbauwerken, über welche die Rohre erreichbar sind. Sie wurden nach gründlicher Reinigung mit einer Zentmörtelbeschichtung instand gesetzt. Dabei kam ein von Swietelsky-Faber erst wenige Wochen zuvor angeschafftes Schachtsanierungs-Spezialfahrzeug zum Einsatz, das von der MC-Bauchemie GmbH nach dem neuesten Stand der Technik und den Vorstellungen des Auftraggebers konzipiert und ausgerüstet worden war.


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