Fit für die Praxis: Schulungen der Gütegemeinschaft Güteschutz Kanalbau

08.02.2012

Das RAL-Gütezeichen Kanalbau bietet Auftraggebern und Ingenieurbüros eine wichtige Orientierungshilfe bei der Vergabe von Aufträgen. Dabei sind Fachkunde und Qualifikation des eingesetzten Personals neben der Zuverlässigkeit und der Leistungsfähigkeit der GütezeichenInhaber wichtige Entscheidungskriterien. Grundlage hierfür sind gut und praxisnah ausgebildete Mitarbeiter, die ihre berufliche Qualifikation in Fort- und Weiterbildung kontinuierlich weiterentwickeln. Sie stärken nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit: Qualifiziertes Arbeiten trägt entscheidend zur Sicherheit auf den Baustellen bei, ebenso wie zu einer hochwertigen Ausführungsqualität.

Zusammengenommen bilden diese Aspekte die Grundlage für einen erfolgreichen und nachhaltigen Umgang mit unserer Kanalinfrastruktur. Folgerichtig gibt es viele Überschneidungen mit den Aufgaben und Zielen der RAL-Gütegemeinschaft Kanalbau. Die Gütegemeinschaft hat den Zweck, die Umweltverträglichkeit von Abwasserleitungen und -kanälen zu verbessern und damit den Verunreinigungen von Grundwasser und Boden durch undichte Kanäle entgegenzuwirken und die Öffentlichkeit vor einer Gefährdung durch unsachgemäße Arbeiten zu schützen. Zu diesem Zweck hat die Gütegemeinschaft verschiedene Aufgaben zu erfüllen. Hierzu zählen Schulungen und Veranstaltungen mit der Zielsetzung, die Qualität bei der Herstellung und Instandhaltung von Abwasserleitungen und -kanälen zu verbessern. Diese Schulungen bieten eine gute Möglichkeit zur Auffrischung der Kenntnisse, die in den entsprechenden Grundlagen- und Ausbildungskursen der DWA erworben wurden.
 
Umfangreiches Schulungsprogramm für Gütezeichen-Inhaber
Diese Aufgabe erfüllt die Gütegemeinschaft Kanalbau seit vielen Jahren unter anderem mit einem Angebot kostengünstiger, standort- und praxisnaher Seminare für Gütezeichen-Inhaber, die vorwiegend in den Wintermonaten stattfinden. Von Januar bis April 2012 stehen auf dem Programm: 71 Seminare „Kanalbau in offener Bauweise“, 4 Seminare „Rohrvortrieb“, 5 Seminare „Kanalsanierung“, 8 Seminare „Inspektion“, 6 Seminare „Reinigung“, 8 Seminare „Dichtheitsprüfung“ sowie 6 Seminare „Neubau und Prüfung von Entwässerungssystemen auf Grundstücken“.
 
In den Schulungen werden die Anforderungen der DIN EN-, DIN- und DWA-Regelwerke zur fachgerechten Ausführung dargestellt. Gütezeichen-Inhaber sichern durch überbetriebliche Fortbildung die Qualifikation der Mitarbeiter, die damit auf dem aktuellen Kenntnisstand der allgemein anerkannten Regeln der Technik sind. Entsprechend den Güte- und Prüfbestimmungen der jeweiligen Beurteilungsgruppe nehmen die Mitarbeiter turnusgemäß an diesen oder alternativen Schulungsangeboten teil. Über das ganze Bundesgebiet verteilt finden so genannte „offene“ Seminare statt, welche die Mitarbeiter der Firmen zu bestimmten Terminen an einem Ort in ihrer Nähe besuchen können.
 
Eine weitere Möglichkeit: Bei einer Mindestteilnehmerzahl von zehn Mitarbeitern kann mit der Gütegemeinschaft Kanalbau ein Termin im Unternehmen vereinbart werden. Bei diesen „Inhouse-Seminaren“ kann individuell auf gewünschte Schwerpunkte eingegangen werden.
 
Im vergangenen Jahr fanden zur überbetrieblichen Fortbildung für Gütezeichen-Inhaber 99 „offene“ und 215 „Inhouse“-Schulungen statt. Inhalt der aktuellen Veranstaltungsreihe sind unter anderem die aktualisierten Leitfäden für die Eigenüberwachung. Die Teilnehmer der Veranstaltungen erhalten umfangreiche Unterlagen.
 
Gütezeichen-Inhaber erhalten alle Informationen zu den Schulungsmaßnahmen. Interessenten können sich darüber hinaus unter www.kanalbau.com über die angebotenen Schulungen informieren.
 
Auftraggeber-Fachgespräche
Mit den Auftraggeber-Fachgesprächen bietet die Gütegemeinschaft Kanalbau eine weitere Diskussionsplattform zur qualitätsgerechten Herstellung und Instandhaltung von Abwasserleitungen und -kanälen an, die sich speziell an Auftraggeber und Mitarbeiter von Ingenieurbüros wendet.
 
In den Monaten Mai bis Dezember fanden im vergangenen Jahr insgesamt 64 Auftraggeber-Fachgespräche statt. 35 Mal ging es um das Thema „Kanalbau in offener Bauweise“, 4 Veranstaltungen beschäftigten sich mit dem Thema „Rohrvortrieb“, 18 mit der „Kanalsanierung“ und 7 mit „Kanalinspektion, Reinigung, Dichtheitsprüfung“. Zu den inhaltlichen Schwerpunkten der Veranstaltungen zählten neben „Technischen Entwicklungen und Neuerungen im Regelwerk“, „Anforderungen an die Eignung der Unternehmen“, „Grundlagen der Qualitätssicherung bei Planung und Ausschreibung“ sowie „Besondere Aspekte fachgerechter Ausführung und Gütesicherung“. Diese Themen sind besonders auf die Zielgruppe zugeschnitten. Hierbei handelt es sich um Ingenieure, Techniker und Verwaltungsangestellte aus Entwässerungsbetrieben, Abwasserverbänden, Beratende Ingenieure und Projektbearbeiter aus Ingenieurbüros, Projektingenieure und Verwaltungsangestellte aus Aufsichts- und Genehmigungsbehörden sowie Bauabteilungen des Landes und der Industrie. Die Veranstaltungsreihe wird in diesem Jahr fortgesetzt.
 
Zertifizierter Kanalsanierungsberater
Gemeinsam mit der DWA Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V., dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V., dem Rohrleitungssanierungsverband e.V. und dem Zentralverband des Deutschen Baugewerbes e.V. ist die RAL-Gütegemeinschaft Güteschutz Kanalbau Träger einer Fördergemeinschaft für die Sanierung von Abwasserleitungen und -kanälen. Hiermit wurde bereits 1997 eine Ausbildungsmöglichkeit zum „Zertifizierten Kanalsanierungsberater“ geschaffen. Das gemeinsame Ziel: Die Vermeidung von Fehlern in der Kanalsanierung und die Förderung der Qualifikation in Ingenieurbüros, bei Auftraggebern und in ausführenden Firmen.
 
Viele der vom Güteausschuss der RAL-Gütegemeinschaft Kanalbau beauftragten Prüfingenieure haben diesen Lehrgang ebenfalls absolviert. Die Gütegemeinschaft verfolgt hiermit zwei Ziele: Zum einen wird der Wissens-Pool erweitert. Zum anderen verfügt die Gütesicherung damit über weitere Spezialisten, die Auftraggebern, Planern und ausführenden Unternehmern jederzeit kompetent zur Seite stehen können.
 
Grundlagenwissen erweitern
Die Fortbildung bietet eine gute Möglichkeit, Grundlagenwissen zur Beurteilung der Einsatzfähigkeit der bekannten und neu auf den Markt kommenden Sanierungsverfahren zu erweitern. Insgesamt wird eine umfangreiche Darstellung über den heutigen Stand der Technik in der Kanalinspektion und -sanierung vermittelt. Der 4-wöchige Kurs behandelt unter anderem folgende Themen: Planung nach VOB/C und ZTV, Ziele und Umsetzung von Sanierung, Kanalbau, Rechtsgrundlagen, Arbeits- und Gesundheitsschutz, Inspektionsverfahren, Kanalzustandsklassifizierung, Zustandsbewertung, Verfahrensüberblick der Sanierung, Reparaturverfahren, Renovierung, Erneuerung, Dichtheitsprüfung, Sanierungsstrategien und Fallbeispiele, RAL-Gütesicherung, Qualitätssicherung, Wirtschaftlichkeitsberechnungen, Ausschreibung, Vergabe, und Bauausführung, Bau- und Vergaberecht.
 
Alle Themen beziehen sich sowohl auf die öffentliche Kanalisation als auch auf Grundstücksentwässerungsanlagen. Nach bestandener Prüfung erfolgt die Zertifizierung der Teilnehmer zum ’Zertifizierten Kanalsanierungsberater‘.

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