Forscher aus 13 Ländern wollen Trinkwasser sicherer machen
25.04.2013
Der Zugang zu sauberem Wasser ist ein Menschenrecht. Dass es in Europa zuverlässig frisch aus dem Hahn kommt, ist das Ziel von „Aquavalens“. Experten aus 13 EU-Ländern arbeiten – unter der Federführung der University of East Anglia in Norwich, Großbritannien – in den kommenden fünf Jahren daran, die Diagnostik von im Wasser lebenden Krankheitserregern zu verbessern und Präventionsstrategien für Infektionen zu entwickeln.
Innerhalb von „Aquavalens“ wird Manfred Höfle den Arbeitsbereich Mikrobiologie leiten. Der HZI-Wissenschaftler kann hier seine Expertise aus früheren EU-Projekten einbringen.
Laut Prof. Paul Hunter von der Norwich Medical School an der University of East Anglia, dem leitenden Wissenschaftler des Aquavalens-Projekts, ist es um die Sicherheit des Trinkwassers in weiten Teilen Europas so gut bestellt wie nirgends sonst in der Welt. Dennoch: Rund 330 000 Fälle von Erkrankungen durch verseuchtes Wasser treten nach Angaben der WHO alljährlich in Europa auf. Auslöser sind unter anderem krankheitserregende Varianten des Darmkeims Escherichia coli oder das Norovirus, ein gefürchteter Verursacher der Magen-Darm-Grippe, aber auch Kryptosporidien, eine weltweit vorkommende Gruppe von Parasiten. „Mit den Technologien, die wir gegenwärtig haben, kann es zwei Tage oder länger dauern, bis Infektionsrisiken im Trinkwasser identifiziert sind“, erklärt Paul Hunter – in dieser Zeit haben oft schon viele Menschen von dem belasteten Wasser getrunken.
Hier soll Aquavalens Abhilfe schaffen. Das mit 9 Millionen Euro von der Europäischen Kommission geförderte Projekt, das heute an den Start geht, will Forschung und Entwicklung voranbringen, um die Wassernutzung in der EU sicherer zu machen. Zum einen wollen die Wissenschaftler die Diagnostik von im Wasser lebenden Erregern verbessern, um einen wesentlich schnelleren und hochempfindlichen Nachweis leisten zu können. „Dazu entwickeln wir molekularbiologische Methoden weiter“, erklärt Manfred Höfle vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI). „Mit diesen Methoden lassen sich Gen-Abschnitte oder Biomoleküle, die für bestimmte Krankheitserreger typisch sind, schnell und zuverlässig nachweisen.“ Grundlagen dafür hat Höfle bereits als Koordinator früherer EU-Projekte zur Trinkwassersicherheit gelegt, etwa „Aqua Chip“ und „Healthy Water“.
Zum anderen plant das Konsortium eine breit angelegte europäische Feldstudie, um das Vorkommen von Erregern im Wasser zu untersuchen, Rückschlüsse auf regulierende Faktoren für deren Auftreten zu ziehen und Strategien zur Vorbeugung zu entwickeln. Dazu werden die Wissenschaftler alle für den menschlichen Konsum bestimmten Wasserquellen berücksichtigen. Neben Trinkwasser betrifft dies auch die Wassernutzung in der Lebensmittelindustrie. „Aquavalens wird dabei das gesamte Spektrum aller bislang für Europa als relevant erkannten Viren, Bakterien und Einzeller abdecken“, erklärt die HZI-Forscherin Ingrid Brettar.
Um diese zahlreichen Aufgaben zu bewerkstelligen, arbeiten 39 wissenschaftliche Gruppen zusammen, darunter Biologen, Ingenieure und Wasserfachleute aus Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen. Gemeinsam mit Behörden, Lebensmittelindustrie und Wasserversorgern sollen die von Aquavalens erarbeiteten Strategien dann umgesetzt werden, um eine optimale Trinkwassersicherheit für Europa zu gewährleisten.
Auch mögliche Folgen der Klimaerwärmung werden im Fokus stehen: „Bedingt durch die Klimaerwärmung ist zu erwarten, dass sich viele wasserbürtige Erreger stärker vermehren und leichter neue Lebensräume und bessere Überlebensmöglichkeiten finden werden“, erklärt HZI-Forscher Höfle.
Weitere News und Artikel
27.09.2023
News
Leitungsbau geht viral!
Über 2.500 Follower, mehr als zweieinhalb Millionen Views und an die 100.000 Likes: In weniger als zwei Monaten hat sich der pipeline.31-Kanal auf TikTok zu einer unfassbaren Erfolgsgeschichte entwickelt.
25.09.2023
News
Welche Gesetze erleichtern den Bau von Wasserfern- und Verbundleitungen?
Der Bedarf an Wasserfern- und Verbundleitungen dürfte aufgrund der Folgen des Klimawandels zukünftig erheblich ansteigen. Die Auswirkungen der Trockenphasen auf die Wasserversorgung sind bereits an vielen Stellen in Deutschland sichtbar und werden noch ansteigen. Das macht einen erheblichen Aus- und …
22.09.2023
News
Betontrennmittelemulsionen auf Basis nachwachsender Rohstoffe
MC-Bauchemie hat mit der Ortolan Bio 800er-Reihe eine neue Produktfamilie auf den Markt gebracht. Die Betontrennmittelemulsionen Ortolan Bio 800 und Ortolan Bio 880 wurden speziell für glatte Sichtbetone entwickelt und überzeugen durch besonders umweltfreundliche Eigenschaften.
20.09.2023
Fachartikel
Energiesparend: Pumpen sollten Herzschlag folgen
Das Pumpen von Flüssigkeiten scheint ein gelöstes Problem zu sein, aber die Optimierung dieses Prozesses ist immer noch ein aktives Forschungsgebiet. Jede Anwendung – von Industrie bis Haushalt – würde von Energieeinsparungen profitieren. Forscher des Institute of Science and Technology …
18.09.2023
News
BRAWO® SYSTEMS verlängert und erweitert seine DIBt Zulassung für den erdverlegten Bereich
BRAWO® SYSTEMS hat das vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) vorgegebene umfangreiche Prüfprogramm erfolgreich absolviert und seine Zulassung für den erdverlegten Bereich erweitert.
15.09.2023
News
Marschengräben – Ökologisch ausgerichtete Gewässerunterhaltung und aktuelle Entwicklungen
Die DWA hat das Merkblatt DWA-M 622-2 „Marschengräben – Ökologie und Unterhaltung – Teil 2: Ökologisch ausgerichtete Gewässerunterhaltung und aktuelle Entwicklungen“ veröffentlicht.
13.09.2023
News
Ruhrverband mit dem DWA-Klimapreis ausgezeichnet
Der Ruhrverband hat den 3. Platz beim erstmals ausgeschriebenen Klimapreis 2023 der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) gewonnen.
11.09.2023
News
Flächenbündig ohne Höhen und Tiefen
Stolperfallen und gefährliches Absacken durch den richtigen Einbau von Schachtabdeckungen vermeiden
08.09.2023
News
Gütegemeinschaft Entwässerungstechnik e. V. (GET) Kompakt Info 95
Wassergefährdende Stoffe dürfen nicht in die Umwelt gelangen. Deshalb müssen Leichtflüssigkeitsabscheideranlagen zum Schutz gegen Austrag von Leichtflüssigkeiten eine Überhöhung gegenüber dem tiefsten Zulauf sowie gegenüber der Rückstauebene aufweisen. Ein Fachkundiger für Abscheideranlagen gibt Tipps, was zu tun ist.
06.09.2023
News
DIRINGER & SCHEIDEL (D&S) übernimmt Druckrohr- und Kanalsanierungssparte der RTi Austria GmbH in die neu gegründete DIRINGER & SCHEIDEL AUSTRIA GMBH
Mit der Unterzeichnung des Kaufvertrags hat die DIRINGER& SCHEIDEL Rohrsanierung GmbH & Co. KG aus Mannheim, Deutschland Teile der traditionsreichen RTi Austria GmbH mit Sitz in Pucking, Österreich übernommen. Es handelt sich dabei um die grabenlose Druckrohr- und Kanalsanierungssparte, deren …
31.08.2023
News
Erstellung eines Arbeitsberichts „Plant Wide Control“ – Vernetzte Automatisierungslösungen auf Kläranlagen
Die DWA plant die Erstellung eines Arbeitsberichts „Plant Wide Control“ – Vernetzte Automatisierungslösungen auf Kläranlagen.
30.08.2023
News
Kanalgipfel 2023: Wasserwirtschaft in der Region - Stand und Perspektiven
Die Entwässerungssysteme unserer Städte sind ein wesentlicher Bestandteil des kommunalen Anlagevermögens. Die große Zukunftsaufgabe, vor der viele Kommunen stehen, besteht in einer fundierten technischen und wirtschaftlichen Bewertung dieser langlebigen Anlagen. Der Kanalgipfel bietet eine Hilfestellung für eine detaillierte und konsistente …
Kontakt
Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung
Manfred Braun
Inhoffenstraße 7
38124 Braunschweig
Deutschland
Telefon:
+49 (0) 531 / 6181-1400
Fax:
+49 (0) 531 / 6181-1499