Funktions- und Gebrauchstauglichkeit von Schachtabdeckungen: Tipps für eine lange Lebensdauer

26.11.2020

Schachtabdeckungen sind auf Straßen und Betriebshöfen vielen Beanspruchungen ausgesetzt. So zum Beispiel Kanalgasen von unten sowie Sonne, Regen und im Winter Frost und Tausalz von oben.

Besonders stark ist die Belastung der Deckel jedoch durch Millionen von Autos und LKWs, die über sie hinwegrollen. Dennoch sollen die Abdeckungen lange halten, einwandfrei funktionieren, leicht handhabbar und wirtschaftlich sein.

Tipp 1: Rostsichere Schrauben gemäß RAL-GZ 692

Bei Schachtabdeckungen ist vieles durch Normen geregelt, nicht jedoch die Schrauben und Verriegelungen. Deren Maße, Werkstoffe, Konstruktion und Werkstoffkombination spielen jedoch eine große Rolle. Nicht alle Werkstoffe vertragen sich miteinander.

Zudem weiß man aus langjähriger Praxis, dass galvanisch verzinkte oder feuerverzinkte Schrauben dem Angriff z. B. von Oberflächenwasser nicht dauerhaft standhalten, da dieses im Winter durch Tausalz Chlorid-haltig ist.

Nach kurzer Zeit sind die Schrauben im Deckel oder Rost so angegriffen, dass sie nicht mehr bedienbar sind. Deshalb werden nach den Güteanforderungen von RAL-GZ 692 nur Schrauben und Bolzen aus Cr.Ni. Stahl der Mindestgüte 1.4301 verwendet.

Tipp 2: Leicht bedienbare und belastbare Schrauben und Gewinde

Die meisten Schachtabdeckungen im öffentlichen Verkehrsraum liegen in Fahrbahnen, Seitenstreifen und Parkflächen, die für alle Arten von Straßenfahrzeugen zugelassen sind. Hier wird mindestens die Belastungsklasse D400 gefordert. Gemäß der GET-Güterichtlinie RAL-GZ 692 müssen Schachtabdeckungen und Aufsätze, deren Deckel und Roste mit Schrauben gesichert sind, für die Klassen C250 bis F900 mindestens mit einem Gewinde M16 und für die Klassen A15 bis B125 mindestens mit einem Gewinde M12 ausgeführt werden.

Mit diesen, über Jahrzehnte bewährten Dimensionierungen, wird die Wirtschaftlichkeit, die Funktion und die Bedienbarkeit durch das Wartungspersonal mit Arbeitsschutzkleidung und Handschuhen sichergestellt.

Tipp 3: Hoch druckfester Beton gemäß RAL-GZ 692

Ob ein Produkt dauerhaft und langlebig ist, hängt unter anderem von den verwendeten Werkstoffen, der Werkstoffkombination und der Dimensionierung ab. Bei Deckeln und Rahmen kommt oft die Kombination von Beton und Gusseisen zum Einsatz. Beton muss in diesem Einsatzbereich druck- und verschleißfest sein und eine hohe Frost- und Tausalzbeständigkeit haben.

Deshalb fordert GET für Beton in Schachtabdeckungen zusätzlich zur normativ geforderten Mindestdruckfestigkeit von C35/45 die Expositionsklassen XC4, XD2 und XF4 nach DIN EN 206-1 (2001-07) und DIN 1045-2 (2008-08).

Tipp 4: Beton muss beständig sein gegen Taumittel und gegen Frost-Tau-Wechsel

Im Winter wird hierzulande oft Tausalz zur Vermeidung und Beseitigung von Glatteis gestreut. Für Beton in Schachtabdeckungen fordert GET deshalb in ihren RAL-Güteanforderungen Beständigkeit gegen Taumittel und Salze nach DIN 1045-2 (2008-08).

Außerdem muss Beton in der Verkehrsfläche auch beständig gegen Frost-Tau-Wechsel sein. Der Beton muss die hohen Anforderungen und Prüfungen nach DIN EN 1338 (Pflastersteine aus Beton - Anforderungen und Prüfverfahren), Anhang D (Bestimmung der Widerstandsfähigkeit gegen Frost-Tau-Wechsel mit Tausalz) erfüllen.

Tipp 5: Zwölf Monate Praxisbewährung

Produkte sollen in der Praxis dauerhaft sicher funktionieren. Deshalb hat GET eine zwölfmonatige Praxisbewährung in der Güterichtlinie RAL-GZ 692 verankert. Erst nachdem neue Produkte sich zwölf Monate im Markt bewährt haben, können sie mit dem RAL-GZ 692 ausgezeichnet werden.

Bauteile mit dem Gütezeichen haben den Praxisnachweis für Funktionalität bei allen Witterungsbedingungen wie z.B. Hitze, Nässe, Frost und den damit verbundenen unterschiedlichen Beanspruchungen erbracht.

Das Gütezeichen RAL-GZ 692 basiert auf langjährigen, praxiserprobten Anforderungen. Es fordert bewährte und geprüfte Produkteigenschaften und schließt Lücken in Normen und Regelwerken. Das RAL Gütezeichen der GET leistet so einen wesentlichen Beitrag für die dauerhafte Funktions- und Gebrauchstauglichkeit von Schachtabdeckungen und Aufsätzen.

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