Goldener Kanaldeckel 2009: Grundstücksentwässerung, Hochwasserschutz, Fremdwasser

18.11.2009

In diesem Jahr hat das IKT zum achten Mal den Preis "Goldener Kanaldeckel" vergeben. Während des IKT-Forums "SCHACHT 2009" wurden am 4. November 2009 drei Mitarbeiter von Stadtentwässerungen für ihre Projekte aus den Bereichen Grundstücksentwässerung, Hochwasserschutz und Fremdwasser geehrt.

Die Laudationes hielt Staatssekretär Dr. Alexander Schink vom NRW-Umweltministerium. Ausgezeichnet mit einem Preisgeld, einer Trophäe in Form eines goldfarbenen Kanaldeckels mit einem Durchmesser von 10 cm und einer Anstecknadel wurden drei Projektleiter für ihren Einsatz in ganz unterschiedlichen Bereichen.


1. Platz:
Preisträger: Dipl.-Ing. Heinz Brandenburg, gemeinsam mit Dipl.-Ing. Stefan Müller, Stadtentwässerungsbetriebe Köln, AöR
Projekt: "Umsetzung der Anforderungen zur Dichtheitsprüfung privater Anschlussleitungen in Köln"
Preisgeld: 3.000,00 EUR
2. Platz:
Preisträger: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Beiersdorf, Stadt Elmshorn
Projekt: "Aufstellung eines mit Messdaten kalibrierten Kanalnetzmodells in Zusammenwirken mit einem tidebehafteten Vorfluter"
Preisgeld: 2.000 EUR
3. Platz:
Preisträger: Dipl.-Ing. Stephan Ide, Lilienthaler Entsorgungsbetriebe
Projekt: "Web-Management im Bereich Schmutzwasserkanal"
Preisgeld: 1.000 EUR

Preisträger Heinz Brandenburg und Stefan Müller
Unter dem Motto "Jot för Kölle!" macht die StEB Köln auf die Anforderungen des §61a für private Grundstückseigentümer aufmerksam. Brandenburg und Müller haben dazu eine Kommunikationskampagne ins Leben gerufen mit der zentralen Botschaft: Dichtheitsprüfung trägt zum Grundwasserschutz und zur Lebensqualität in Köln bei.

Außerdem fördern Dichtheitsnachweise den Werterhalt von Immobilien. Die beiden Projektleiter haben eine umfangreiche Informationskampagne konzipiert, die mit Hilfe einer Werbeagentur umgesetzt wurde. Dazu gehören u.a. ein Puppenspiel des berühmten Hänneschen-Theaters. Das trockene Thema Dichtheitsprüfung wird spielerisch und augenzwinkernd vermittelt. Weitere Instrumente sind ein Internetauftritt, Anschreiben, Präsentationen, Broschüren, Infofilme, Anzeigen, Infostände und Werbung auf StEB-Fahrzeugen.

Diese Kampagne erfährt sehr große Resonanz in den Lokalzeitungen und im Lokalfernsehen. So wird in Köln die breite Öffentlichkeit über das Thema Dichtheitsnachweise für private Grundstücksleitungen aktiv und erfolgreich informiert. Dieses Projekt ist das größte seiner Art und hat bereits weit über die Grenzen Kölns hinaus große Beachtung gefunden.

Preisträger Thomas Beiersdorf
Der Preisträger überprüfte den Generalentwässerungsplan der Stadt Elmshorn mittels einer Durchflussmess-Kampagne und stellte fest, dass dieser fehlerhaft ist. Es ergaben sich in der Praxis sehr hohe Abweichungen von bis zu 400% zu den berechneten Werten. Er erstellte daraufhin einen neuen, detaillierten Sanierungsstufenplan, der zahlreiche, bereits beschlossene hydraulische Sanierungsmaßnahmen überflüssig machte. Dies ersparte dem Gebührenzahler mehrere Millionen EUR.

Gleichzeitig stimmte der Preisträger die Maßnahmen des neuen Sanierungsstufenplans mit den Notwendigkeiten des Hochwasserschutzes am sturmflutgefährdeten Vorfluter der Stadt Elmshorn ab. Dies ist ein Vorgehen, dessen Sinnhaftigkeit das Elbhochwasser im Jahr 2002 schlagartig verdeutlichte.

Der Preisträger hat dieses sehr komplexe Projekt initiiert und mit Weitsicht und Ausdauer über mehrere Jahre hinweg geleitet und umgesetzt.

Preisträger Stephan Ide
Ziel der Lilienthaler Entsorgungsbetriebe ist es, Fremdwasser zu eliminieren, um die Abwassergebühren stabil halten zu können. Dazu führte der Preisträger ein internetbasiertes Managementsystem für die Schmutzwasserkanalisation ein.

Zahlreiche Messeinrichtungen wurden eingerichtet, die Niederschläge und Grundwasser sowie Durchflussmengen an Regenrückhaltebecken und Pumpwerken messen. Das Auslesen der Messdaten erfolgt nicht mehr wie bislang üblich vor Ort an den Geräten.

Vielmehr werden die Daten per Funk in Echtzeit an einen zentralen Server gesendet. Von dort aus werden sie mit einem Standard-Internetbrowser abgerufen und ausgewertet. Dies erspart im erheblichen Umfang Personalkosten.

Die aus den großen Datenmengen gewonnenen Erkenntnisse werden eingesetzt, um die Sanierungsplanung des öffentlichen Kanalnetzes systematisch und kostengünstig aufzustellen. Ebenso werden sie zur Planung von Neubaugebieten genutzt.

Das System ist darüber hinaus auch sehr bürgerfreundlich, weil es dem einzelnen Grundstückseigentümer sehr schnell aussagekräftige Daten für sein Grundstück liefert, nach denen er den Betrieb seiner Anlagen ausrichten kann.

Somit hat der Preisträger mit seinem Internet-Projekt in einer kleinen Gemeinde mit weniger als 20.000 Einwohnern ein vorbildliches und preiswertes Managementsystem für die Schmutzkanalisation aufgebaut.


Kontakt:
IKT – Institut für Unterirdische Infrastruktur
Daniela Brown
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