Grundstücksentwässerung als Veranstaltungs-Highlight

16.06.2009

Der 1. Deutsche Tag der Grundstücksentwässerung in Dortmund: Mehr als 450 Fachleute aus dem gesamten Bundesgebiet nahmen am 13. Mai 2009 auf Einladung der Technischen Akademie Hannover und des IKT - Instituts für Unterirdische Infrastruktur am "1. Deutschen Tag der Grundstücksentwässerung" teil. Unter Moderation von IKT-Geschäftsführer Roland W. Waniek hörten sie eine Vielzahl aktueller Fachvorträge.

Im Brennpunkt stand vor allem die neue Rechtslage in NRW im Fokus der Vorträge und Diskussionen. Die 2008 ins nordrhein-westfälische Landeswassergesetz aufgenommene Dichtheitsprüfpflicht für Grundstücksentwässerungsanlagen hat nicht nur bei den über drei Millionen Grundstückseigentümern des Landes in NRW beispiellosen Handlungsbedarf ausgelöst: durch § 61a LWG sind die Kommunen zu Information und Beratung der Grundstückseigentümer verpflichtet. Die Größenordnung der nachfolgenden Sanierungs-Aufgabe illustrierte Roland W. Waniek: Bei geschätzten Sanierungskosten pro Grundstück zwischen 3000 und 7000 EUR sei in NRW mit rund 20 Milliarden EUR und bundesweit mit 100 Milliarden EUR Sanierungsaufwand zu rechnen. Ministerialdirigent Hans-Josef Düwel vom NRW-Umweltministerium verdeutlichte, vor welcher Herausforderung man steht: Neben 90.000 Kilometern öffentlicher Kanäle in NRW, seien rund 200.000 Kilometer privater Entwässerungsanlagen gemäß §61a LWG auf Dichtheit zu prüfen, ein großer Teil davon sogar noch vor Ablauf des Jahres 2015. Zum Vollzug der Beratungspflicht setzte man aber die Kommunen in die Lage, dieser Pflicht durch Personalaufstockung nachzukommen (§ 53c LWG).

Nach Darstellung der rechtlichen und organisatorischen Grundlagen standen Modelle der praktischen Umsetzung im Fokus der Veranstaltung – vom "Lünener Entwässerungspass" über den Grundstücks-Klassiker Göttingen bis hin zum beispielhaften Vorgehen der kleinen badischen Gemeinde Schwanau. In Lünen haben die Entwässerungsbetriebe eigens eine private Servicegesellschaft mit einem großen Entsorger gegründet, um die Beratungs- und Koordinationsaufgaben in der nötigen Form lösen zu können. Damit hat nun auch "Big Business" den Milliardenmarkt Grundstücksentwässerung entdeckt.

Aus der Gemeinde Billerbeck wurde berichtet, wie man der heiklen Problematik sanierungsbedingt ansteigender Grundwasserhorizonte durch Bau eines eigenen Drainagewassernetzes technisch und rechtlich Herr wurde. Im Weiteren standen vor allem technische Fragen von Inspektion, Dichtheitsprüfung und Sanierung im Fokus des "1. Deutschen Tags der Grundstücksentwässerung". Von kompetenter Seite wurde der Stand der Technik vorgestellt. Eine landesweite kommunale Plattform zur Umsetzung des § 61a LWG hat das IKT mit dem Kommunalen Netzwerk Grundstücksentwässerung (KomNetGEW) ins Leben gerufen. Deren Leistungen umfassen neben technisch organisatorischer Beratung ebenso die Netzwerkorganisation, die Zertifizierung von Sachkundigen bis hin zur Erstellung von Material für die Öffentlichkeitsarbeit.

Dass die Hoffnungen von Grundstückseigentümern auf Versicherungsleistungen für defekte Grundleitungen oft trügerisch sein können, verdeutlichte in Dortmund ein Experte der Versicherungswirtschaft. Abgesehen davon, dass Verschleißschäden wie undichte Muffen gar nicht gedeckt sind, obliegt dem Kunden der -in der Praxis meist schwer zu erbringende- Nachweis, dass ein Schaden erst nach Abschluss der Versicherung eingetreten ist . Angesichts der rundum positiven Bilanz von Kongress und begleitender Ausstellung weiß Veranstalter Dr. Igor Borovsky von der Technischen Akademie Hannover jedenfalls, dass der "1. Deutsche Tag der Grundstücksentwässerung" gewiss nicht der letzte bleibt .


Kontakt:
Technische Akademie Hannover e.V.
Dr. Igor Borovsky
Wöhlerstraße 42
30163 Hannover
Tel.: 0511 / 394 33-30
Fax: 0511 / 394 33-40
E-Mail: borovsky@ta-hannover.de
Internet: www.ta-hannover.de

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