IKT auf der IFAT 2012

23.06.2012

Das IKT – Institut für Unterirdische Infrastruktur hat auf der IFAT 2012 als Schwerpunkt das Thema „LARGE PIPES and SEWERS“ aufgegriffen. Während der gesamten IFAT, vom 7. bis 11. Mai, standen am IKT-Stand Ansprechpartner zum Erfahrungsaustausch zu Bau, Betrieb und Sanierung von Kanal- und Leitungsgroßprofilen zur Verfügung.

MAC-Verfahren zur Beurteilung der Standsicherheit

Bei dem MAC-Verfahren handelt es sich um ein in Frankreich entwickeltes zerstörungsfreies Prüfverfahren zur Beurteilung der Standsicherheit von begehbaren Kanälen und Leitungen. Dieses System wird derzeit durch das IKT weiterentwickelt, so dass künftig die direkte statische Bewertung von Großprofilen für Nennweiten größer DN 800 möglich wird. Sowohl der Ursprungszustand als auch der sanierte Kanal können dann im Sinne eines Vorher-Nachher-Vergleichs erfasst und bewertet werden.
 
Am Messestand erläuterte der Entwickler Dr. Olivier Thépot vom französischem Netzbetreiber Eau de Paris die Funktionsweise des MAC-Geräts anhand eines 1:1-Prototypen, den IKT-Experten entwickelt haben: "Ich bin wirklich beeindruckt von den Fortschritten, die das MAC-Gerät im IKT gemacht hat. Besonders freut mich das Interesse der IFAT-Besucher am MAC-Gerät. Hoffen wir, dass es bald auch in Deutschland eingesetzt wird."
 
Eine In-situ-Demonstration ist im Rahmen des Seminars „Standpunkte zur Sanierung von Großprofilen“ des Stadtentwässerungsbetriebs Düsseldorf am 21. und 22. November 2012 vorgesehen.
 
PD Dr. Bert Bosseler, Wissenschaftlicher Leiter des IKT demonstrierte die Wirkungsweise der hochkomplexen Messtechnik am 1:1-Prototypen sowie an einem Miniatur-Modell aus Glas: "Das MAC-Verfahren liefert erstmals direkte Messwerte für die Rohr- und die Bodensteifigkeit. Messtechnisch ist dies eine besondere Herausforderung, denn wir wollen die Rohre ja keinesfalls beschädigen, und der Boden wird nur im Bereich von Mikrodeformationen beansprucht. Unsere Besucher konnten sich auf der IFAT selbst überzeugen, dass unsere Messtechnik funktioniert. Sogar in Glasrohren waren Verformungen und Steifigkeiten direkt messbar, ohne die geringste Schädigung!"
 

ZTV „Inspektion großer Kanäle“

Mit der ZTV – Zusätzliche Technische Vertragsbedingung „Inspektion großer Kanäle“ haben sich fünf Betreiber großer Entwässerungsnetze zum Ziel gesetzt, einheitliche Vorgaben zur Qualitätssicherung zur formulieren.
Die ZTV wurde gemeinsam erarbeitet von:
  • Berliner Wasserbetriebe
  • Emschergenossenschaft / Lippeverband
  • Hamburg Wasser
  • Münchner Stadtentwässerung
  • Stadtentwässerungsbetriebe Köln, AöR
 
Als Vertragsbestandteil stellen die ZTV sicher, dass nur geeignete und in ihrer Funktion geprüfte Verfahren und Systeme, mindestens gemäß den allgemein anerkannten Regeln der Technik (a.a.R.d.T.), eingesetzt werden. Es werden Verfahren beschrieben und festgelegt und Anforderungen an Ausrüstung, Durchführung und Qualitätssicherung definiert.
 
Jörg-Henning Werker, Abteilungsleiter Planung und Bau Kanalnetze bei den Stadtentwässerungsbetrieben Köln, AöR, hat auf der IFAT die Notwendigkeit dieser ZTV erläutert: "Für die Inspektion unserer Großprofile müssen wir ordentlich Geld in die Hand nehmen. Arbeitsvorbereitung, Datenaufzeichnung, Datenauswertung und Dokumentation müssen auf eine qualifizierte Zustandsbewertung und Sanierungsplanung abgestimmt sein. Ziel ist es, entsprechend der grundlegenden Bedeutung der Inspektion für alle hierauf aufbauenden Arbeitsschritte eine qualifizierte Erfassung des tatsächlichen Zustandes zu gewährleisten. Das IKT hat uns Netzbetreiber bei der Erstellung der ZTV inhaltlich unterstützt."
 
Die Ergebnisse stehen auch anderen interessierten Netzbetreibern kostenfrei zur Verfügung: www.ikt.de/down/11_04_ztv-inspektion-grossprofile.pdf
 

Messroboter zur Kontrollvermessung von Rohrvortrieben

Die Emschergenossenschaft hat zum Thema Kontrollvermessung von Rohrvortrieben ihren autonom fahrenden Roboter vorgestellt.
 
Die Arbeit in Rohrdurchmessern ab DN 1400 in Kombination mit Haltungslängen von bis zu 1200 Metern stellt für das Messpersonal eine sehr hohe körperliche Belastung dar. Vor diesem Hintergrund verfolgte die Emschergenossenschaft das Ziel alternative Vermessungsverfahren zu entwickeln, die den Gesundheitsschutz verbessern und die Vortriebsleistungen durch verkürzte Messzeiten steigern. Seit Januar 2012 kommt der Messroboter auf den Baustellen der Emschergenossenschaft zum Einsatz.
 
Der autonome Messroboter, bestückt mit den notwendigen technischen Einrichtungen, hat in seiner aktuellen Version die Erwartungen voll erfüllt. Messpersonal ist im Rohrstrang nicht mehr erforderlich und die Zeitersparnis gegenüber der herkömmlichen Vermessung liegt bei 75 Prozent, mit entsprechender Verminderung der Baustillstandszeiten. Für die Entwicklung des Messroboters hat Rolf Kemper-Böninghausen den Goldenen Kanaldeckel 2011 gewonnen.
 

Large Pipes & Sewers: Die nächsten Schritte

Im Rahmen des Netzwerkes "Large Pipes & Sewers" findet am 25. und 26. Juni 2012 im IKT der Workshop "Vermessung und Qualitätssicherung beim Rohrvortrieb" statt.
 
Neben Experten-Vorträgen steht eine Exkursion zu einer aktuellen Baumaßnahme der Emschergenossenschaft auf dem Programm. Zielgruppe sind Kommunale Entwässerungsbetriebe, Ingenieurbüros und Sachverständige sowie ausführende Unternehmen. Ein intensiver Erfahrungsaustausch der unterschiedlichen Akteure wird gefördert.

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