IKT-Warentest „Kurzliner für Hausanschlüsse“: Die schaffen auch schwere Schäden

09.11.2018

Zur Sanierung lokaler Schäden in Hausanschlussleitungen sind Kurzliner oft erste Wahl. Doch schaffen sie auch schwere Schäden? Jetzt liegen die Ergebnisse des neuen IKT-Warentest „Kurzliner für Hausanschlüsse“ vor.

Grundsätzlich ist es möglich, mit Kurzlinern auch schwere Schäden an Hausanschlussleitungen qualitativ ansprechend zu sanieren. Das zeigen die Ergebnisse des IKT-Warentest „Kurzliner für Hausanschlüsse“, den das IKT gemeinsam mit zwölf Abwassernetzbetreibern durchgeführt hat.

Die acht getesteten Systeme erreichen dabei Noten von „SEHR GUT“ bis „BEFRIEDIGEND“. Allerdings gibt es in Sachen Qualität zwischen den einzelnen Anbietern auch deutliche Unterschiede.

Den Testsieg holt sich der Anbieter Twinbond Liner GmbH mit der Note SEHR GUT (1,2). Auf Platz zwei folgt Trelleborg Pipe Seals Duisburg GmbH ebenfalls mit einem SEHR GUT (1,4). Bodenbender GmbH (1,7), BKP Berolina Polyester GmbH & Co. KG (2,5), Cosmic Engineering GmbH (2,5) und MC-Bauchemie Müller GmbH & Co. KG (2,5) erhalten jeweils die Note GUT. Mit BEFRIEDIGEND schlossen die Anbieter Alocit Chemie GmbH (2,7) und I.S.T. Innovative Sewer Technologies GmbH (2,9) ab.

Kurzliner hart geprüft

Eine Kurzliner-Sanierung soll die Standsicherheit des Kanals wiederherstellen, den hydraulischen Zustand des Kanals verbessern beziehungsweise sichern und die Schadstelle abdichten. Deshalb legten die IKT-Warentester und die beteiligten Netzbetreiber bei den Prüfungen Schwerpunkte auf die Dichtheit, Betriebssicherheit und Standsicherheit der sanierten Bereiche. Dabei standen Belastungen durch Außenwasserdruck nach Sanierung im Vordergrund.

Ganz schön schadhaft

Für den vom nordrhein-westfälischen Umweltministerium geförderten IKT-Warentest „Kurzliner für Hausanschlüsse“ hat das IKT insgesamt acht Versuchsaufbauten mit jeweils einer unteren und zwei oberen Leitungen in seinen 15 Meter langen, sechs Meter breiten und sechs Meter tiefen Großversuchsstand eingebaut.

Zuvor präparierten die Tester die Rohre mit definierten Schadensbildern. Sie frästen Rissbilder in die Rohre, entfernten Dichtungen ganz oder teilweise, arbeiteten Scherben heraus und längten Rohre ab. Insgesamt wurden 64 Schadensbilder hergestellt – acht Versuchsaufbauten mit je acht Schadensbildern.

Die Schadensbilder wurden nach folgendem Schema auf die Leitungen verteilt:

  • Testaufbau I (untere Leitung, Außerwasserdruck 2m): Rissbildung, Scherbe, Querversatz, Abwinkelung

  • Testaufbau II (obere Leitungen, Außerwasserdruck 1m): schadhafter Werkstoffwechsel, schadhafter Nennweiten- und Werkstoffwechsel Guss DN 150 zu PVC DN 125, schadhafter Nennweiten- und Werkstoffwechsel Steinzeug DN 150 zu PVC DN 125, Scherbe im 45-Grad-Bogen

Sofort nach dem Einbau der Kurzliner begann das umfangreiche Prüfprogramm mit den ersten optischen Inspektionen und Dichtheitsprüfungen.

Es folgten Kurzzeit- und Langzeit-Außenwasserdruckprüfungen und HD-Reinigungen mit unterschiedlichen Drücken und Düsen, Rückstauereignisse, wechselnde Grundwasserstände, Reinigungen mit Rohrreinigungsspiralen – und immer wieder optische Inspektionen und Dichtheitsprüfungen. Schließlich maßen die Tester an den ausgebauten Leitungen die Querschnittsreduzierungen und prüften Haftzugfestigkeiten und Ringsteifigkeiten.

Schulnoten für Kurzliner

Neben den Systemprüfungen der Kurzliner-Systeme in den Versuchsaufbauten beleuchteten die Tester auch die Qualitätssicherung der Anbieter. Und mit In-situ-Untersuchungen auf realen Baustellen wurden die Laborergebnisse auf Plausibilität geprüft. Die Endnoten in diesem IKT-Warentest gründen sich auf die Ergebnisse dieser drei Bewertungsschwerpunkte.

Die Ergebnisse aus den Baustellenuntersuchungen fließen allerdings ausschließlich über das Kriterium „Besonderen Auffälligkeiten“ in den Testteil „Qualitätssicherung“ ein. Das Notenspektrum orientiert sich an den Schulnoten und reicht von sehr gut (1,0) bis ungenügend (6,0).

Dichtheit zählt am meisten

Die Ergebnisse aus den Systemprüfungen gehen mit 85 Prozent in das Prüfurteil ein. In diesen Bewertungsschwerpunkt fließen die drei Kriterien „Dichtheit“ (60 Prozent), „Betriebssicherheit“ (20 Prozent) und „Standsicherheit“ (20 Prozent) ein. Der Bewertungspunkt „Qualitätssicherung“ macht die übrigen 15 Prozent an der Gesamtnote aus.

Diese fünf Kriterien fließen mit jeweils 20 Prozent in die Bewertung der Qualitätssicherung ein: Verfahrenshandbuch, Schulungen, DIBt-Zulassung, Fremdüberwachung und Besondere Auffälligkeiten.

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