Kanalgipfel 2023: Planung und Umsetzung eines etwa verdoppelten Investitionsbudgets für Entwässerungsanlagen in Braunschweig

25.07.2023

Die Entwässerungssysteme unserer Städte sind ein wesentlicher Bestandteil des kommunalen Anlagevermögens. Die große Zukunftsaufgabe, vor der viele Kommunen stehen, besteht in einer fundierten technischen und wirtschaftlichen Bewertung dieser langlebigen Anlagen. Der Kanalgipfel bietet eine Hilfestellung für eine detaillierte und konsistente Wertermittlung unserer Entwässerungssysteme sowie für deren Werterhalt. Timo Weichsler berichtet im September in Erfurt über die Planung und Umsetzung eines etwa verdoppelten Investitionsbudgets für Entwässerungsanlagen.

Die seit Jahren bundesweit steigenden Baupreise sind auch in der Baubranche in Braunschweig zu verzeichnen gewesen. Die in der Planungsphase durchgeführten Kostenschätzungen und die am Markt erzielten Ausschreibungsergebnisse zeigen über Jahre hinweg deutliche Differenzen auf. Veranschlagte Budgetansätze müssen fortwährend angepasst werden.

Von dieser Herausforderung ist auch die Stadtentwässerung Braunschweig betroffen. Besonderheit hierbei: Das operative Geschäft der Stadtentwässerung Braunschweig ist seit 2006 privatisiert und wird seitdem von der beauftragten Stadtentwässerung Braunschweig GmbH getätigt. Der Privatisierungsvertrag ist bis zum Jahr 2035 ausgelegt. Das jährliche Investitionsvolumen für Erneuerungsinvestitionen ist vertraglich festgelegt und wird auf Basis von Indizes des Statistischen Bundesamts fortgeschrieben. In der Praxis zeigte sich jedoch, dass die Kanalbaupreise dynamisch gestiegen sind und im Mittel deutlich von der Entwicklung des vom Statistischen Bundesamt ermittelten Baupreisindex abweichen.

Stadtintern wurde eine umfassende Untersuchungsstudie erstellt, um die Sachlage aufzuarbeiten - und um eine langfristige Investitionsstrategie zu finden. Hierbei spielten verschiedene Belange – wie u. a. vorhandene Anlagen- und Entwässerungsstrukturen, bautechnische Zustände, vertragliche Kennzahlen, die Untersuchung von Baupreissteigerungen, die Vorhersehbarkeit der Baupreisentwicklung zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses, entgegenstehende Haushaltsoptimierungen, Gebührenstabilität und letztlich die vergaberechtlichen und vertraglichen Rahmenbedingungen eine Rolle. 

Nach intensiven Abstimmungen, vergaberechtlicher Prüfung und anschließender vertraglicher Anpassung konnten im Ergebnis die bereitgestellten Investitionsmittel für das Kanalnetz in Braunschweig in etwa verdoppelt werden, um hierdurch auch zukünftig eine sichere und moderne Abwasserbeseitigung zu gewährleisten.

Timo Weichsler ist Leiter des Referats für Stadtentwässerung und Abfallwirtschaft der Stadt Braunschweig. Nach Abschluss seines Masterstudiums „Klimawandel und Wasserwirtschaft“ an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften in Suderburg, war Herr Weichsler zunächst einige Jahre als Ingenieur bei verschiedenen Akteuren im Bereich der Siedlungswasserwirtschaft und im Straßenbau beschäftigt und verfügt damit über die entsprechende Branchenerfahrung in der Realisierung von Kanalbauprojekten und den dazugehörigen Preisentwicklungen.

Im Rahmen seiner aktuellen Tätigkeit leitet er die Stadtentwässerung und Abfallwirtschaft in Braunschweig in einem Referat und ist darin u.a. für das Controlling der im Privatisierungsvertrag der Stadtentwässerung festgelegten Vertragsziele und Kennzahlen sowie der Umsetzung des umfangreichen Investitionsbudgets verantwortlich.

Erfahren Sie mehr zu diesem Thema auf dem Kanalgipfel 2023 im September in Erfurt!

 

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