Kunststoffrohr-Industrie will den Einsatz von Rezyklaten verdoppeln „Investitionsgüter sind kein Einweg-Plastik – erhöhte Wiederverwertung nicht durch restriktive Chemikalienpolitik konterkarieren“

21.06.2019

Die Hersteller von Kunststoffrohren in Deutschland wollen die Menge der verarbeiteten Rezyklate von derzeit rund 40 000 t auf über 80 000 t pro Jahr verdoppeln. „Damit wollen wir unseren Beitrag zu einer funktionsfähigen Kreislaufwirtschaft und zur Schonung von Primärressourcen leisten“, erklärte Michael Schuster, Vorstandsvorsitzender des Kunststoffrohrverbandes e.V., in Bonn.

„Plastik ist aus unserem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Dabei stellt sich die Frage, wie wir mit den Millionen Tonnen an Plastikmüll umgehen, die in unseren hochentwickelten Gesellschaften nun einmal anfallen. Wir als Kunststoffrohr-Industrie sind uns unserer Verantwortung gegenüber den nachfolgenden Generationen bewusst. Dabei betonen wir ausdrücklich: Unsere Rohrsysteme sind keine Wegwerfprodukte aus Plastik, sondern hochwertige und langlebige Investitionsgüter. Das wollen wir noch stärker in die öffentliche Debatte hineintragen“, so Schuster.

Die Kunststoffrohr-Industrie erwirtschaftet in Deutschland mit über 15 000 Beschäftigten einen Umsatz von 4,4 Milliarden Euro. Ob Trinkwasser oder Abwasser, ob Haustechnik, Breitband- oder Energieleitungsbau – Kunststoffrohrsysteme sind tragender Bestandteil einer modernen, auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Infrastruktur.

Bis zu einhundert Jahre beträgt mitunter ihre Verwendungsdauer, bevor sie der Wiederverwertung zugeführt werden können. Ausführliche Informationen dazu und eine Infografik zur Kreislaufwirtschaft in der Kunststoffrohr-Industrie finden sich in der neuen Ausgabe des Magazins „impulse“ (digital abrufbar unter https://www.krv.de/artikel/krv-impulse-mai-2019)

Bessere Rahmenbedingungen wünschenswert

„Mehr Recycling erfordert aber auch entsprechende Rahmenbedingungen“, unterstreicht Dr. Elmar Löckenhoff, Geschäftsführer des Kunststoffrohrverbandes. „Pauschale Einsatzverbote für Chemikalien oder überzogene Kennzeichnungspflichten, die der Wiederverkäuflichkeit von rezyklatbasierten Produkten entgegenstehen, helfen nicht weiter“. Die Kunststoffrohr-Industrie setze auf Selbstverpflichtungen und marktwirtschaftliche Anreizsysteme.

Generelle Produktverbote oder eine pauschale Kunststoffbesteuerung hält die deutsche Kunststoffrohr-Industrie für nicht zielführend. Wichtiger sei es, durch qualitätsbezogene Normungen die Einsatzmöglichkeiten von Rezyklaten zu erhöhen. Um die Kreislaufwirtschaft zu stärken, bedarf es zugleich einer Harmonisierung möglicher Zielkonflikte im Rahmen der europäischen Chemikalienpolitik.

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