Linearverbau sicherte die Startgrube - Grabenlose Querung der Salurner Straße in Innsbruck

12.02.2015

Mit der Neuverlegung einer unterirdischen Stromleitung vom Umspannwerk-Mitte bis zum Umspannwerk-Nord hat die Innsbrucker Kommunalbetriebe AG in diesem Sommer das innerstädtische Leitungsnetz geschlossen und die Versorgungsicherheit im Stadtgebiet erhöht.

Zum Leistungsumfang der Bauarbeiten, mit deren Ausführung die Kraft & Wärme Rohr- und Anlagentechnik GmbH beauftragt wurde, zählt die Querung der Salurner Straße von der Wilhelm-Greil-Straße bis in die Maria-Ducia-Gasse. Vor allem aufgrund der angespannten Verkehrssituation, die von hohem Pkw-Aufkommen, Busverkehr und einer Straßenbahnlinie gekennzeichnet ist, hatte sich der Auftraggeber dazu entschlossen, die erforderlichen Leerrohre für den Einzug der 110 kV-Leitungen in einem grabenlosen Verfahren unter den vielbefahrenen Kreuzungsbereich einzubringen.

Zur Standsicherheit der Startgrube setzte das ausführende Unternehmen das Linearverbausystem von Emunds+Staudinger I KRINGS, einem Geschäftsbereich der ThyssenKrupp Bauservice GmbH, ein. Eine Entscheidung, die sich sowohl in bautechnischer wie wirtschaftlicher Hinsicht gerechnet hat, hierin sind sich die beteiligten Baupartner nach dem termingerechten und erfolgreichen Abschluss der Bohr-Pressarbeiten einig.

"Das Verteilnetz der Innsbrucker Kommunalbetriebe AG ist in verschiedene Netzebenen unterteilt", erläutert Ing. Dipl. Wirtsch.-Ing. (FH) Hannes Galler, Geschäftsbereich Strom Netz, Abteilung Strom Netz Service, Innsbrucker Kommunalbetriebe AG. "Es dient der Übertragung elektrischer Energie von den Kraftwerken bzw. Übergabestellen des Landesenergievereins zu den Umspannwerken und gliedert sich in Spannungsebenen von 25 kV und 110 kV."

Um die Versorgung sicherzustellen sind von Zeit zu Zeit Netzerweiterungen bzw. Netzsanierungen umzusetzen. So auch in diesem Jahr, in dem die Erstellung der leitungstechnischen Verbindung vom Umspannwerk-Mitte bis zum Umspannwerk-Nord zum Umfang der Arbeiten zählt. Gleichzeitig wurden im Rahmen des Projektes sämtliche anderen Stromversorgungsleitungen in der Wilhelm-Greil-Straße und die Straßendecke erneuert.

Grabenlose Querung

"Bei den vorausgehenden Planungen war schnell klar, das die Querung der Salurner Straße aufgrund der starken Verkehrsbelastung nur in einem grabenlosen Verfahren ausgeführt werden kann", so Galler weiter, der in diesem Zusammenhang auch darauf hinweist, dass der Untergrund im Bereich der Pressung durch viele querende Gas-, Wasser- und Stromleitungen gekennzeichnet ist. Auch der Umstand, dass ein im Kreuzungsbereich verlaufender und einbetonierter Mischwasserkanal zu passieren war, hat die Entscheidung für ein grabenloses Verfahren beeinflusst.

"Mit dem so genannten System Front Steer kam dabei ein Verfahren von Bohrtec zum Einsatz, mit dem Stahlrohre DN 1000 in einer Tiefe von 6,50 m ungesteuert über eine Länge von rund 26 m von der Startgrube in der Wilhelm-Greil-Straße bis zur Zielgrube in der Maria-Ducia-Gasse vorgepresst wurden", erläutert Ing. Daniel Schöpf, Techniker bei der als Subunternehmer beauftragten TEERAG-ASDAG Aktiengesellschaft die technischen Aspekte des Verfahrens. Nach dem Abschluss der Bohr-Pressarbeiten wurden 28 Kunststoffrohre aus PE-HD in einer Nennweite von DN 100 und drei Kunststoffrohre aus PE-HD in einer Nennweite von DN 150 in das Stahlrohr eingezogen und mit Schablonen in ihrer Lage fixiert. "Die drei Kunststoffrohre mit DN 100 dienen zur Aufnahme der 110 kV-Hochspannungskabel. Die Kabelschutzrohre wurden abschließend im Stahlrohr mit Flüssigbeton verdämmt", so Schöpf.

Boden gab den Ausschlag

Während ein Schachtbauwerk in der Maria Ducia Gasse als Zielgrube genutzt werden konnte, musste in der Wilhelm-Greil-Straße die für die Aufnahme des Bohrgerätes erforderliche Startgrube ausgehoben werden. Entgegen der ursprünglichen Planung, die den Einbau von herkömmlichen Spunddielen vorsah, sicherte das ausführende Unternehmen die 3,10 m breite und 7,80 m lange Baugrube mit dem Linearverbausystem von Emunds+Staudinger I KRINGS. Bei der Entscheidung spielte vor allem die Bodenbeschaffenheit im Baufeld ein große Rolle, die durch so genanntes Sill-Geschiebe und Findlinge bis DM 400 mm gekennzeichnet ist.

"Damit war der Einbau von Spunddielen schon vom Tisch", erklärt Bmst. Dipl.-Ing. Michael Praxmarer, TEERAG-ASDAG Aktiengesellschaft, "zudem wäre diese Variante der Baugrubensicherung auch mit höheren Kosten und einer längeren Bauzeit verbunden gewesen." Hinzu kommt ein bedeutsamer technischer Aspekt: Im Gegensatz zum Rammen der Dielen wird das Bauumfeld beim Einbringen des Linearverbaus deutlich weniger erschüttert. 

Sinnvolle Alternative

"Unter diesen Gesichtspunkten stellt der Linearverbau eine gute Alternative zur Trägerbohlwand oder Spundwand dar", erläutert Dipl.-Ing. Eberhard Uelner, Gebietsleiter Emunds+Staudinger I KRINGS. Beim Linearverbau werden Verbauplatten in senkrecht eingebauten Schienen so gehalten, dass sie aneinander vorbeigleiten können. Fertig eingebaut ergibt sich ein gestuftes Verbausystem. Das entscheidende Konstruktionsmerkmal des Linearverbaus ist der biegesteife Laufwagen. Er sorgt dafür, dass die Grabenbreite bei Ein- und Rückbau in jeder Bauphase gleichbleibt – ein Umstand, der für reibungslose und wirtschaftliche Bauabläufe sorgt.

Zum kopfseitigen Verbau der Startgrube werden in der Regel Kanaldielen verwendet. Da die Spreizen der Verbausysteme nur in Längsrichtung auf Druck und Zug und nicht horizontal belastet werden dürfen, werden so genannte Kopfverbau-Adapter in das Linearverbausystem integriert, die wie der Laufwagen auch, im Profil der Linearverbauträger geführt werden, jederzeit in der Höhe verstellbar sind und mit der kopfseitigen Kante des Verbausystems bündig abschließen. Auf diese Weise können die Kanaldielen gegen die auf Biegung beanspruchbaren Querträger abgestützt werden.

Kompetenz in der Beratung

Wie geplant konnte die Querung der Salurner Straße im vorgesehen Zeitfenster durchgeführt werden. Zum erfolgreichen Gelingen haben neben dem technischen Know-how des ausführenden Unternehmens auch das leistungsstarke Verbausystem und der Service der ThyssenKrupp Bauservice GmbH beigetragen. "Leistungsstarke Produkte und ein hervorragender Service, gepaart mit größtmöglicher Flexibilität und dem dementsprechenden Know-how, stellen heute die Kernkompetenzen des Geschäfts mit Verbausystemen dar", ist Eberhard Uelner überzeugt.

Seiner Erfahrung nach muss sich der Verbauhersteller auch während der Bauzeit noch auf sich ändernde Wünsche der ausführenden Unternehmen einstellen. Dementsprechend hört bei der ThyssenKrupp Bauservice GmbH die Betreuung eines Projektes nicht mit der Lieferung der Verbausysteme auf. Die Vebauprofis unterstützen ihre Kunden bei der schnellen und wirtschaftlichen Umsetzung eines Auftrages mit einer kontinuierlichen fachlichen Beratung, zu der eine gezielte Beratung im Vorfeld ebenso zählt, wie die fachliche Einweisung der Kolonne beim Einbau der ersten Verbauelemente.

 

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