Modernisierungsstrategie für die deutsche Wasserwirtschaft - Bericht der Bundesregierung zeigt die Fortschritte

03.08.2006

Die deutschen Abwasserentsorger sind hinsichtlich Effizienz und Leistungsfähigkeit vorbildlich in Europa. Das verdeutlicht das Branchenbild der deutschen Wasserwirtschaft, das jetzt auch in englischer Sprache vorliegt und das Teil des Bericht der Bundesregierung zur Modernisierungsstrategie für die deutsche Wasserwirtschaft ist. Der Anschlussgrad der Bevölkerung an die Kanalisation und Kläranlagen hat in den letzten Jahren weiter zugenommen, vor allem in den östlichen Bundesländern. Dem gegenüber bewegen sich die Abwassergebühren in den letzten zehn Jahren etwa im Rahmen der Inflationsrate. Dieses Fazit zieht die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e. V. (DWA) als Zwischenbilanz eines Prozesses, den der Deutsche Bundestag im März 2002 durch seinen Beschluss "Nachhaltige Wasserwirtschaft in Deutschland" angestoßen hat.

Bevölkerung fast vollständig an Abwasseranlagen angeschlossen

Rund 98 Prozent der deutschen Bevölkerung sind inzwischen an das rund 500 000 km lange öffentliche Kanalnetz angeschlossen. Das Abwasser von 95 Prozent der Bevölkerung wird in zentralen Kläranlagen behandelt. Bei abgelegenen Einzelanwesen ist ein Kanalanschluss mit vertretbarem Kostenaufwand nicht zu leisten, aber auch in diesen Fällen ist eine geregelte Abwasserentsorgung sichergestellt: Das Abwasser wird dann in dezentralen Anlagen oder Hauskläranlagen biologisch gereinigt.

Benchmarking, um noch besser zu werden

Im Bericht der Bundesregierung heißt es "Modernisierung soll heißen, ‚noch besser werden'". Um diesen Anspruch zu erfüllen, hat die Wasserwirtschaft, vertreten durch sechs Verbände, ein freiwilliges Benchmarking ihrer Branche begonnen. Denn sie sieht Benchmarking, der vertrauliche Vergleich von Unternehmen untereinander, als ein bewährtes Instrument zur Optimierung der technischen und wirtschaftlichen Leistung und Effizienz an. Nach zwei Erklärungen der Verbände zum Benchmarking in den Jahren 2003 und 2005 wurde von der DWA und vom DVGW (Deutsche Vereinigung des Gas- und Wasserfaches e. V.) ein Leitfaden vorgelegt, der als Anleitung zur praktischen Durchführung von Benchmarking-Projekten dienen soll. In Vorbereitung ist weiter ein Merkblatt, ähnlich einer Norm, um ein einheitliches Vorgehen beim Benchmarking sicherzustellen.

Benchmarking führt zu mehr Transparenz in der Wasserbranche. Es wird deutlich, wo die "Bestmarken" für die verschiedenen Prozesse liegen, an denen sich die anderen Unternehmen orientieren können. Unternehmen, Verfahren, Arbeitsschritte werden vergleichbar.

Als Konsequenz kann das Branchenbild leichter fortgeschrieben und aktualisiert werden, so dass für Bürger und Politik stets nachvollziehbar ist, ob die Dienstleistungen der Wasserwirtschaft kostengünstig und wettbewerbsfähig angeboten werden. Angesichts der grundlegenden Bedeutung einer geordneten Wasserwirtschaft - Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung - für die Bürger und angesichts der hohen finanziellen Aufwendungen ist Geld für Prozesse der Weiterentwicklung und Benchmarking gut investiert.

Um auch Vergleiche auf internationaler Ebene zu ermöglichen, zunächst vor allem innerhalb der EU, wurde das Branchenbild der deutschen Wasserwirtschaft inzwischen ins Englische übersetzt und in Brüssel der Öffentlichkeit und Politik vorgestellt.


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