Pioniere im Kanal - Die ersten Master of Engineering haben ihren Abschluss

15.01.2008

Feierstunde in Kaiserlautern. Der erste Jahrgang hat an der Technischen Akademie Südwest (TAS) in Kaiserslautern den Master-Studiengang mit der Fachrichtung „Instandhaltung von Rohrleitungssystemen“ abgeschlossen. Der Verband Zertifizierter Sanierungsberater hat diesen Studiengang mit initiiert und mit Dozenten und Themen sowie bei den Abschlussprüfungen und der Masterarbeit begleitet.

Professor Lothar Scherer, bei der TAS für die Master-Aspiranten verantwortlich, entließ acht Absolventen, die alle voll des Lobes für ihre Ausbildung sind. Anstrengend und anspruchsvoll sei das berufsbegleitende Studium gewesen, geben alle zu Protokoll. "Die Anforderungen waren sehr hoch und haben sich im Laufes des Studiums gesteigert," sagt zum Beispiel Absolvent Fabian Bongartz. "Ich muss aber feststellen, dass rückblickend der Aufwand dem Titel gerecht ist." Eine Investition, die sich "auf jeden Fall lohnt", wie Absolvent Jörg Metzger feststellt: "Dieses Studium ist schließlich die höchste Ausbildung, die es im Bereich Kanalsanierung in Deutschland gibt."

Fabian Bongartz hebt als herausragende Erfahrung hervor: "Das Besondere war für uns Studenten, dass wir so die Möglichkeit hatten, selber Inhalte zu gestalten, Themen in den Studiengang einzubringen. Es war so noch möglich, Themen zu vertiefen, die in den vergangenen Semestern gelehrt worden sind. Hier war die Technische Akademie dann besonders gefordert, Dozenten zu den Themen zu finden. Und man hat hier an die Türen ganz oben angeklopft, die sich dann auch öffneten. Autoren von Fachliteratur und Regelwerken waren unsere Dozenten - und so manche Vorlesung wurde zur vertieften Diskussion über Themeninhalte."

Zeitintensives Studium

Daneben hat das Studium viel Energie und Zeitressourcen in Anspruch genommen.   "Das Studium hat sehr viel Zeit von mir gefordert, die neben dem Beruf aufgebracht werden musste", sagt zum Beispiel Absolvent Andreas Möller. 

Auch Ralf Förster sieht das so: "Der Aufwand war hoch, aber das Ergebnis mit einem akademischen Abschluss setzt dies meiner Meinung nach voraus." Ihn begeistert vor allem der hohe Praxisbezug, so zum Beispiel, dass auch Rechtsthemen einen breiten Raum einnahmen: "Die Rechtsgrundlagen sind in der heutigen Zeit von enormer Bedeutung und werden mir, so wie sie vermittelt wurden, in der Praxis sehr viel nützen." Durch den ersten Teil  bekäme man einen Überblick über die gängigen Sanierungsverfahren, unterstreicht auch Jörg Metzger. "Diese Kenntnis der momentan zur Verfügung stehenden Sanierungsverfahren erleichtert den beruflichen Alltag enorm." Andere nannten die Überwachung von Sanierungsleistungen oder auch die hydraulischen Grundlagen als sehr wichtig für ihre tägliche Arbeit.

Dass dabei nicht nur die Dozenten, sondern auch die Mit-Studenten den Horizont und die Erfahrungen erweiterten, kam gut an. Die Teilnehmer des Studiengangs, die sich regelmäßig im Kaiserslauterner Hofbräuhaus trafen, haben deswegen auch einen Netzwerk-Verein gegründet, die Bundesvereinigung der Sachverständigen für das Instandhaltungsmanagement, um sich regelmäßig auszutauschen und gegenseitig Hilfestellung in der Praxis zu liefern.

Den Kunden den Titel erklären

 Über welches Fachwissen sie nun verfügen und welchen Titel sie genau tragen, müssen die ersten Absolventen des Masterstudiengangs ihren Arbeitgebern und Kunden erst einmal näher bringen. Das Echo sei aber durchaus positiv, berichten die meisten. Ralf Förster sagt zum Beispiel: "Ich bin mir sicher, dass sich dieser akademische Abschluss im Berufsleben für mich positiv auswirkt. Viele meine Auftraggeber haben immer wieder nach den Inhalten des Studienganges und dem Abschluss gefragt." Ein gewichtiges Argument, das die neuen Master jetzt mit im Gepäck führen, ist die Qualität der Sanierungen, die sie nun imstande sind zu planen. Für Andreas Möller ist klar: "Sicher werden die Absolventen den Qualitätsgedanken zu ihren Kunden tragen." Und Ralf Förster unterstreicht:  "In dem Studiengang wurde vermittelt, dass nur mit Qualitätsarbeit und durch kontinuierliche Qualitätskontrolle und -steigerung unsere Rohrleitungssysteme erhalten werden können."

Die berufliche, praxisnahe Qualifikation hat für Fabian Bongartz auch noch einen ganz anderen, ganz praktischen Effekt, wie er erzählt: "Der Titel hat konkret zu einer Gehaltsverbesserung beigetragen." Er ist wie alle seine Mitstudenten stolz auf seine Leistung: "Und zu guter Letzt, ich trage den Titel auch mit etwas Stolz, was für das persönliche Standing nicht unbedeutend ist."

Im März beginnen in Kaiserslautern die neuen Studenten mit dem Masterstudium. Die TAS nimmt noch Anmeldungen entgegen. Mehr Informationen zu Inhalten, Prüfungsmodalitäten und Grundlagen gibt auch der VSB.


Der VSB:
Der Verband Zertifizierter Sanierungs-Berater für Entwässerungssysteme e.V. (VSB) ist der Zusammenschluss speziell ausgebildeter Fachleute für das Erhaltungsmanagement von Entwässerungssystemen, die Kanalnetzbetreibern als neutral beratende Fachleute zur Verfügung stehen. Der VSB verfolgt das Ziel, durch qualifizierte Aus- und Weiterbildung von Beratern eine sachkundige und objektive Information seiner Kunden sicherzustellen. Andererseits will er den Dialog von allen an der Sanierung Beteiligten fördern und zu einer besseren fachlichen Qualifikation aller Beteiligten beitragen.

Die Mitglieder des VSB, die durch Lehrgänge an Technischen Akademien qualifiziert wurden, sind in den vier Fachausschüssen Aus- und Weiterbildung, Technik, Ingenieurleistungen, Zustandserfassung in Kanälen sowie in einem Qualitäts-Management-Ausschuss organisiert. Innerhalb dieser Fachausschüsse werden Richtlinien für Ausschreibungsunterlagen erstellt, Fachwissen ausgetauscht und für die Branche aufbereitet und Kursinhalte für Lehrgänge und weiterbildendes Studium zusammengestellt.

Derzeit sind im VSB rund 200 persönliche und fördernde Mitglieder deutschlandweit organisiert. Sitz der Verwaltung des Verbandes ist Mühldorf/Inn. Den Vorstandsvorsitz führt Klaus Janotta, ebenfalls Mühldorf.

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