Qualifikation, Qualität und Nutzungsdauer - Formel für leistungsfähige Kanalnetze ist grenzüberschreitend gültig

21.02.2005

"Rohrleitungen verbinden Europa" lautete das Motto, unter dem das Institut für Rohrleitungsbau Oldenburg (IRO) das 19. Oldenburger Rohrleitungsforum ausrichtete. Neben viel Technik auf den Messeständen der Unternehmen stand der Austausch von Erfahrungen aus der Praxis bei Aufbau, Ausbau und Erneuerung der Versorgungsnetze in Deutschland und Osteuropa im Fokus der diesjährigen Veranstaltung.

Einhergehend mit der EU-Osterweiterung soll in Europa vieles zusammenwachsen ? politisch, wirtschaftlich, auch infrastrukturell. Dabei gilt: Die Staaten Osteuropas spielen zukünftig nicht nur die Rolle von Transferkorridoren für unsere Gasversorgung. Sie sind Verbraucher mit Anspruch auf eine funktionierende Versorgung und eine leistungsfähige Infrastruktur. Und was für den Gassektor gilt, entwickelt sich mittlerweile auch im Bereich der Wasserversorgungsnetzwerke über Ländergrenzen hinweg. Die vielfach maroden Rohrleitungsnetze in den Staaten der EU-Osterweiterung zu erhalten, zu sanieren und auszubauen, ist eine erhebliche technische und ökonomische Herausforderung. Gleichzeitig aber auch eine Verpflichtung für alle, die hieran mitwirken: Politiker, Auftraggeber und Unternehmen. Entscheidend wird sein, vernünftige Rahmenbedingungen zu schaffen und geeignete Instrumentarien zu installieren, um von Beginn an eine hochwertige Ausführungsqualität sicherzustellen. Grundlage für eine hochwertige Ausführungsqualität ist die Qualifikation. Sie wiederum ist Grundlage für eine lange Nutzungsdauer und damit Wirtschaftlichkeit zum Nutzen von Betreibern und Verbrauchern sowie zum Schutz der Umwelt und zur Entlastung der Haushalte.
Der Begriff Qualität ist nach wie vor ein Reizwort. Die Nichteinhaltung der Mindestanforderungen für Bauleistungen und Bauprodukte bereitet weiterhin Sorge. Hauptursache ist der unablässige Preisdruck, dem vor allem die ausführenden Unternehmen ausgesetzt sind. Bei unrealistischen Preisen kann die geforderte und volkswirtschaftlich notwendige Qualität nicht geliefert werden. Hiervon sind wir alle betroffen. Schlecht gebaute und defekte Kanäle bedrohen Gewässer und Böden. Hochwertige Rohre sowie eine fachgerechte und wirtschaftliche Erstellung der Kanäle sind eine Grundvoraussetzung für langlebige Leitungsnetze.

Die Anforderungen an die Technik und die Wirtschaftlichkeit von Rohrsystemen wachsen ständig. Gefragt sind anwenderfreundliche Rohrsysteme, die ihre Wirtschaftlichkeit und Qualität sowohl bei der Verlegung als auch bei der Nutzungsdauer unter Beweis stellen. Hier sind die Hersteller gefordert. Sie müssen ihre Produkte praxisnah weiterentwickeln und dem Markt neue, innovative Rohrsysteme und Sonderlösungen für spezielle Bauaufgaben zur Verfügung stellen. Doch aus guten Materialien entstehen nicht zwangsläufig gute Abwasserleitungen. Davon zeugt der Zustand unserer Leitungsnetze. Die Sicherstellung von Qualität in der Ausführung zählt zur Hauptverantwortung des Auftraggebers. Deshalb sollte der Auftragnehmer in bezug auf seine Erfahrung und Zuverlässigkeit vor Auftragsvergabe kritisch überprüft werden.

In Deutschland stellen sich immer mehr Auftraggeber dieser Verantwortung. Sie fordern konsequent Qualifikationsnachweise, wie sie in den RAL-Güte- und Prüfbestimmungen GZ 961 definiert sind. Zu dieser positiven Entwicklung hat die konsequente Arbeit der Gütegemeinschaft beigetragen. Ein Umdenken findet statt. Gradmesser dafür ist nicht nur die zunehmende Akzeptanz auf Auftraggeberseite, sondern auch die kontinuierlich steigende Zahl an Firmen, die das RAL-Gütezeichen GZ 961 besitzen. Es ist festzustellen: Das Qualitätsbewusstsein auf Auftraggeberseite und in den Bauunternehmen steigt. Diesen Eindruck haben die Gespräche bestätigt, die auf dem 19. Oldenburger Rohrleitungsforum geführt wurden. Es wurde ebenfalls deutlich, dass die Gütegemeinschaft als beratender Partner gefragt ist. Vieles drehte sich um Themen wie Hausanschlüsse, Ausschreibungen, Prüfungen und Prüftechnik, Ausbildung, Gütesicherung und Mängelbeseitigung sowie um das Technische Regelwerk. In der Geschäftsstelle in Bad Honnef werden die Fragen ausgewertet. Zu den Ergebnissen haben sowohl die Mitarbeiter der Geschäftsstelle als auch die bundesweit tätigen Prüfingenieure Zugang. Davon profitieren Auftraggeber und Auftragnehmer gleichermaßen.

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