Stadtentwässerung Nürnberg fordert Qualität und Schnelligkeit. GFK-Schlauchlining im Eilverfahren in Nürnbergs Gugelstraße

09.08.2006

Eine Schlauchliningmaßnahme unter engen zeitlichen Vorgaben ließ die Stadtentwässerung Nürnberg (SUN) jüngst in der Gugelstraße durchführen. 850 Meter Mischwasserkanal DN 400 und DN 500 sowie 95 Anschlusseinbindungen mussten in einem Zeitfenster von 5 Wochen renoviert werden. Auch an den wenigen Arbeitstagen konnte nur in engen Zeitfenstern gearbeitet werden: durch die Gugelstraße führt die einzige Zufahrt zum Nürnberger Straßenbahndepot. Qualitative Grundlage der Maßnahme war das Anforderungsprofil für Schlauchlining der Arbeitsgruppe süddeutscher Kommunen.

Im Rahmen einer beschränkten Ausschreibung und nach strenger Prüfung der Erfüllung der zeitlichen und qualitativen Anforderungen erhielt die ARKIL INPIPE GMBH aus Hannover den Zuschlag zur Durchführung dieser nicht alltäglichen Sanierungsmaßnahme. Sofort nach Auftragserteilung wickelten Dipl.-Ing. Michael Hacker für die Stadtentwässerung Nürnberg und Bauleiter Rainer Kühne für die ausführende ARKIL INPIPE GMBH die Vorgaben aus dem Anforderungsprofil detailliert ab. Besonderer Wert wurde auf die Detailplanung zum Linereinbau, eine intensive Anliegerinformation sowie eine exakte Planung der Wasserhaltung gelegt, die auch die Hausanschlüsse berücksichtigte.

Vor dem jeweiligen O.k. für die einzelne Linerinstallation wurden die Voraussetzungen entsprechend dem Anforderungsprofil Süddeutscher Kommunen überprüft:
  • eine funktionsfähige Wasserhaltung entsprechend genehmigtem Entwässerungsplan
  • Information der betroffenen Anlieger durch den Auftragnehmer
  • Kontrolle der Vorfräsarbeiten nach der letzten Feinreinigung an Hand der TV-Befahrung,
  • korrekte Einmessung aller Zuläufe
  • Festlegung, wo das Probestück zu entnehmen ist,
  • Vorhandensein der erforderlichen Stützschläuche
  • Vorlage von Verfahrenshandbuch und die DIBT-Zulassung für den einzubauenden Liner
  • Lieferscheinkontrolle des Liner nach den Anforderungen des Vertrages 
  • Funktionsprüfung der automatischen EDV-Aufzeichnungseinheit für die Einbauparameter

ARKIL INPIPE setzte bei der Nürnberger Maßnahme modernste Einbautechnik auf dem Gebiet des lichthärtenden GFK-Schlauchlinings ein. So verfügt das Einbaufahrzeug neben der automatischen Datenaufzeichnung aller Einbauparameter über eine Kameraübertragung vor und während der Aushärtung. Der Liner wird über ein Förderbandsystem direkt aus dem Fahrzeug über eine Bodenluke und den Kontrollschacht eingezogen.

Die zur Installation notwendige Druckluft wird durch einen Verdichter anstelle eines Kompressors erzeugt. Ein integriertes Stromaggregat erzeugt nicht zuletzt die Energie für die leistungsstarke UV-Lichttechnik mit insgesamt neun 1000 Watt-Strahlern. Mit diesem Einbausystem kommt der Linereinbau den Bedingungen einer stationären Fertigung sehr nahe – ein besonderer Vorteil bei der Verarbeitung des Halbfertigproduktes Schlauchliner zum Fertigprodukt GFK-Rohr im Kanal.

Als GFK-Schlauchliningsystem setzte ARKIL INPIPE in Nürnberg den bewährten Berolina Liner ein. Die Sollwandstärke des Liners wurde vor Angebotsabgabe über die vom Auftraggeber vorgegebene Ringsteifigkeit von 0,0019 ermittelt, dieses bedeutete für den Liner DN 400 eine Wandstärke von 4,26 mm bzw. von 5,08 mm bei DN 500 5,08 mm.

In einem täglichen Zeitfenster von weniger als 13 Stunden musste nicht nur der eigentliche Einbau des Liners erledigt sein, sondern auch der Aufbau der Wasserhaltung und der Verkehrssicherung, die Reinigung und die TV-Befahrung, die Wasserdichtheitsprüfung nach DIN EN 1610, die Entnahme eines Probestückes aus der sanierten Haltung heraus und das Öffnen der Zuläufe.

Gerade unter diesen schwierigen Einsatzbedingungen konnte ARKIL INPIPE die Pluspunkte seiner fortschrittlichen Installationstechnik in Verbindung mit den systembedingten Stärken der UV-Lichthärtung voll ausspielen. In nur neun Einbautagen wurden die 850 m Kanäle in der Gugelstraße durch neun Einzelinstallationen DN 400 und DN 500 renoviert.

Eine Besonderheit bildete die Einmündung des DN 500 Kanals am Ende der Sanierungsstrecke. Ohne Schachtbauwerk mündet der Kanal hier in einen Mischwassersammler (Haubenprofil 1950/2800). Auch die Herausforderung, nur von einem Startschacht agieren zu können, lösten die Spezialisten der ARKIL INPIPE GMBH in enger Zusammenarbeit mit dem Kanalbetrieb der Stadtentwässerung Nürnberg ohne Zeitverzug.

Die nach den strengen Vorgaben des Anforderungsprofils der Stadtentwässerung Nürnberg durchgeführten Materialproben aus jeder Sanierungsstrecke wurden im Auftrag des AG auf folgende Kriterien hin überprüft:

  • Biege-E-Modul und Biegefestigkeit
  • Wanddicke
  • Wasserdichtheit des Laminats
  • Glühverlust zur Bestimmung des Laminataufbaus
  • Reststyrolgehalt
  • IR-spektroskropische Bestimmung des Harztyps

Alle im Anforderungsprofil vorgegebenen Grenzwerte wurden eindeutig und sicher erfüllt.

Im Rahmen eines Pressetermins auf der Baustelle stellten der technische Leiter der Stadtentwässerung Nürnberg Herr Dr. Abendt sowie die Projektleiter Dipl.-Ing.Mario Heinlein und Dipl.-Ing. Michael Hacker das Projekt der Nürnberger Lokalpresse vor. Dabei wurden am Beispiel des Projektes Gugelstraße die Vorteile der Kanalrenovation im Schlauchlining noch einmal deutlich herausgestellt: Kaum Verkehrsstörungen und Anwohnerbelästigungen, saubere, leise und schnelle Arbeit, die kaum als Baustelle wahrgenommen wird und dazu wesentliche wirtschaftliche Vorteile gegenüber dem offenen Tiefbau.

Das erfolgreiche Projekt beweist einmal mehr, dass die konsequente Anwendung strenger Qualitätskriterien, wie der des Anforderungsprofils der Stadtentwässerung Nürnberg (bzw. der Arbeitsgruppe Süddeutscher Kommunen) bei Schlauchliningmaßnahmen zum Erfolg für alle Beteiligten beiträgt – und dies gerade bei Projekten mit außergewöhnlichen Rahmenbedingungen und Zeitfenstern.

Kontakt:
ARKIL INPIPE GMBH
Dipl.-Ing. Werner Manske
Lohweg 46 E
30559 Hannover
Tel.: +49 (0)511-95995-0
Fax: +49 (0) 511-95995-60
Mail: werner.manske@arkil.de

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