Volles Haus beim Erfahrungsaustausch

29.03.2012

Bei der Gütesicherung Kanalbau handelt es sich um ein System, das auf Neutralität, Kompetenz und Transparenz aufgebaut ist. Ein Spiel zu dritt, an dem alle Beteiligten mitarbeiten können, da es von Auftraggebern und Auftragnehmern gemeinsam und gleichberechtigt getragen wird. Vor diesem Hintergrund organisiert die Gütegemeinschaft Kanalbau Erfahrungsaustausche der Fachkollegen aus Entwässerungsbetrieben, Ingenieurbüros sowie den Bauunternehmen mit RAL-Gütezeichen Kanalbau. Die bisher durchgeführten Veranstaltungen in Berlin/Brandenburg, Bayern und Nordrhein-Westfalen fanden große Resonanz und werden in weiteren Bundesländern fortgeführt.

Der Schwerpunkt der Veranstaltungsreihe liegt auf den Themen „Maßnahmen zur Berücksichtigung der technischen Anforderungen“ und „Sicherstellung einer fachgerechten Ausführung“. Berichte zur Bauausführung anhand fiktiver Ausführungsbeispiele, Lösungsansätze mit Managementsystemen sowie Aufgaben und Strategien zur Qualitätssicherung sind weitere Bestandteile der Erfahrungsberichte der vom Güteausschuss der RAL-Gütegemeinschaft Kanalbau beauftragten Prüfingenieure.
 
Mit vielen praxisnahen Bezügen führten diese anschaulich durch das gesamte Spektrum von Herstellung und Instandhaltung von Abwasserleitungen und -kanälen. Es wurde deutlich: Nur dauerhaft intakte und dichte Kanäle ermöglichen letztlich tragbare Entsorgungskosten. Angesichts dieser Tatsache und der von schadhaften Kanälen ausgehenden Umweltbeeinträchtigungen ist eine zuverlässige Qualitätssicherung im Kanalbau besonders wichtig. Auftraggeber berücksichtigen dies insbesondere durch Sicherstellung der Qualifikation der ausführenden Unternehmen.
 
Leitfäden neu aufgelegt
Mit den überarbeiteten Leitfäden für die Eigenüberwachung und den neustrukturierten Untergruppen der Beurteilungsgruppe Sanierung (S) stellte Dr.-Ing. Marco Künster, Geschäftsführer der Gütegemeinschaft Kanalbau, bei den Veranstaltungen Beispiele für aktuelle Entwicklungen in der RAL-Gütesicherung GZ 961 vor.
 
Leitfäden existieren für die Ausführungsbereiche Offener Kanalbau (AK), Vortrieb (VP, VM/VMD, VO/VOD), Inspektion (I), Reinigung (R) und Dichtheitsprüfung (D). Hinzukommen die Leitfäden für die Beurteilungsgruppen Ausschreibung und Bauüberwachung im Bereich Offener Kanalbau (ABAK), Vortrieb (ABV) und Sanierung (ABS). Die überarbeiteten Leitfäden stehen unter www.kanalbau.com als Download zur Verfügung.
 
Der Leitfaden erläutert den durch das Regelwerk geforderten Umfang der Eigenüberwachung, bei der maßgebliche Parameter überprüft werden und deren Einhaltung dokumentiert wird. Mit der Überarbeitung der Leitfäden stellt die Gütegemeinschaft den Beteiligten eine praxistaugliche Arbeitshilfe zum Thema zur Verfügung. Durch Anwendung der Leitfäden werden die maßgebenden Randbedingungen und die zugehörigen Anforderungen aus den Regelwerken systematisch berücksichtigt.
 
Dementsprechend sind die Leitfäden aufgebaut. Neben Hinweisen und Erläuterungen enthalten sie Checklisten und Protokolle als Muster zur Dokumentation der Eigenüberwachung. Der Leitfaden für die Beurteilungsgruppe „Offener Kanalbau“ beispielsweise enthält unter anderem Muster zur Dokumentation der Projektdaten, Angaben zur Bauausführung, Nachunternehmer, Lastannahmen, Höhen, Längen, Gefälle sowie zum Thema Verdichtungsnachweis. Zusätzlich enthalten die Leitfäden Auszüge aus dem Regelwerk mit Vorgaben zur Eigenüberwachung.
 
Anstelle des Leitfadens für die Eigenüberwachung verfügen Gütezeicheninhaber der Beurteilungsgruppe Sanierung (S) über ein für das jeweilige Verfahren erstelltes Handbuch, in dem auch die Anforderungen an die Eigenüberwachung definiert sind.
 
Neustrukturierung der Untergruppen im Bereich Sanierung
Ebenfalls neu ist die Struktur der Untergruppen zur Beurteilungsgruppe S. Die Untergruppen sind seit Mitte Januar an Technikgruppen orientiert. Erfahrung und Zuverlässigkeit werden in Bezug auf die Anwendung der entsprechenden Technikgruppe bewertet. Die bisherige zusätzliche Unterscheidung nach Systemanbietern beziehungsweise Lizenzgebern entfällt. Diese wird innerhalb der neuen Gruppen künftig durch den Bezug auf das entsprechende Verfahrenshandbuch berücksichtigt. Durch die Änderung wurde die Struktur der Untergruppen S im Bereich der Gütesicherung den Vorgaben in den aktuellen Regelwerken angepasst. Die deutlich geringere Gesamtzahl von Untergruppen im Bereich der Sanierung sorgt für Transparenz und trägt insbesondere für den Auftraggeber zu einer Erleichterung bei der Anwendung der Gütesicherung bei. Auch die Belange als Gütezeicheninhaber werden mit dieser Änderung besser berücksichtigt, denn ein Wechsel des Systemanbieters beziehungsweise Lizenzgebers kann im Rahmen der Gütesicherung von den Unternehmen einfacher realisiert werden.
 
„Diese Aktualisierungen kommen draußen an, das zeigen die positiven Rückmeldungen von Auftraggeber- und Unternehmensseite“, erklärt Dipl.-Ing. (FH) Hans-Willi Bienentreu, Prüfingenieur bei der Gütegemeinschaft Kanalbau. Auftraggeber und ausführende Firmen nehmen wahr, dass das Dienstleistungspaket Güteschutz Kanalbau permanent weiterentwickelt wird. „Anstoß für die Veränderungen sind oft die Anregungen, die wir in den vielen Gesprächen erhalten“, macht Bienentreu deutlich. „Sei es auf Messen, in Schulungen oder bei Firmen- und Baustellenbesuchen.“ Ganz wichtig in diesem Zusammenhang seien natürlich Erfahrungsaustausche, so der Prüfingenieur weiter, der in diesem Zusammenhang darauf hinweist, das diese Form der Veranstaltung bei der Gütegemeinschaft schon eine gewisse Tradition genießt: „2002 fand in Aachen der erste Erfahrungsaustausch statt – auch das auf Anregung von Planern, kommunalen Auftraggebern und Tiefbauunternehmen“, erinnert sich Bienentreu.
 
Nutzen der RAL-Gütesicherung
„Wir arbeiten stetig daran, den Nutzen der Dienstleistung RAL-Gütesicherung Kanalbau für Auftraggeber, Ingenieur-Büros und Gütezeicheninhaber kontinuierlich zu erweitern“, betonte Dr.-Ing. Marco Künster, Geschäftsführer der Gütegemeinschaft Kanalbau. Hierbei arbeiten alle Organe der Gütegemeinschaft Hand in Hand. Zu den zentralen Aufgaben der Gütegemeinschaft zählt die Erarbeitung eines zwischen Auftraggebern, Ingenieurbüros und Auftragnehmern abgestimmten Anforderungsprofils zur Bewertung der Bietereignung. Hinzu kommt die Einrichtung von Beurteilungsgruppen für Ausschreibung und Bauüberwachung in den Bereichen Offener Kanalbau (ABAK), Vortrieb (ABV) und Sanierung (ABS). Weitere zentrale Aufgaben der Gütegemeinschaft sind die Verleihung des RAL-Gütezeichens Kanalbau an Firmen bzw. Organisationen, die das Anforderungsprofil erfüllen, die Gütesicherung der Gütezeicheninhaber in Form von Firmen- und Baustellenbesuchen, die Schulung und Beratung der Auftraggeber, Ingenieurbüros und Gütezeicheninhaber sowie die Organisation von Erfahrungsaustauschen.
 
Qualifikation schafft Vertrauen
Eine zwischen Auftraggebern, Ingenieurbüros und Auftragnehmern abgestimmte Grundlage zur Bewertung der Eignung bietet demnach die Gütesicherung RAL-GZ 961. Die Eignungsprüfung durch den RAL-Güteausschuss in Zusammenarbeit mit den beauftragten Prüfingenieuren erspart Auftraggebern aufwändige Einzelprüfungen. Die Prozesse für diese Prüfungen werden verschlankt, die Aufwendungen reduziert.
 
Die konsequente Anwendung der Gütesicherung schafft Vertrauen bei den beteiligten Partnern. Unternehmen, die den Eignungsanforderungen nicht genügen, werden von der Vergabe ausgeschlossen. Das ist Voraussetzung für fairen Wettbewerb und eine qualitativ hochwertige Ausführung. Nur so haben Unternehmen die Chance, Aufträge zu auskömmlichen Preisen und in der erwarteten Qualität anzubieten. Dieses auf Partnerschaft und Fairness basierende System funktioniert bereits seit mehr als 20 Jahren.

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