Westdeutsches Tiefbauforum tagt in Köln

19.08.2004

Antworten auf Fragen zur Umsetzung der Europäischen Normen für Beton- und Stahlbetonrohre gab das Westdeutsche Tiefbauforum, eine Fachtagung der Ingenieurkammer-Bau Nordrhein-Westfalen in Kooperation mit drei Betonfachverbänden. Schauplatz im Juni dieses Jahres war das Novotel in Köln-West. Im Mittelpunkt standen die Europäischen Normen DIN EN 1916 und DIN EN 1917 für Rohre und Schächte aus Beton, Stahlbeton und Stahlfaserbeton sowie deren deutsche Ergänzungsnormen DIN V 1201 und DIN V 4034-1. Nach einer Übergangsfrist gelten ab 24.11.2004 allein diese Normen.

Die Fachtagung für Planer, Ausführende und Ausschreibende zählte etwa 150 Teilnehmer. In seiner Begrüßung mahnte Dipl.-Ing. Gert Bellinghausen, Vorsitzender der Fachvereinigung Betonrohre und Stahlbetonrohre e.V. und einer der Gastgeber, Entwässerungssysteme mit hoher Qualität an. Dieser Anspruch dürfe angesichts der vorherrschenden Sparmentalität nicht zurückgeschraubt werden, so Bellinghausen. Dr.-Ing. Dietmar Beckmann, Mitarbeiter des Bochumer Ingenieurbüros Prof. Stein + Partner, erläuterte die Leitungsverlegung und Bettungsarten nach DIN EN 1610 sowie den Einfluss der Bauausführung auf die Standsicherheit und schilderte Praxisfehler. Sein Fazit: Würde der Einbau fachgerecht vorgenommen, käme es nicht zu den bekannten Schäden. Zu den häufigsten Schadensursachen rechnete Dipl.-Ing. Rolf Kampen von BetonMarketing West falsch hergestellte Anschlüsse der Grundstücksentwässerung an den Kanal sowie die nicht fachgerechte Verlegung.

Dabei bezog sich der Referent auf aktuelle Kanal-Zustandserfassungen. Kampen weiter: Die Schadensbilanz verdeutliche, dass bei dem Rohrwerkstoffen primär Eigenschaften wie Dichtheit, Stand- und Lagefestigkeit sowie vor allem Robustheit gefordert seien, also Festigkeit, Schlagzähigkeit und Kerbunempfindlichkeit. Faktoren wie hydraulische Glätte, Verschleiß und chemischer Widerstand seien in dieser Mängelliste von nachgeordneter Bedeutung, so Kampen. Dr.-Ing. Karl Hornung, Beratender Ingenieur und Obmann im DIN-Normausschuss ?Rohre und Schächte aus Beton?, wies darauf hin, dass diese Bauprodukte eine Vielzahl von Leistungsmerkmalen erfüllen müssen, die in DIN EN 1916 und DIN V 1201 für Rohre bzw. DIN EN 1917 und DIN V 4034-1 für Schachtbauteile sowie in den FBS-Qualitätsrichtlinien festgelegt sind. Daher sind die Produkte mit der DIN-Kennzeichnung und dem FBS-Zeichen zu versehen, zusätzlich zur CE-Kennzeichnung und dem Ü-Zeichen. Spezielle Leistungsmerkmale, wie zum Beispiel ein Stahlbetonrohr, Typ 2, mit besonderen Belastungs- und Einbaubedingungen oder HS-Zement, müssen ebenfalls auf dem Produkt vermerkt sein.

Diese Angaben seien in der Ausschreibung aufzuführen, um die bislang gewohnte DIN-FBS-Qualität zu erhalten, und darüber hinaus im Auftrag zu bestätigen. Kennzeichnungen der Bauteile und Begleitpapiere müssen bei der Anlieferung kontrolliert und dokumentiert werden. Eventuell solle man sich zusätzlich die Konformitätserklärung des Herstellers vorlegen lassen, so der Redner. Dr. Hornungs Resümee lautete: ?Wer sorgfältig ausschreibt, EN-Norm und nationale Ergänzungsnorm vereinbart sowie Lieferungen und Leistungen kontrolliert, wird auch in Zukunft gute Bauprodukte und ein gutes Bauwerk erhalten.? Im weiteren Verlauf äußerte sich Dipl.-Ing. Norbert Klose zu Maßnahmen zur Vermeidung von Geruchsemissionen aus Entwässerungssystemen. Solche Probleme führen häufig auf nicht optimale Betriebsbedingungen und eine nicht ausreichende Wartung und Reinigung zurück.

Dipl.-Ing. Hans-Willi Bienentreu vom Güteschutz Kanalbau e.V. unterstrich die Notwendigkeit zur Qualitätskontrolle der Rohre und Bauausführung. Nur durch die Verwendung kontrollierter Qualitätsbauteile und fachgerechte Verlegung der Produkte werden Schäden auf ein Minimum reduziert. Nur so erhalte man eine langlebige und dauerhaft dichte Kanalisation, schloss der Referent.

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