ZKS-Berater feiern Jubiläum in Feuchtwangen - seit 10 Jahren kompetent, engagiert und unverzichtbar

27.06.2007

1997 hat die Fördergemeinschaft für die Sanierung von Entwässerungssystemen die Weiterbildungsmöglichkeit zum „Zertifizierten Kanal-Sanierungs-Berater“ geschaffen. Fortbildungslehrgang und Ausbildungsinhalte kommen an – das belegen kontinuierlich steigende Anmeldungen ebenso wie die positiven Rückmeldungen der Teilnehmer. Grund genug, diese Erfolgsgeschichte anlässlich des 10-jährigen Jubiläums zu würdigen.

Im Mai trafen sich mehr als 100 ZKS-Berater in der Bayerischen BauAkademie in Feuchtwangen zu einer Fachtagung, um mit Fachleuten aller Branchen des Leitungsbaus über die Entwicklungen der letzten Jahre zu diskutieren. Das Thema ganzheitliche Kanalsanierung hat sich zu einer generationsübergreifenden Aufgabe entwickelt - hierin waren sich die Teilnehmer an der zweitägigen Veranstaltung, die von einer Fachausstellung begleitet wurde, einig. Die Bestandserhaltung der Infrastruktureinrichtungen stellt eine der größten und wichtigsten Zukunftsaufgaben der Netzbetreiber dar. Angesichts einer dauerhaft angespannten Finanzlage müssen in technischer und wirtschaftlicher Hinsicht schlüssige Konzepte gefunden und umgesetzt werden. Hierfür schafft die Weiter-bildung zum Zertifizierten Kanal-Sanierungs-Berater die Voraussetzung: Der ZKS-Berater ist der Spezialist, der Auftraggebern, Planern und ausführenden Unternehmern in allen Fragen rund um das Thema Kanalsanierung jederzeit kompetent zur Seite steht.

An nachfolgende Generationen denken
Es gibt 446 000 km öffentliche Abwasserkanäle in Deutschland. Hinzu kommen mehr als eine Million Hausanschlüsse und Grundstücksleitungen. Ca. 17% der öffentlichen Kanalisation sind kurz- bzw. mittelfristig sanierungsbedürftig. Weitere 14% weisen geringfügige Schäden auf und müssen langfristig saniert werden. Das belegt eine Umfrage der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA). Allein um die bereits eingetretenen Schäden aufzuarbeiten, sind etwa 55 Mrd. Euro erforderlich. Der aktuelle Wiederbeschaffungswert der öf-fentlichen Kanalanlagen liegt bei 330 Mrd. Euro. Ein weiteres Rechenbeispiel: Bei einer jährlichen 1%-igen Abschreibung müssten die Kommunen 3,3 Mrd. Euro pro Jahr reinvestieren. Davon sind wir weit entfernt. Die Gemeinden haben in den letzten Jahren nur etwa die Hälfte dieses Betrages für die Erneuerung oder Sanierung der Kanalisation ausgegeben. Dieses Verhalten führt zu einem schlei-chenden Verzehr der Substanz. Ein Infrastruktur-Kannibalismus mit schlimmen Folgen für Städte und Gemeinden und deren Bürger, den Prof. Joachim Lenz, Gründer und ehemaliger Geschäftsführer des Instituts für Rohrleitungsbau Oldenburg (IRO), bereits vor Jahren auf einen Punkt brachte: „Mangelhafte Investition in die Leitungssysteme ist fachlich abwegig, politisch verantwortungslos und eine arglistige Form der Kreditaufnahme zu Lasten unserer Kinder.“

Beratungsbedarf hoch
Aus diesem Grund sind ganzheitliche Lösungen zur Wiederherstellung oder Verbesserung unserer Leitungsinfrastruktur gefragt. Lösungen, die neben der Einhaltung von rechtlichen und technischen Anforderungen den Erhalt der materiellen Substanz der Kanalnetze und einer für alle tragbaren Entwicklung von Investitionen und damit unter anderem auch der Abwassergebühren beinhalten. Das geht nicht ohne professionelle Unterstützung. „Der Beratungsbedarf in der Sanierungs-branche ist hoch“, wie Dipl.-Ing. Helmut Hubert, Hermann Hubert GmbH, in seinem Grußwort betonte. Für Hubert, der zusammen mit Dipl.-Ing. Hans-Joachim Purde, PJP Purde, John & Partner, wesentlich zur Konzeption der ZKS-Berater-Weiterbildung beigetragen hat, stehen mit den Absolventen des Lehrgangs kompetente Fachleute zur Verfügung, die aufgrund ihrer Qualifikation das nötige Handwerkszeug zum professionellen Umgang mit dem „Patient Kanalisation“ erworben haben.

Beitrag zum Werterhalt
Eine Aussage, die Dr.-Ing. Helmuth Friede, Geschäftsführer der RAL-Gütegemeinschaft Güteschutz Kanalbau, unterstrich. „Mit ihrem Fachwissen und ihrer Beratungsleistung bei Auftraggebern, Planern, Netzbetreibern und ausfüh-renden Unternehmen können ZKS-Berater erheblich zum Werterhalt unserer Infrastruktur beitragen“, so Friede, der im Wechsel mit Dipl.-Ing. Horst Zech, Rohrleitungssanierungsverband, Dipl.-Ing. Nikola Milojevic, Dr.-Ing. Pecher und Partner Ingenieurgesellschaft mbH sowie Dipl.-Ing. Helmut Schgeiner, Zentralverband des Deutschen Baugewerbes, die verschiedenen Themenblöcke der Veranstaltung moderierte. Während am ersten Tag Themen wie „Rechtsfragen zur Kanalsanierung“, „Bauliche Kanalsanierung“ und „Lebensdauer von Kanalsanierungen“ auf dem Programm standen, lag der Schwerpunkt am zweiten Tag auf der Diskussion über das Berufsbild und die Aufgaben des ZKS-Beraters.

Weiterbildung unerlässlich
In seinem Vortrag „Gestern und Heute – der ZKS-Berater in Deutschland“ ließ Dipl.-Ing. Rüdiger Heidebrecht, Geschäftsführer der Fördergemeinschaft, zu deren Trägern neben dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e.V., dem Rohrleitungssanierungsverband e.V., dem Zentralverband des Deutschen Baugewerbes e.V. und der RAL-Gütegemeinschaft Güteschutz Kanalbau e. V. die Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. zählen, die vergangenen 10 Jahre Revue passieren. Heidebrecht, für den das Thema Kanalsanierung an den Hochschulen nach wie vor vernachlässigt wird, betonte noch einmal den Stellenwert permanenter Weiterbildung. „Unsere Kanalnetze brauchen gut und praxisnah ausgebildete Fachleute, die ihre berufliche Qualifikation in Fort- und Weiterbildung kontinuierlich auf dem aktuellen Stand von Technik und Forschung weiterentwickeln“, so Heidebrecht. Das Personal in der Baubranche verfügt oft über eine gute Erstausbildung, das Thema Weiterbildung wird dagegen meist nur stiefmütterlich behandelt.

Das unterstrichen die Teilnehmer an der abschließenden Podiumsdiskussion. Nicht nur Dipl.-Ing. (FH) Markus Vogel, Ingenieurbüro Vogel, stellte fest, dass die Qualifikation bei den Beteiligten oft nicht ausreicht. Für Dipl.-Ing. Robert Thoma, Stattliches Bauamt Würzburg, liegt das vor allem daran, "dass in öffentlichen Verwaltungen nicht genügend Geldmittel für Investitionen in Weiterbildungen zur Verfügung stehen." Doch auch das wurde deutlich: Es findet ein Wandel statt. In zunehmendem Maße ändern sich in vielen Kommunen die Rechtsformen der für die Leitungsnetze verantwortlichen Instanzen. Aus Regiebetrieben werden Eigenbetriebe oder Anstalten öffentlichen Rechts (AöR) und das Thema Personalentwicklung nimmt einen höheren Stellenwert ein. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach kompetenten Beratern. Nicht zuletzt deshalb hat eine Fortbildung zum Zertifizierten Kanal-Sanierungs-Berater Zukunftschancen - so ein Fazit der Diskussion. Sie bietet eine gute Möglichkeit, Grundlagenwissen zur Beurteilung der Einsatzfähigkeit der bekannten und neu auf den Markt kommenden Sanierungsverfahren zu erweitern.


Weitere Informationen:
Fördergemeinschaft für die Sanierung von Entwässerungssystemen
c/o DWA Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V.
Theodor-Heuss-Allee 17
53773 Hennef
Web: www.zks-berater.de

Ansprechpartner:
Zvonko Gocev
Tel. 0 22 42 / 872 – 217
Fax 0 22 42 / 872 – 135
Email: gocev@dwa.de

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