900 m Duktil-Gussrohr DN 600 durch PEHD Rohr DA 710 ersetzt

28.11.2011

In der drittgrößten norwegischen Stadt Trondheim, genauer gesagt in Gamle Jonsvannsheien, war eine Trinkwassertransportleitung DN 600 aus duktilem Guss auf insgesamt 900 m Länge zu erneuern. Die 1968 verlegte Leitung ist in die Jahre gekommen. Korrosion machte dem Rohr zu schaffen und es kam immer wieder zu Lecks, die aufwendig repariert werden mussten.

Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, war es nach über 40 Jahren an der Zeit, die Leitung zu erneuern. Dabei sollte der Rohrquerscnitt in jedem Fall erhalten bleiben. Aufgrund der korrosiven Bodenverhältnisse wurde ein PEHD Rohr DA 710 x 52,2 mm (mit Schutzmantel) gewählt.
 
Um ein Verkehrschaos der vielbefahrenen Straße vor einer Schule und einem Kindergarten zu vermeiden und um Kosten einzusparen sowie die Bauzeit zu verkürzen, sollte das in 3 m Tiefe liegende Rohr nicht im offenen Graben sondern in geschlossener Bauweise erneuert werden. Die Kommune Trondheim ist aktives Mitglied der Scandinavian Society for Trenchless Technology und als solches natürlich bestens mit grabenlosen Einbautechnologien vertraut und will durch dieses Projekt zur Verbreitung der NODIG-Verfahren in Norwegen beitragen.
 
Für das Projekt kam nur das Berstliningverfahren in Frage. Das war für die Firma SANDUM AS aus Geithus bei Oslo genau die richtige Aufgabe. Das Unternehmen konnte durch seine langjährige Einsatzerfahrung, sein Know-How und die technischen Voraussetzungen überzeugen. Die Kalkulation ergab statt der 12.000 Kronen / Meter für die offene Bauweise nur 8.000 Kronen / Meter für die geschlossene, grabenlose Bauweise. Das entspricht einer Kostenreduktion von über 30 %. Damit war der Deal perfekt.
 
Die Rohrdimension war eine neue Herausforderung, die einer sorgfältigen Planung und einer engen Abstimmung mit dem Ingenieurbüro Asplan Viak AS und mit dem Maschinenhersteller TRACTO-TECHNIK bedurfte; denn noch nie zuvor wurde in Norwegen ein 600er duktiles Gussrohr im Berstliningverfahren erneuert. Die Frage war, mit welcher Baulänge ein PEHD Rohr möglichst schonend eingezogen werden kann, um die Zugbelastungen auf das Rohr zu minimieren. Deshalb wurde beschlossen, umweltverträgliches Bentonit zur Schmierung des Rohrstrangs einzusetzen. Dies wirkt sich spürbar auf die Mantelreibung aus und erleichtert den Rohreinzug.
 
Begonnen wurde mit einer Teststrecke mit der Option für die Fortsetzung des Projekts. Für diese Mammutaufgabe musste schweres „Geschütz“ aufgefahren werden. Zum Einsatz kam der GRUNDOBURST mit 250 t Zugkraft und ein spezielles Rollenmesser, mit dem das duktile Gussrohr aufgeschnitten werden konnte. Die nachfolgende 830er Aufweitung hat die Aufgabe, das geteilte Altrohr in das Erdreich zu verdrängen und den Hohlraum für die Aufnahme des Neurohres zu vergrößern. Der Test verlief erfolgreich und es gab keine besonderen Auffälligkeiten, so dass die weiteren Teilstrecken in Angriff genommen werden konnten.
 
Die 900 m Trasse wurde in 7 Abschnitte unterteilt, die kürzeste Strecke mit 120 m, die längste mit 170 m Länge. Das PE Rohr DA 710, PE 100, SDR 13,6 in Einzellängen von 18 m wurde zu einem Rohrstrang, der jeweiligen Haltungslänge entsprechend verschweißt, einer Druckprüfung unterzogen und mit einem Zugkopf kraftschlüssig verschlossen.
 
An das vom GRUNDOBURST in das Altrohr eingeschobene Gestänge werden Rollenmesser und Aufweitung angekoppelt. Beim Rückzug wird das Altrohr geschnitten und das Neurohr unter Einsatz von Bentonit zwecks Reduzierung der Mantelreibung in den zuvor aufgeweiteten Hohlraum eingezogen. Die Zugbelastung am Rohr wurde mit dem Zugkraftmessgerät GRUNDOLOG permanent überwacht und protokolliert. Sie lag durchschnittlich bei ca. 500 kN und damit weit unter dem zulässigen Wert. Die gesamte Maßnahme lief über 4 Monate und war im August 2011 zur allergrößten Zufriedenheit des Auftraggebers komplett abgewickelt.

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