Bau einer Fernwärmeleitung in Unterhaching: E+S- und Krings-Verbau im Doppelpack

24.05.2007

Das Projekt gilt als Meilenstein für die Nutzung erneuerbarer Energien: Am Standort Unterhaching im oberbayerischen Landkreis München entsteht zurzeit das größte Geothermieprojekt zur Wärme- und Stromerzeugung in Deutschland. Aus über 3 300 m Tiefe wird bis zu 122°C heißes Thermalwasser an die Oberfläche gefördert und zur Wärmeversorgung sowie zur Stromerzeugung genutzt. Neben der Durchführung einer Förder- und Injektionsbohrung sowie der Erstellung einer 3,5 km langen unterirdischen Verbindungsleitung der beiden Bohrlöcher gehörte die Verlegung einer Fernwärmeleitung zu den Hauptleistungen der vielbeachteten Baumaßnahme, die von der Geothermie Unterhaching GmbH & Co KG in Auftrag gegeben wurde.

Für die Projektsteuerung zeichnet Rödl & Partner, Nürnberg, verantwortlich. Die Planung und Bauleitung des Fernwärmenetzes hat die Ingenieurgesellschaft für Energie- und Umwelttechnik mbH (IGEU) aus Neuried bei München in Zusammenarbeit mit der Ingenieurgesellschaft Hammer mbH (IGH) aus Unterhaching übernommen. Die Tief- und Rohrbauarbeiten des ersten Bauabschnitts führte die MCE Industrietechnik Ost GmbH, Leuna, gemeinsam mit der Josef Pfaffinger Bauunternehmen GmbH, Passau, aus. Bei der Sicherung der Baugrube entschieden sich die Unternehmen für Verbausysteme von Emunds+Staudinger. Eine Wahl, die sich sowohl unter wirtschaftlichen und logistischen als auch unter bautechnischen Gesichtspunkten bezahlt gemacht hat. Rund 900 lfdm. Verbausysteme, zusammengestellt aus E+S-Leichtverbau sowie den Krings-Kompaktsystemen KVL und KS 60, wurden von verschiedenen E+S-Lagerstandorten – unter anderem dem in München – zur Einbaustelle geliefert und trugen vor allem aufgrund ihrer leichten Handhabung zu einem reibungslosen Bauablauf bei.

Im Januar 2004 begann die erste Bohrung für die geothermale Zukunft in Unterhaching. Bereits im September des gleichen Jahres konnte die Förderbohrung erfolgreich abgeschlossen werden. Ab Juni 2006 entstand in ca. 3,5 km Luftlinie entfernt die so genannte Reinjektionsbohrung. Seit Dezember 2006 sind beide Bohrungen mit einer Leitung aus wärmegedämmten, glasfaserverstärkten Kunststoffrohren (GFK-Rohre) mit einer Nennweite von DN 350 miteinander verbunden. Bohrungen und Leitungen sind Bestandteile eines zukunftsweisenden Projektes zur Versorgung der Gemeinde Unterhaching mit Wärme und Strom. „Für die Fernwärmeversorgung wird Thermalwasser über die Förderbohrung aus dem Erdinneren an die Oberfläche transportiert und die Wärme per Wärmeübertrager in ein Fernwärmenetz eingespeist“, erläutert Dipl.-Ing. (FH) Gerlinde Kittl, Geschäftsführerin Geothermie Unterhaching GmbH & Co KG. Das Besondere: Um den unterirdischen Wasservorrat nicht auszubeuten, wird das abgekühlte Thermalwasser über die Reinjektionsbohrung wieder zur Entnahmestelle geleitet. Die Stromerzeugung erfolgt mit dem so genannten Kalina- Verfahren. „Dabei wird die Wärme des Thermalwassers an ein Ammoniak-Wassergemisch abgegeben, das bereits bei niedrigen Temperaturen verdampft“, so Kittl weiter. „Mit dem entstandenen Dampf kann genauso wie üblicherweise mit Dampfturbinen Strom erzeugt werden.“ Mit der Inbetriebnahme der Stromerzeugungsanlage rechnen die Verantwortlichen gegen Ende 2007.

Verbausysteme kombiniert
Sukzessive zu den beschriebenen Baumaßnahmen erfolgte der Ausbau des erforderlichen Fernwärmenetzes. Die Verlegung der Fernwärmeleitungen des ersten Bauabschnittes begann im Mai 2006 und konnte im Dezember 2006 abgeschlossen werden. Bis jetzt haben die ausführenden Bauunternehmen MCE Industrietechnik Ost und Josef Pfaffinger in einer 12 km langen Trasse insgesamt 24 km Fernwärmeleitungen aus Kunststoffmantelrohren mit den Nennweiten DN 20 bis DN 450 verlegt. Hinzu kamen rund 130 Hausanschlussleitungen sowie zwei Schachtbauwerke. Zur Sicherung des Rohrgrabens, der über eine lichte Tiefe von 4,00 m bis 1,20 m und eine lichte Breite von 1,10 m bis 2,40 m verfügte, setzten die Tiefbauer eine Kombination aus E+S-Leichtbox 240 sowie den Krings-Kompaktsystemen KVL und KS 60 ein. Ausschlaggebend für die Zusammenstellung der verschiedenen Verbausysteme war in erster Linie die enorme Menge, die auf der Baustelle vorgehalten werden musste. Bis zu 900 lfdm. waren nach Aussage von Bauleiter Igor Ernst, Josef Pfaffinger Bauunternehmung GmbH, Zweigniederlassung Regensburg, vor Ort im Einsatz. „Dabei wurden die Module des E+S-Leichtverbaus und das KS 60-System von Krings für die breiteren Bauabschnitte genutzt, während die KVL-Stahlboxen in den schmaleren Passagen eingebaut wurden“, beschreibt Ernst die Vorgehensweise während der Tiefbauarbeiten.

In großen Mengen verfügbar
Die Zusammenarbeit mit Emunds+Staudinger verlief nach Aussage des Bauleiters überaus erfolgreich. „Als besonders vorteilhaft erwies sich die Nähe des E+S-Lagers am Standort München“, so Ernst. „Bei Änderungen im Bauablauf oder bei Bestellungen von Ersatzteilen konnten die benötigten Verbaukomponenten innerhalb kürzester Zeit auf die Baustelle geliefert werden.“ Ein Pluspunkt, der sich auch bei der flexiblen Rücklieferung der Verbaumodule bezahlt machte. Nach Aussage von Dipl.-Ing. Markus Gehse, E+S-Vertrieb Bayern, wird der Lagerstandort in München in diesem Jahr noch weiter ausgebaut. Ein Umstand, der nicht zuletzt auf die noch breitere und vielfältigere Produktpalette zurückzuführen ist, über die Emunds+Staudinger seit der Übernahme des Vertriebs der Verbausysteme des ehemaligen Konkurrenten Krings Verbau verfügt. „Zum umfangreichen Verbau-Produktportfolio gehören rand- und mittiggestützte Systeme, Dielenkammerelemente, Gleitschienen-Systeme, Sonderverbausysteme sowie Hilfsmittel und Zubehör aller Art“, zählt Gehse auf. Ergänzt und vervollständigt wird das Angebot an Verbausystemen durch das umfangreiche Verbau-Produktprogramm von Krings mit Kompaktund Gleitschienensystemen sowie Sonderverbausystemen. „Damit sind wir jederzeit in der Lage, dem Kunden eine ideale und vor allem wirtschaftliche und technisch ausgereifte Lösung für die jeweilige Bauaufgabe anzubieten“, so Gehse weiter.

Eine Lösung, die entweder auf ein bestimmtes Verbausystem zurückgreift, oder – wie das Beispiel der Verlegung der Fernwärmeleitung in Unterhaching belegt – durchaus auch aus einer sinnvollen Kombination von verschiedenen Verbausystemen bestehen kann. So lassen sich die Vorteile der eingesetzten Kompaktsysteme auf einen Nenner bringen: „Aufgrund ihres geringen Gewichts sind sowohl die E+S-Leichtbox als auch die KVL-Stahlbox und die KS 60 an der Einbaustelle leicht zu handhaben“, fasst Gehse zusammen. „Trotzdem erfüllen sie höchste Anforderungen an Stabilität und Sicherheit“. Eine weitere Gemeinsamkeit: Der Ein- und Rückbau der Systeme ist je nach den statischen Rahmenbedingungen und entsprechend der individuellen Gegebenheiten auf der Baustelle sowohl im Einstell- als auch im Absenkverfahren möglich.

Nach Aussage der verantwortlichen Projektleiter liegen die Bauarbeiten voll im Zeitplan. Die Anschlussleistung aller Wärmetauscher, die im Rahmen des ersten Bauabschnittes an das Fernwärmenetz angeschlossen werden, beträgt momentan ca. 22 MW. Diese Leistung teilt sich auf ca. 130 Fernwärmekunden. Zu den Kunden gehören bisher eine ganze Reihe von Hausverwaltungen, die für eine große Anzahl an Wohneinheiten zuständig sind, sowie Objekte der Gemeinde und natürlich Privathaushalte. Von September 2006 an wurden die einzelnen Hausanschlüsse gelegt. Die Übergabestationen (Wärmetauscher) werden im Frühjahr 2007 eingebaut. Die Inbetriebnahme der Wärmeversorgung ist für Mai 2007 geplant.

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