Idealer Werkstoff für Rekordprojekt

19.09.2017

23 km HS®-Kanalrohre in Europas größtem Park von Center Parcs verlegt

Der Bau des Center Parcs Park Allgäu ist eine der größten Baustellen in Baden-Württemberg: Seit Ende 2016 entsteht unweit des Ortes Leutkirch, direkt auf der Grenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg, Deutschlands sechster und Europas derzeit größter Park von Center Parcs. Ende 2018 sollen die ersten Gäste in die insgesamt 1.000 Ferienhäuser im Urlauer Tann einziehen können.

Dafür müssen mehrere hunderttausend Tonnen Material bewegt werden – allein 100.000 t Beton wurden abgebrochen und zu hochwertigem Recyclingmaterial verarbeitet, das im Anschluss wieder als Ersatzbaustoff verwendet werden kann. Der gesamte überschüssige Bodenaushub wird auf dem Gelände zu einem baumhohen Hügel aufgeschüttet, der den Gästen im Winter als Rodelbahn dienen soll. Der Aushub macht unter anderem einem über 23 km langen Abwasserleitungsnetz Platz.

Die Besonderheit: Die städtischen Erschließungsaufgaben wurden auf den Vorhabenträger übertragen. Das heißt, die Center Parcs Allgäu GmbH baut die Wasserleitungs- und Kanalnetze im Gelände auf und stellt den Anschluss an die Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung der Stadt Leutkirch her. Aufgrund der guten Erfahrungen, die die Beteiligten bereits bei anderen Projekten gemacht haben, entschieden sie sich bei den Hausanschlüssen und Sammlern für das HS®-Kanalrohrsystem der Funke Kunststoffe GmbH aus dem nordrhein-westfälischen Hamm. Mit der Verlegung eines großen Teils der Rohre ist die Max Wild GmbH aus Berkheim beauftragt. Für die Gesamtplanung zeichnet die Fassnacht Ingenieure GmbH aus Bad Wurzach-Arnach verantwortlich.

Kompletter Ferienpark der neuesten Generation entsteht

Auf einer Fläche von 184 Hektar - was einer Fläche von 258 Fußballfeldern entspricht, die so groß ist wie das Fürstentum Monaco – entsteht innerhalb einer rund zweijährigen Bauzeit ein kompletter Ferienpark der neuesten Generation. Im Oktober 2016 erfolgte nach einer achtjährigen Vorbereitungszeit der erste Spatenstich im Beisein baden-württembergischer Politik-Prominenz. In den 1.000 Häusern unterschiedlicher Typen werden bei Vollauslastung 5.000 Menschen wohnen.

Zum Vergleich: Der nahegelegene Ort Altusried hat etwa 5.300 Einwohner. Insgesamt soll der ganzjährig betriebene Park Allgäu bis zu 380.000 erwarteten Gästen pro Jahr Platz bieten. Sie können sich unter anderem in einer 6.600 m2 großen tropischen Badewelt mit Wellenbad, Wildwasserbahn und Außenbecken erholen. In unmittelbarer Nähe wird zudem ein See angelegt, gespeist von einem ebenfalls neu angelegten Bach. Wasser spielt im „Center Parcs Park Allgäu“, so der offizielle Name, eine wichtige Rolle. Wasser, das nach seinem Gebrauch als Abwasser zuverlässig und sicher von den 1.000 Ferienhäusern und Freizeiteinrichtungen auf dem Gelände in das öffentliche Kanalnetz abgeleitet werden muss.

Stabil, sicher und gut zu verlegen

Für die sichere Ableitung sorgen die HS®-Kanalrohre (16 kN/m2 nach ISO 9969) von Funke Kunststoffe, die zur besseren Unterscheidung verschieden eingefärbt sind; so sind die Regenwasserrohre blau und die Schmutzwasserrohre braun.

„Die Rohre aus PVC-U, die mit Nennweiten zwischen DN/OD 160 für die Hausanschlüsse und DN/OD 315 für die Sammler und einer Baulänge von 3 m eingebaut wurden, sind für Tiefbauaufgaben entwickelt worden, bei denen es auf eine hohe Ringsteifigkeit ankommt“, erklärt Gerald Barth, Fachberater im Geschäftsbereich Tiefbau bei Funke Kunststoffe. „Die Rohre bieten uns die Sicherheit, dass sie langfristig dicht sind“, so Robert Rühfel, Leiter des Tiefbauamtes in Leutkirch und gleichzeitig technischer Leiter der dortigen Eigenbetriebe. Er hat bei mehreren anderen Bauprojekten sehr gute Erfahrungen mit dem HS®-Kanalrohrsystem gemacht und setzt insbesondere auf die Langlebigkeit der Produkte.

Die durchschnittliche Nutzungsdauer der wandverstärkten und wurzeldichten Vollwandrohre beträgt nach Herstellerangaben bis zu 80 Jahre, was von der Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft-Wasser/LAWA bestätigt wird. Der Tiefbauamtsleiter hebt zudem die hervorragende Ring- und Längsbiegesteifigkeit der HS®-Kanalrohre hervor, die glattendig sind und mittels Doppelmuffen mit innenliegendem Steg verbunden werden. Das Anschlaggeräusch des Spitzendes auf dem Muffensteg ist deutlich zu hören und signalisiert den Arbeitern auf der Baustelle im Urlauer Tann die korrekte Montage. Rühfel: „Da kann man beim Verlegen nichts falsch machen.“

Wirtschaftlicher Einbau

Die hervorragenden Verarbeitungseigenschaften bestätigt auch Andreas Eugler, Bauleiter von Max Wild: „Die Verlegung der HS®-Rohre läuft einfach und reibungslos.“ Angesichts des ambitionierten Zeitplans sei eine hohe Verlegeleistung notwendig. „Das ist nur möglich, wenn das Produkt mitspielt“, so Eugler.

Schnell habe sich bei seinen Bauteams Routine eingestellt, und die Verlegeleistung sei immer weiter gestiegen. Das sind nicht die einzigen Vorteile der HS®-Rohre: Trotz ihrer hohen Stabilität fallen bei den Rohren aus PVC-U die Wanddicken deutlich geringer aus als bei Rohren aus anderen Materialien. Das Ergebnis: geringes Gewicht, leichteres Handling auf der Baustelle und eine schnelle Verlegeleistung.

Fest eingelegte FE-Dichtungen

In die Bauteile des HS®-Kanalrohrsystems sind FE-Dichtungen fest eingelegt. Daher können Dichtungen bei der Verlegung auf der Baustelle in Leutkirch nicht herausgedrückt oder gar vergessen werden. Ihre Dichtigkeit weisen die Rohrverbindungen nach DIN EN 1277 nach und können auch in den Wasserschutzzonen II/III nach ATW-DVWK-A 142 eingesetzt werden. Sowohl für -0,3 bar Luftunterdruck als auch für einen erhöhten Wasserinnendruck von 2,5, bar ist die Dichtigkeit der HS®-Rohrverbindungen durch ein unabhängiges Institut nachgewiesen worden. Die gute Hydraulik und die absatzfreien Verbindungen fördern eine sichere Wasserableitung.

Vor diesem Hintergrund können die Verantwortlichen in Leutkirch davon ausgehen, dass die HS®-Kanalrohre auch noch nach Jahrzehnten dicht halten, was nicht zuletzt unter Nachhaltigkeitsaspekten ein wichtiger Gesichtspunkt ist. Immerhin spielt der Umweltaspekt eine zentrale Rolle beim Bau des Ferienparks in Leutkirch.

„Der Park Allgäu entsteht in Bezug auf die Energieversorgung und die Baustandards auf der Grundlage eines ökologischen Gesamtkonzeptes, das die Grundsätze der Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung berücksichtigt“, erklärt Dim Hemeltjen, Projektleiter für Center Parcs in Deutschland. So investiert die Center Parcs Allgäu GmbH beispielsweise einen siebenstelligen Betrag allein in die Aufforstung des Geländes. Auch bei den Ferienhäusern achtet der Bauherr auf die Schonung von Ressourcen. Während das Abwasser sicher abgeleitet wird, versickert das gesammelte Regenwasser von den Dachflächen oder auch den Wege- und Hofflächen dezentral über Sickermulden. Auf diese Weise wird der im Wasserhaushaltsgesetz geforderten ortsnahen Bewirtschaftung des Niederschlags Genüge getan.

Grundlage für sicheren Betrieb

Inzwischen ist der erste Teil der Tiefbauarbeiten im Bereich des Geländes von 750 Ferienhäusern termingerecht fertiggestellt, und die Tiefbauarbeiten im Bereich der 250 Häuser im gehobenen Segment sind planmäßig gestartet. Schon im Frühjahr 2018 sollen Interessenten Buchungen für Ende des Jahres vornehmen können. Wenn sie dann für einen Kurz- oder Familienurlaub in die Häuser einziehen, werden sie kaum etwas von der jahrelangen Planung sowie den immensen Bauarbeiten und Erdbewegen erahnen – und schon gar nichts von den Tiefbauarbeiten, die erst die „Grundlage“ für die Errichtung des Ferienparks gebildet haben.

Kontakt

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