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Lean und partnerschaftlich – eine Blaupause für Effizienz und Erfolg

18.10.2021

Initiative „Zukunft Leitungsbau“ – Die besten Lösungen aus der Praxis

Eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen Auftraggebern und Auftragnehmern zahlt ein auf Prozess- und Versorgungssicherheit und damit auf Qualität und Nachhaltigkeit im Leitungsbau. Dies ist eine wesentliche Quintessenz der Initiative „Zukunft Leitungsbau“, die gemeinsam vom Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches e. V. (DVGW), Bonn, vom Rohrleitungsbauverband e. V. (rbv), Köln, sowie von der Bundesfachabteilung Leitungsbau (BFA LTB) im Hauptverband der Deutschen Bauindustrie e. V. (HDB), Berlin, ins Leben gerufen wurde.

Essenzielle Bausteine der Initiativ-Architektur sind darauf ausgerichtet, das Regelwerk und bewährte Qualifizierungssysteme noch besser anzuwenden sowie Prozesse flächendeckend zu verschlanken. Dabei geht es auch darum, die Kommunikation zwischen allen am Bauprozess beteiligten Partnern zu optimieren, Transparenz herzustellen und Beispiele zu sammeln, um gemeinsam Exzellenz zu adressieren und voneinander zu lernen.

Kontinuierliche Verbesserung ist das Ziel

Zum Start der Initiative „Zukunft Leitungsbau“ wurden von den Initiativ-Partnern auf Auftraggeber- und Auftragnehmerseite jeweils auf Basis des Ist-Zustandes für ausgewählte Teilbereiche des Leitungsbaus Quality Gates, also Meilensteine anhand von Qualitätskriterien, formuliert, die auf eine Optimierung der Ausgangssituation zugeschnitten sind. In der Folge wurden erste konkrete Handlungsmaßnahmen definiert. Übergeordnete Zielsetzungen bestehen darin, „Anlagenwerte zu erhalten“, „Vorhandene Infrastrukturen zu schützen“ und das „Regelwerk anzuwenden“. Darüber hinaus wurden die Teilaspekte „Innovative Partnerschaftsmodelle aufsetzen“, „Image Versorger und Bau verbessern: ZUKUNFTSBILDER“, „Bürokratie abbauen“ und „Ordnungsrahmen optimieren“ als zentrale Handlungsfelder umschrieben.

Doch da sich Veränderungen am runden Tisch zwar initiieren, sich hier aber bekanntermaßen nicht umsetzen lassen, gilt es nun die von den Initiativ-Partnern geplanten Routen sukzessive mit Leben zu füllen. Ein zentraler Baustein ist dabei ein Blick in den Arbeitsalltag des Leitungsbaus, um Leuchtturmprojekte und „Best-Practice-Lösungen“ zu identifizieren, die als potenzielle Blaupausen eines zukunftsfähigen Leitungsbaus einer breiten Branchen-Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen. Um ein solches Projekt handelt es sich bei der von der REIF Bauunternehmung GmbH & Co. KG, Geschäftsstelle Mannheim, durchgeführten Konversion der Spinelli Barracks BA 1, eines ehemaligen US-Stützpunktes, im Mannheimer Stadtteil Feudenheim/Käfertal.

Der Ansatz eines innovativen Partnerschaftsmodells sowie die Anwendung einer Lean Construction Methodik zum Zwecke eines optimierten Managements der komplexen Tiefbaumaßnahme machten hier einen entscheidenden Unterschied für eine wirtschaftliche und termingerechte Durchführung der Baumaßnahme.

Lean Construction für komplexe Erschließung

Mit der Umgestaltung der ehemaligen Spinelli-Kaserne in ein zukunftsorientiertes Modellquartier befindet sich derzeit in Mannheim ein nicht alltägliches Stadtentwicklungsprojekt in Umsetzung. Ziel ist es, auf der Konversionsfläche des ehemaligen US-Stützpunktes einen großen innerstädtischen Wohn- und Erholungsraum zu schaffen, der nicht nur die Klimaökologie verbessert, sondern gleichermaßen attraktive Mobilitätsangebote bietet. Hierfür erschließt die MWS Projektentwicklungsgesellschaft mbH Mannheim im Auftrag der Stadt Mannheim Teile des acht Hektar großen Areals zur Wohnbebauung.

Die Bauaufgabe umfasst die Herstellung von Verkehrswegen im Zwischenausbau, von Entwässerungsanlagen und die Ausführung von Erdarbeiten für Versorgungsleitungen sowie die Verlegung von Leerrohren.

Die Verlegung der Druckrohrleitungen für die Versorgung mit Fernwärme und Wasser sowie die Leitungsverlegung für die Stromversorgung erfolgt im Auftrag der MVV Netze Mannheim.

Hauptauftragnehmer für den Bereich Tiefbau war die REIF Bauunternehmung GmbH & Co. KG, Geschäftsstelle Mannheim, die die Erschließung des Areals in sechseinhalb Monaten umzusetzen hatte. Um die verschiedenen Einzelgewerke zeitlich exakt aufeinander abzustimmen, hat REIF zur Planung und Visualisierung der komplexen Prozessabläufe Lean Construction als digitales Managementsystem eingesetzt.

Die Projektpartner:

MWS Projektentwicklungsgesellschaft mbH
  • Gesamtprojektleitung
  • Verkehrswegebau und Kanalerschließung
REIF Bauunternehmung GmbH & Co. KG, Geschäftsstelle Mannheim
  • Hauptauftragnehmer Tiefbau (Versorgungsleitungen / Kanal / Straßenbau)
  • Auftraggeber und Anwender Lean Construction
MVV Netze GmbH
  • Rohrleitungsbau Fernwärme/Trinkwasser
  • Versorgungsleitungen Strom
Vodafone, KurpfalzTEL, Telekom
  • Versorger Telekommunikation
PLACE Strategy GmbH
  • LEAN Construction (LEAN Workshop / Wöchentliche Moderation der LEAN Besprechung
Wald + Corbe Consulting GmbH
  • Bauüberwachung
Bauprozesse visualisieren - Transparenz schaffen

Herzstück der im Zeitraum von August 2020 und März 2021 erfolgreich durchgeführten Baumaßnahme in Mannheim war der Ansatz einer in eine Lean Construction Methodik eingebetteten kollaborativen Bauablaufplanung. Ein wesentliches Ziel dieses methodischen Ansatzes besteht darin, die Gesamtheit der Bauprozesse für alle beteiligten Projektpartner zu visualisieren und verständlich zu machen. Teamarbeit ist die Voraussetzung und eine erfolgreiche Bauausführung das Ziel. Der konkrete Bauablauf wird fortlaufend kollaborativ nach dem sogenannten „Pull-Prinzip“ erarbeitet.

Dies bedeutet, dass alle Arbeitsprozesse bedarfsgerecht und auf Abruf erfolgen. Der „Informationsfluss“ läuft entgegen dem „Produktionsfluss“ und die letzte „Station“ fordert die Leistung der vorherigen an. Hierfür wurden in Mannheim in den wöchentlich stattfindenden Besprechungen von maximal einer Stunde Dauer alle relevanten Prozesse evaluiert und bei Bedarf angepasst, Probleme identifiziert und Informationen ausgetauscht. Die Folge ist ein agiles und effizientes Steuern der Planungs- und Bauabläufe. Der aktuelle Status quo wurde sodann allen Projektbeteiligten digital zur eigenen Weiterverarbeitung zur Verfügung gestellt.

Durch den Einsatz des digitalen Planungstools „Yolean“ konnten auch infolge der pandemiebedingten Abstandsregelungen und Corona-Bestimmungen innerhalb kürzester Zeit die wöchentlichen Bau-/Lean-Besprechungen digital via Videokonferenz durchgeführt werden. Dies führte dazu, dass auch kritische Termine eingehalten und trotz deutlicher Verzögerungen bei der Baufeldübergabe die Fertigstellung zum vertraglich vereinbarten Termin realisiert werden konnte.

Lean Construction – ein Quality Gate im Sinne eines optimierten Leitungsbaus

Lean Construction ist eine Management-Methode, die ursprünglich dem Toyota Production System entstammt. Bezogen auf die Baubranche wurden grundlegende Prinzipien und Gedanken von Lean Management übernommen und so angepasst, beziehungsweise weiterentwickelt, dass sie alle Phasen eines Bauprojekts optimieren und so organisieren, dass ihre Prozesse „lean“, also schlank und effektiv werden. Wesentliche Zielsetzungen bestehen in einer Stabilisierung der Bauprozesse, in einer Reduzierung von Verschwendung sowie in der Herstellung von Termin- und Planungssicherheit. Zudem geht es um die Reduzierung von Bauablaufstörungen, die Herstellung eines stetigen Arbeitsflusses sowie um eine konsequente Qualitätssicherung und Prozesstransparenz.

Digitalisierung, Anreiz- und Partnermodelle - starke Pfunde in der Waagschale der Initiative "Zukunft Leitungsbau"

Das in Mannheim realisierte Projekt zahlt in vielerlei Hinsicht auf die von der Initiative „Zukunft Leitungsbau“ adressierte Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Versorgungsunternehmen und Leitungsbauern ein. Hier ist deutlich zutage getreten, dass ein Mehr an Partnerschaft und Miteinander sowie der Einsatz digitaler Hilfsmittel zu einer optimierten Bauausführung beitragen werden.

Darüber hinaus bergen die vier folgenden Aspekte ein deutliches Potenzial für den Leitungsbau:

  1. Lean Besprechung – ein Instrument des Entscheidungsmanagements

Aufgrund der hohen Komplexität des heutigen Baugeschehens ist es zielführend, frühzeitig Mechanismen der Problemlösung und Entscheidungsfindung zu vereinbaren. Dies trägt dazu bei, unvorhergesehenen Ereignisses und Störungen schnell zu begegnen und lösungsorientierte Entscheidungen zu treffen. Die Basis einer solchen Entscheidungsfindung sind transparente und visualisierbare Prozesse. Die Entscheidungsfindung erfolgte in der Regel im Rahmen der Lean Besprechung mit allen relevanten Partnern.

  1. Leistung honorieren – Anreizsysteme schaffen

Im internationalen Kontext ist es vielfach üblich, die Verbesserungsvorschläge von Auftragnehmern zu honorieren. Auch Auftraggeber hierzulande sollten erwägen, Anreizsysteme zur Optimierung ihrer Projekte zu schaffen, um zusätzlich Qualität, Geschwindigkeit und Ressourcen zu gewinnen. Neben diesen „äußeren“ Anreizen kann durch die Prozessoptimierung eine ergebniswirksame Kostenreduzierung erreicht werden.

  1. Wirtschaftliche Auftragsvergabe – billig ist nicht immer gut

Sowohl öffentliche als auch private Auftraggeber haben die Möglichkeit, neben dem Preis, auch andere Kriterien zur Vergabe von Aufträgen zu nutzen. Hierfür sollte vermehrt ein Kompetenz- und Qualitätswettbewerb statt eines Preiswettbewerbs stattfinden. Die Entwicklung von Bewertungsmethoden, die finanzielle Vorteile für Eigenschaften wie Zuverlässigkeit, Qualität, Flexibilität, Innovationskraft, Nachhaltigkeit schaffen, wäre an dieser Stelle zielführend. Damit wäre der Weg bereitete, einen Zuschlag für das tatsächlich wirtschaftlichste Angebot zu erteilen und nicht für das billigste.

  1. Digitalisierung schafft Effizienz

Die Nutzung der Effekte aus der zunehmenden Digitalisierung mit Methoden wie Lean Construction kann beim Tief- und Rohrleitungsbau für mehr Transparenz und Effizienz in der Ausführung und eine optimierte Zusammenarbeit aller Beteiligten unter Einhaltung der gesetzten Termine und kalkulierten Kosten sorgen. Insbesondere häufig wiederkehrende Prozesse, lassen sich wirtschaftlicher und reibungsloser planen und ausführen.

 

„Wir möchten dem Kunden die bestmögliche Leistung bieten!“

Bei Lean Construction handelt es sich nicht nur um eine gezielte Arbeitsmethodik, sondern um einen kulturellen Grundgedanken, der über das Potenzial verfügt, Bauen von Grund auf zu verändern. Zu seinen Erfahrungen in der Implementierung und Anwendung der Lean Methodik äußert sich Dipl.-Ing (FH) Alexander Klöcker, Technischer Geschäftsführer der REIF Bauunternehmung GmbH & Co. KG.

Herr Klöcker, worin sieht man bei REIF die wesentlichen Vorteile des Einsatzes von LEAN Construction?

Alexander Klöcker: Bei der Durchführung von Baumaßnahmen werden leider häufig Fronten aufgebaut – etwa zwischen Auftraggebern und Auftragnehmern. Dabei wird dann das Ziel einer erfolgreichen, das heißt einer termingerechten und im Budgetplan verbleibenden Bauabwicklung, zu oft aus den Augen verloren. Hier sehen wir bei REIF den Einsatz von Lean Construction als eine hervorragende Arbeitsmethodik und probates Management Tool, um team- und lösungsorientiert baulich zu handeln, um auf diesem Weg Bauprozessstörungen sicher zu beherrschen oder – im besten Fall – von vorneherein auszuschließen.

Was sind die wesentlichen Ursachen für Bauablaufstörungen?

Alexander Klöcker: Wenn Projekte nicht funktionieren, liegt dies zumeist an der Planung beziehungsweise an der Ausführungsplanung. Mit dem Einsatz von Lean Construction verfolgen wir als Bauunternehmen deshalb im Wesentlichen die Zielsetzung, unsere Ausführungsplanung transparent, für alle nachvollziehbar, darzustellen. Denn es ist unsere feste Überzeugung, dass alle am Bauprozess beteiligten Partner – also der Auftraggeber als Bauherr, das planende Ingenieurbüro und das Bauunternehmer kollaborativ und auf Augenhöhe interagieren müssen. Nur so können Planen und Bauen zusammenwachsen. Das heißt dann aber auch, dass man sich von antiquierten Interaktionsmustern trennen und ein qualitätsorientiertes „Miteinander“ einführen muss, bei dem alle an einem Tisch sitzen und gemeinsam die beste Baulösung auf den Weg bringen. Dies kann unter anderem auf dem Wege einer zunehmenden Digitalisierung erfolgen und hierzu zählt eben auch Lean Construction.

Wie funktioniert der Einsatz von Lean Construction ganz praktisch im Leitungsbau?

Alexander Klöcker: Schon quasi vor dem ersten Spatenstich haben wir unsere Ausführungsplanung und den konkreten Timetable gemeinsam mit dem Auftraggeber und dem Ingenieurbüro aufgebrochen. Das hat den praktischen Hintergrund, dass jeder Zeitplan naturgemäß Abhängigkeiten in Bezug auf die Bereitstellung der benötigten Materialien, Genehmigungen, Planungen oder Ausführungsdetails beinhaltet. Dies betrifft also alle Baupartner und deren jeweiligen Verantwortungsbereich. Ganz praktisch werden dann alle Meilensteine der Baumaßnahme auf Klebezetteln notiert und deren Inhalte sodann in ein digitales Management Tool überführt. Das führt zu einem Höchstmaß an Schnittstellentransparenz.

Ein Ansatz, der in der Praxis auch funktioniert?

Alexander Klöcker: Ja, absolut, aber nur unter der Voraussetzung, dass man einander Vertrauen entgegenbringt. Gleichzeitig bedeutet dies aber auch, den kulturellen Grundgedanken des Bauens entscheidend zu ändern, vielleicht sogar neu zu erfinden. Denn es geht auch darum, eine neue Fehlerkultur zu etablieren. Fehler dürfen kein Abstrafungsgrund sein oder der Weg, möglichst viele Nachträge zu generieren. Viel entscheidender ist es, Fehler im Team rechtzeitig zu eliminieren, noch besser zu antizipieren, bevor sie zu einem Bauhindernis werden. Auf Basis eines solchen sogenannten „Null-Fehlerprinzips“ ziehen alle gemeinsam an einem Strang, damit Zeit und Geld nicht verschwendet werden. Und wenn ein konstruktives Miteinander an die Stelle ständiger Konfrontation rückt, wird dies am Ende des Tages auch dazu beitragen, die Lust am Bauen nicht zu verlieren.

Transparenz und Vertrauen als Schlüssel erfolgreichen Bauens?

Alexander Klöcker: Ja, das sehe ich so. Der Einsatz einer Lean Construction Methodik wird in erster Linie mit Kunden funktionieren, mit denen man vertrauensvoll zusammenarbeitet. Denn schließlich haben alle das gemeinsame Ziel, der Verschwendung von Zeit, Material und Geld entgegenzuwirken, um eine Baumaßnahme für alle Beteiligen auch wirtschaftlich zum Erfolg zu führen. Die Reduktion von Verschwendung ist ein wesentlicher Gedanke von Lean Construction. Übrigens war man von dem methodischen Ansatz bei MWSP so überzeugt, dass man dort nach dem erfolgreichen Abschluss des Pilots die Systematik für das eigene Arbeiten angefragt hat.

Müssen aufwändige digitale Infrastrukturen vorhanden sein und hohe Investitionen getätigt werden?

Alexander Klöcker: Nein überhaupt nicht. Unser Projektpartner, der auch alle Bauabläufe in Mannheim begleitet und moderiert hat – die Place Strategy GmbH – stellt uns mit Yolean ein einfach zu installierendes und zu handhabendes Softwaretool zur Verfügung. In dieses Tool werden alle relevanten Daten kontinuierlich eingepflegt. Somit ist neben dem Bauunternehmen und dem Auftraggeber noch ein dritter, neutraler Partner in die Baumaßnahme eingebunden, der die Daten sammelt und zusammenführt. Das ist meines Erachtens noch ein zusätzlicher vertrauensbildender Faktor. Dieser Partner nimmt auch an den regelmäßig durchgeführten Jours fixes teil und dokumentiert den aktuellen Leistungsstand.

Also kann prinzipiell jedes Leitungsbauunternehmen eine Lean Methodik adaptieren?

Alexander Klöcker: Ja, grundsätzlich sehe ich hierfür keinerlei relevante Barrieren. Lean Construction kann von Unternehmen jeder Größenordnung für jedes Projekt, unabhängig vom Auftragsvolumen, angewandt werden. Das wichtigste aber ist auch hier Transparenz, nicht nur gegenüber den anderen Baupartnern, sondern gleichermaßen in der internen Kommunikation. Führungskräfte müssen ihre Mitarbeiter mitnehmen und an der Verantwortung beteiligen. Besonders effizient ist dann eine von erfahrenen Profis begleitete Einführung „on the job“, bei der das Gelernte zeitnah umgesetzt werden kann. In letzter Konsequenz wird dies auch zu einem starken Argument in der Ansprache motivierter, leistungsfähiger Fachkräfte, die den Einsatz digitaler Tools in zunehmendem Maße erwarten, sogar einfordern. Lean Construction zahlt also auch sehr nachhaltig auf eine starke Arbeitgebermarke ein.

Macht es dann Sinn, die Anwendung einer Lean Methodik im Vorfeld vertraglich zu vereinbaren?

Alexander Klöcker: Das wäre eine sehr kluge Strategie für den Leitungsbau, denn die Implementierung von Lean im Vertrag kann auch als Anreiz für zukünftige Projekte dienen. Im besten Fall sollte Lean bereits fester Bestandteil einer Ausschreibung werden, wie dies bei der Deutschen Bahn bereits der Fall ist. Hier schreibt man nach VOB aus, fordert aber gleichzeitig Prozessstabilität durch die Vorgabe eines Lean Construction-Managements ein. Von einem solchen Vorgehen werden alle Beteiligten profitieren, weil nur so qualitativ hochwertige Bauwerke termingerecht und budgetkonform errichtet werden. Und auch für das Bauunternehmen lassen sich solchermaßen wirtschaftlich Anreize schaffen, wenn vertraglich eine Prämie für die Unterschreitung eines Bauzeitplans vereinbart wird. Besser kann Win-win nicht funktionieren. Alles was wir gemeinsam tun müssen, ist unser überholtes Denken über Bord zu werfen.

Herr Klöcker, vielen Dank für das Gespräch!

 

Hintergründe zu den Zielen und Informationen zu den beteiligten Partnern der Initiative finden Sie unterZukunft Leitungsbau

 

Weitere interessante Links zum Thema:

https://place-strategy.de/de/lean-grundlagen/lean-construction-management/

https://www.mannheim.de/de/stadt-gestalten/konversion/konversionsflaechen/spinelli-barracks-0

 

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