RoboGasInspector-Premiere in Kassel: Intelligenter Roboter spürt Gaslecks auf

09.12.2011

Ein neuartiger mobiler Roboter kann Industrieanlagen oder Rohrleitungen selbstständig untersuchen, mögliche Gaslecks auch aus der Entfernung feststellen und orten: Das entlastet den Menschen von aufwändigen und monotonen Routineaufgaben.

Der Ende November bei einer Demonstration an der Universität Kassel vorgestellte Prototyp des RoboGasInspector ist ein neuartiges Mensch-Maschine-System zum Einsatz in technischen Anlagen und Einrichtungen der Versorgungsinfrastruktur. Das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) mit rund 2,4 Mio. Euro geförderte Projekt wird von zwei Fachgebieten im Fachbereich Maschinenbau der Universität Kassel koordiniert und gemeinsam mit weiteren Forschungspartnern und Industrieunternehmen entwickelt. Projektträger ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).
 
Um Schäden an Menschen, Umwelt und Investitionsgütern zu verhindern, müssen aus Anlagen und Infrastruktureinrichtungen möglicherweise austretende gesundheitsgefährdende oder explosionsfähige Gase schnell und sicher detektiert und geortet werden. Inspektionsroboter, ausgestattet mit modernster Gasfernmesstechnik, übernehmen dabei die tägliche Inspektion von Gasleitungen, um mögliche Gaslecks aufzuspüren. Die Roboter arbeiten autonom oder können auch manuell gesteuert werden. Sie ersetzen dadurch die zeitaufwändigen und gefährlichen Inspektionsrundgänge menschlicher Inspekteure. Mit der beim RoboGasInspector eingesetzten Fernmesstechnik können auch schwer zugängliche Orte in großer Höhe oder Tiefe einfach inspiziert werden.
 
Die bisher entwickelten Funktionen zeigte jetzt ein Roboterprototyp auf einem Testparcours in der Universität Kassel: Vorgestellt wurden ausgewählte Aspekte des autonomen Fahrens über einen Hügel und an Sperrbereichen vorbei. Der Roboter erkannte unbekannte Hindernisse und umfuhr sie, detektierte und ortete simulierte Gaslecks. Dabei erfolgte die Planung, Überwachung und Dokumentation der Inspektionsvorgänge aus einer Leitwarte heraus, von der aus auch die Fernsteuerung des Roboters und Eingriffe in seine Handlungen möglich sind.
 
An der Entwicklung des RoboGasInspectors wird an der Universität Kassel seit 2009 gemeinsam mit sieben weiteren Projektpartnern aus Forschung und Industrie gearbeitet. Das Projekt wird durch das BMWi im Rahmen des Programms „Autonomik“ gefördert.
 
„Das Ziel des Projektes ‚RoboGasInspector’, ein innovatives Mensch-Maschine-System mit kooperierenden, mit Gasfernmesstechnik und lokaler Intelligenz ausgestatteten Inspektionsrobotern zu entwickeln, wird hier in hervorragender Weise umgesetzt“, wie Dipl.-Phys. Gerd Hembach als Vertreter des Projektträgers im Auftrag des Fördergebers BMWi bei der Demonstration in Kassel betonte.
 
„Neben den technischen Herausforderungen bezüglich autonomer Mobilität und fernmesstechnischer Inspektion standen auch die Entlastung des Menschen von sich wiederholenden Routineaufgaben bei der Entwicklung des RoboGasInspectors im Mittelpunkt ihrer Forschungs- und Entwicklungsarbeit“, so Prof. Dr.-Ing. Ludger Schmidt, Leiter des Fachgebiets Mensch-Maschine-Systeme, und Prof. Dr.-Ing. Andreas Kroll, Leiter des Fachgebiets Mess- und Regelungstechnik an der Universität Kassel. Sie koordinieren das Forschungsprojekt im Auftrag des BMWi.
 
Weitere Informationen
 
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Andreas Kroll
Universität Kassel
Fachgebiet Mess- und Regelungstechnik
Tel.: 0561 / 804-3248
E-Mail: andreas.kroll@mrt.uni-kassel.de
 
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Ludger Schmidt
Universität Kassel
Fachgebiet Mensch-Maschine-Systemtechnik
Tel.: 0561 / 804-2704
E-Mail: L.Schmidt@uni-kassel.de
 
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Projektträger im DLR
Konvergente IKT/Elektromobilität im Auftrag des BMWi
Dipl.-Phys. Gerd Hembach
Tel.: 02203 / 601-3404
E-Mail: gerd.hembach@dlr.de

Kontakt

Universität Kassel - Fachbereich Maschinenbau

Mönchebergstr. 19

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