Wupperverband: Fortschritte und Meilensteine in vielen Themenfeldern

10.03.2023

Verband bringt Zukunftsprogramm Hochwasserschutz, Anlagenoptimierung und Kooperationen voran

Der Wupperverband startet mit vielen Projekten und Zukunftsaufgaben in das neue Jahr. Das Pensum der Herausforderungen bleibt weiterhin hoch. Dem Management dieser Aufgaben widmet sich der Verband mit voller Kraft und kann darin auch gute Fortschritte vorweisen, so lautet das Fazit von Claudia Fischer, Verbandsratsvorsitzende, Georg Wulf, Vorstand, und Thomas Klein, Geschäftsbereichsleiter Technik und Flussgebietsmanagement, beim Pressegespräch in Wuppertal.

Mit seinem Zukunftsprogramm Hochwasserschutz setzt der Wupperverband in seinem Wirkungsbereich eine umfassende Programmatik zur Anpassung an die Klimaveränderungen von Hochwasser bis Trockenheit um. Es erfolgt außerdem eine Optimierung an den Schnittstellen zu anderen Verantwortlichen und Beteiligten in der Hochwasservorsorge, insbesondere die Zusammenarbeit und Abstimmung mit den Kommunen und ihren Einsatzkräften.

Zukunftsprogramm Hochwasserschutz: Umsetzung geht voran

In den einzelnen Handlungsfeldern des Zukunftsprogramms Hochwasserschutz sind schon viele Fortschritte erzielt. Der Verband hat u.a. einen Großteil der Schadensmeldungen an den Gewässern bearbeitet, Meldewege und Informationsbereitstellung an die Einsatzkräfte verbessert, Hotspots analysiert, Planungen begonnen oder fortgeführt und Projekte gestartet. Insgesamt hat er bisher rund 780 Einzelprojekte und Ideen unterschiedlicher Größenordnung im gesamten Wuppergebiet identifiziert, die mit den Mitgliedskreisen und –kommunen abgestimmt und priorisiert werden müssen.

In 2023 stehen einige weitere Meilensteine an, z. B. eine Machbarkeitsstudie zur Verbesserung des Hochwasserschutzes in Wuppertal-Beyenburg, die Ausschreibung der Planungsarbeiten für das Folgeprojekt Hochwasserschutz Eschbach 2 in Solingen-Unterburg, die Planung für die Vergrößerung des Rückhaltevolumens des Hochwasserrückhaltebeckens (HRB) Ophovener Weiher in Leverkusen. Auch für das geplante grüne HRB am Murbach im Bereich der Diepentalsperre erfolgt eine Neuberechnung und Vergrößerung des Rückhaltevolumens. Beim schon gestarteten Neubau des kombinierten Hochwasser- / Regenrückhaltebeckens Bornberg in Wuppertal erfolgt nach Abschluss des Bodenaushubs der Bau der Ein- und Auslauf- sowie Schachtbauwerke.

Neben technischen Projekten ist der „grüne Hochwasserschutz“ eine wichtige Säule im Zukunftsprogramm. Damit Wupper und Nebenbäche mehr Raum bekommen, setzt der Wupperverband Renaturierungen um. Unter anderem soll ein 11 km langer Wupperabschnitt zwischen Marienheide und Wipperfürth renaturiert werden. Natürliche Flussgestaltung und Aufweitungen bringen Synergien für Gewässerentwicklung und Hochwasserschutz. Auch Grundstückseigentümer mit Gewässergrundstücken sind aufgefordert, Möglichkeiten zur Gewässerverbreiterung zu prüfen. Je mehr Wasser pro Sekunde in das Gewässer passt, desto weniger tritt über die Ufer.

Im Talsperrenmanagement knüpft der Wupperverband an die erfolgreiche Strategie in 2022 an, im Sommerhalbjahr zusätzlichen Stauraum an Wupper-, Bever- und Neye-Talsperre für Starkregen frei zu halten und diesen bei Bedarf situativ durch eine gezielte Vorentlastung zu vergrößern. Im Falle von andauernden Trockenphasen hingegen muss dann allerdings die Wasserabgabe aus den Brauchwassertalsperren an die Wupper maßvoll reduziert werden. Denn durch den frei gehaltenen Puffer steht somit weniger Wasser für die Niedrigwasseraufhöhung des Flusses zur Verfügung. 2023 werden außerdem mit Hilfe des 2022 erweiterten Modells neue Betriebsregeln für die Wupper-Talsperre erarbeitet.

Für das gemeinsam mit Partnern eingereichte Forschungsprojekt „Bergisches Hochwasserschutzsystem 4.0“ erwartet der Wupperverband im Frühjahr eine Rückmeldung des Fördermittelgebers. Zielsetzung des Projektes ist, mittels künstlicher Intelligenz die Vorhersage von Wasserständen der Pegel an den Gewässern bei Hochwasserereignissen zu optimieren.

Technische Anlagen optimieren

Die technischen Anlagen, z. B. Talsperren, Kläranlagen, Sammler, Becken, sind wichtige Bestandteile der Infrastruktur und Bausteine der Daseinsvorsorge für Bürgerinnen und Bürger.

In 2023 wird der Wupperverband z. B. an der Kerspe-Talsperre das Tosbecken sanieren. An der Bever-Talsperre wird ein Ringkolbenventil ausgetauscht, ein anspruchsvoller und hochkomplexer Vorgang in den Tiefen des Dammbauwerks. Die Kläranlage Hückeswagen wird der Verband umfassend sanieren und verfahrenstechnisch und energetisch optimieren. Die Vergabe der Planungsleistungen soll im Frühjahr erfolgen. Für die Kläranlage Leverkusen bearbeitet der Wupperverband derzeit die Aspekte Optimierung seines Anlagenteils - mechanische Reinigungsstufe - und die Prüfung zur Fortführung der Kooperation mit Currenta nach 2031 bzw. den Neubau einer eigenen Kläranlage.

Zukunftsfähige Entsorgung der Klärschlämme ist ein zentrales Thema. Hier plant die KVB GmbH, an der der Wupperverband beteiligt ist, eine neue Klärschlammverbrennungsanlage zu bauen. Diese wird auch erneuerbare Energie zur Verfügung stellen. Parallel stellt der Wupperverband für seine Klärschlämme und die Klärschlämme von Vertragspartnern die Entsorgung in der vorhandenen Verbrennungsanlage am Standort Buchenhofen für die Restlaufzeit sicher.

Kooperationen: Gemeinsam zum Ziel

In vielen Themenfeldern arbeitet der Wupperverband eng mit Partnern zusammen, z. B. in der KVB GmbH zur gemeinsamen Planung einer neuen Klärschlammverbrennungsanlage.

In Marienheide unterstützt der Wupperverband – gemeinsam mit dem Aggerverband – die Kommune bei der Kanalnetzbewirtschaftung. Weitere Kooperationen sind z. B. mit der Stadt Hückeswagen im Gespräch.

Durch die enge Verzahnung an der Schnittstelle kommunales Kanalnetz und Kläranlagen des Verbandes kann der Abwasserprozess optimiert werden.

Forschung und Innovation

Neue Verfahren testen, wissenschaftliche Erkenntnisse gewinnen und in die Praxis einbringen – dies ist das Motto des Wupperverbandes im Bereich Forschung und Innovation.

Mit dem Thema Recycling von Phosphor – einem für alle Menschen lebenswichtigen Rohstoff mit endlichen Vorkommen auf der Erde – beschäftigen sich das Forschungsprojekt AMPHORE (Regionales Klärschlamm- und Aschenmanagement zum Phosphorrecycling für einen Ballungsraum) und die eigens dafür gegründete PhosRec Gmbh, an der der Wupperverband beteiligt ist.

Das Forschungsprojekt COVIDready unterstützt der Wupperverband dadurch, dass er zweimal wöchentlich Abwasserproben aus einer Kläranlage Buchenhofen liefert. Die Daten dieses im Forschungsprojekt untersuchten abwasserbasierten Corona-Monitorings werden online beim Landeszentrum Gesundheit NRW veröffentlicht.

Kontakt

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Susanne Fischer

Pressesprecherin

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