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Ein Maßanzug für Hamburger Siele

02.12.2019

GFK-Rohrlining mit Amiblu NC Line

Für die Sanierung eines Mischwasserkanals im Stadtteil Eilbek setzte die Stadt Hamburg auf das Rohrlining-Verfahren. Dafür baute die mit den Arbeiten beauftragte Bauunternehmung Tauber Rohrbau GmbH & Co. KG, Münster, auf knapp 1,5 km Länge nicht-kreisrunde NC Line Rohre aus GFK von Amiblu ein.

Darüber hinaus wurden sechs GFK-Schächte neu eingebaut und mehrere gemauerte Schachtbauwerke mit GFK laminiert. Bei der Umsetzung der Maßnahme legte der Auftraggeber Hamburg Wasser besonderen Wert darauf, den Verkehr so wenig wie möglich zu beeinträchtigen.

Günstig, hochwertig, umweltschonend

Die Stadt Hamburg genießt einen guten Ruf für die innovative, nachhaltige Sanierung ihrer vor Ort gemeinhin als Siele bezeichneten unterirdischen Abwasserleitungen. Grundsätzlich kommt dabei die komplette Bandbreite von Verfahren für die Kanalsanierung zum Einsatz.

„Teilweise reichen schon einfache Maurerarbeiten aus“, so Dipl.-Ing. Georg von Harling, Ingenieurbüro Leitungsbau Hamburg Wasser. Aktuell konzentriert man sich vor allem auf die Sanierung der sogenannten Stammsiele, die in Tiefen von bis zu 27 m verlaufen und bis zu 4,70 Meter breit und 3,85 Meter hoch sein können. Zu ihnen zählt auch das 1904 fertiggestellte Kuhmühlen-Stammsiel, das entlang der innerstädtischen, zweistreifigen Einbahnstraße Eilenau verläuft.

„Unser Ziel lautete nicht nur, möglichst günstig und zugleich hochwertig zu bauen“, erklärt von Harling, „wir wollten außerdem die Beeinträchtigung des Verkehrs so gering wie möglich halten.“ Man habe sich daher schnell für die Sanierung mittels Relining entschieden und GFK-Profile ausgeschrieben – ein System, mit dem man seit langen Jahren immer wieder gute Erfahrungen gesammelt habe.

Digitale 3-D-Planung im Vorfeld

Im Vorfeld der eigentlichen Arbeiten vor Ort erstellte Tauber Rohrbau zunächst eine digitale 3-D-Planung. Dafür vermaß das auf die Sanierung von Kanälen großer Dimensionen spezialisierte Unternehmen zunächst den Kanal vor Ort; auch die Hausanschlüsse wurden in diesem Rahmen eingemessen. „So haben wir sichergestellt, dass die gewünschten Profile optimal passen“, so Bauingenieur B. Eng. Michael Rolf, Tauber Rohrbau, zum Hintergrund.

Auf dieser Grundlage wurde dann ein Rohrverlegeplan entwickelt, der exakt auf die Baustelle und die individuellen Einbausituationen vor Ort abgestimmt war. „Entsprechend des Verlegeplans kamen die Rohre durchnummeriert auf die Baustelle“, erklärt Bauleiter Rolf. „Das stellte unter anderem sicher, dass keine Muffenverbindung im Bereich eines Hausanschlusses liegt.“

Perfekte Lösung für unterschiedlichste Situationen

Insgesamt wurden auf einer Länge von 1347 m NC Profile des Herstellers Amiblu eingebaut. Ein 978 m langer Teilabschnitt wurde mit GFK-Profilen 1520 mm / 1820 mm saniert, weitere 369 m Haltung mit GFK-Profilen 1930 mm / 2360 mm lichtes Maß. Amiblu-Vertriebsmitarbeiter Ulf Biemann über die Vorteile von Amiblu NC Line: „Dank ihrer nicht kreisrunden Geometrie eignen sich die Profile hervorragend für die Sanierung alter Abwasserleitungen, Durchlässe und Kanäle im innerstädtischen Bereich, die oft ebenfalls nicht-kreisrunde Formen aufweisen.“

Die zertifizierten GFK-Rohre von Amiblu können sowohl grabenlos als auch im offenen Graben verlegt werden. Zudem lassen sich die Sonderprofile maßgeschneidert nach Kundenwunsch anfertigen und an verschiedenste Formen und Geometrien anpassen. Amiblu NC Line entspricht vollumfänglich der ISO 16611, die strenge Richtlinien vorgibt, wie nicht-kreisrunde Rohre hergestellt und geprüft werden können.

Verlegung mittels Rohrshuttle

Für das Einfahren der Rohre errichtete Tauber Rohrbau sechs unterirdische Baugruben. Die eigentliche Verlegung erfolgte in vier Bauabschnitten und mithilfe eines bemannten Verlegewagens. Das sogenannte Rohrshuttle wurde eigens umgebaut und den Dimensionen des einzubauenden Profils exakt angepasst. Zunächst nahm das Shuttle das von einem Bagger in die Grube herabgelassene GFK-Profil auf. Anschließend wurde das Rohr bis ans Ende des bereits verlegten Relining-Strangs gefahren und mittels einer Steckmuffen-Verbindung mit diesen verbunden.

Rolf: „Auf diese Weise können pro Tag bis zu zehn Rohre eingebaut werden.“ Die nach ISO 16611 geprüften Profile bieten nicht nur eine hohe Säurebeständigkeit und eine lange Lebensdauer, sondern punkten außerdem mit hoher Stoßfestigkeit. Darüber hinaus hat auch das geringe Gewicht dazu beigetragen, dass die Rohre besonders einfach und sicher zu handhaben waren. Auch das hat sich positiv auf den Baufortschritt auswirkt.

Zum Schluss wurde in jede der sechs Baugruben ein Tangentialschacht eingebaut, und einige vorhandene gemauerte Schächte mit GFK handlaminiert. Bei Hamburg Wasser ist man sich sicher, eine Lösung gefunden zu haben, die eine qualitativ hochwertige Technologie mit hoher Entsorgungssicherheit des Mischwassers in der Bauausführung sowie guter Kosteneneffizienz verbindet.

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