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Jeder Millimeter zählt

14.02.2019

Amiblu liefert GFK-Rohre und Schächte für einen neuen Stauraumkanal in Mülheim an der Ruhr.

Starke Regenfälle führen im Mülheimer Stadtteil Dümpten im Kreuzungsbereich Barbarastraße und Schobes Heide immer wieder zu Überflutungen – sehr zum Ärger der Anwohner. Die Ursachen für diese Überschwemmungen liegen zum einen in der schwierigen topografischen Lage des Kreuzungsbereiches in einer Senke und zum anderen in der hydraulischen Überlastung des vorhanden Mischwasserkanals, in den zusätzlich noch der Schobes Bach geleitet wird.

Gründe genug für die Stadt Mülheim an der Ruhr Gegenmaßnahmen zu ergreifen. So wurde als kurzfristige Maßnahme der Zulauf des Baches in den Mischwasserkanal mit einer Rückstauklappe versehen, sodass der Abfluss im Mischwasserkanal in der Barbarastraße vorrangig erfolgen kann. Eine angrenzende Grünfläche dient dem Schobes Bach im Regenfall zur Einstauung.

Zusätzlich wurden zwei Straßenabläufe in der Schobes Heide errichtet, die das Oberflächenwasser aufnehmen und in den Schobes Bach ableiten. Für die langfristigen Maßnahmen wird das bestehende Kanalnetz in einem größeren Bereich rund um den Kreuzungsbereich hydraulisch überarbeitet und saniert.

In diesem Zusammenhang wird derzeit in der nahegelegenen Helenenstraße ein neuer Stauraumkanal auf einer Länge von rund 125 Metern errichtet. Wegen der extrem beengten Platzverhältnisse kommen hier GFK-Rohre DN 2300 und GFK-Schächte von Amiblu zum Einsatz. Diese waren insbesondere aufgrund ihrer relativ dünnen Wandstärke und der hervorragenden hydraulischen Eigenschaften die erste Wahl.

Verlegt werden die Rohre und Schächte von der Klaus Stewering Bauunternehmung GmbH & Co. KG im Auftrag der medl GmbH in offener Bauweise. Die Verfüllung des Rohrgraben erfolgt dabei teilweise mit Flüssigboden.

Hydraulisches Sanierungskonzept

Da die kurzfristigen Maßnahmen im Kreuzungsbereich Barbarastraße und Schobes Heide alleine nicht ausreichen, die Anwohner zukünftig vor Überflutungen zu schützen, hat die Stadt Mülheim die zuständige medl GmbH damit beauftragt für diesen Bereich eine Lösung zu entwickeln. Ergebnis der Analyse war, dass der vorhandene Mischwasserkanal in diesem Bereich im Rahmen einer hydraulischen Sanierung im Durchmesser vergrößert werden muss.

„Das alleine hätte aber unmittelbar zur Folge gehabt, dass das Problem in Fließrichtung nur auf einen anderen Bereich verschoben worden wäre“, erläutert Benjamin Böger, Teamleiter im Bereich Planung Kanalbau bei medl. Daher habe man auch die angrenzende Helenenstraße mit in den Blick genommen. Nach einigen Berechnungen war schnell klar, dass für ein Starkregenereignis eine Regenrückhaltung in Form eines Stauraumkanals die sinnvollste Lösung darstellt.

Hierfür soll ein Teil des vorhandenen Mischwasserkanals im unteren Bereich der Helenenstraße als Stauraumkanal umgebaut werden. So lassen sich die Abwassermengen gedrosselt an den Mischwasserkanal in der Talstraße abgeben, der mit einem Durchmesser von DN 900 dann auch weiterhin hydraulisch ausreichend dimensioniert ist.

Schwierige Randbedingungen

Bei der Konzeption des Stauraumkanals stellte sich heraus, dass die vorhandenen örtlichen Begebenheiten die Planung erschwerten: Die Helenenstraße verfügt nur über eine geringe Fahrbahnbreite und rechts und links der Fahrbahn liegen verschiedene Versorgungsleitungen wie Gas-, Wasser-, Strom- und Telekommunikationsleitungen. Durch das Gefälle der Straße hat der Stauraumkanal gerade im unteren Bereich der Helenenstraße nur eine geringe Überdeckung.

Gleichzeitig steht in diesem Bereich das Grundwasser nur knapp 1 Meter unter der Geländeoberkante an. „Aufgrund dieser Randbedingungen haben wir uns für den Werkstoffe GFK entschieden“ so Burkhard Malcus, Leiter Planung bei medl. „Bei den GFK-Rohren handelt es sich um vergleichsweise sehr dünnwandige Rohre. Hätten wir Betonrohre verwendet, hätten wir den Stauraumkanal für das geplante Stauraumvolumen wegen der Notwendigkeit einer Trockenwetterrinne eine Dimension größer planen müssen. Und dafür hatten wir nicht ausreichend Platz.“

Durch den Einsatz der GFK-Rohre in Kombination mit selbstverdichtendem Flüssigboden für die Verfüllung des Rohrgrabens bis zum Kämpferbereich der Rohre konnte der Rohrgraben relativ schmal gehalten und die vorhandene Fläche optimal ausgenutzt werden. Böger ergänzt: „Die geringe Wandstärke hat auch dazu geführt, dass wir den Rohrgraben weniger tief ausheben mussten. Das bedeutete eine geringere Grundwasserabsenkung in diesem Bereich.“

„Dank der glatten Innenoberfläche unserer GFK-Rohre kann bei dem vorliegenden Gefälle des Stauraumkanals von 7,5 Promille auf die Trockenwetterrinne verzichtet werden“, erklärt Holger Hörnemann, Gebietsverkaufsleiter von Amiblu einen weiteren Vorteil des Werkstoffes GFK. „Darüber hinaus wirkt sich das geringe Rohrgewicht von 2,3 Tonnen beim Handling auf der Baustelle ebenfalls positiv aus.“

Just-in-Time

Zusätzlich zu den GFK-Rohren DN 2300 mit jeweils einer Länge von drei Metern liefert Amiblu auch den Zulauf- und den Drosselschacht sowie weitere drei Schächte für den Stauraumkanal.

Der Zulaufschacht ist werkseitig mit einem leicht exzentrisch angeordneten Trichter ausgestattet, durch den Zufluss des Abwassers im Trockenwetterfall in den Stauraumkanal erfolgt. Für die Montage des Drosselschiebers DN 400 im Drosselschacht ist eine Betonwand eingebaut, die werkseitig hergestellt und mit GFK laminiert wurde.

Die anderen Schachtbauwerke dienen dem Zugang in den Stauraumkanal. Die Anlieferung der Rohre und Schächte erfolgte immer montags – just-in-time. „Für mehr als vier Rohre, die wir in einer Woche verbauen, haben wir hier einfach keine Lagerungsmöglichkeiten“ unterstreicht Dirk Kondring, Bauleiter von Stewering die angespannte Platzsituation.

Damit stellt die Baumaßnahme auch eine logistische Herausforderung dar, da eine verzögerte Anlieferung direkten Einfluss auf den Baufortschritt hat. Mit der Verlegung des Stauraumkanals wurde im August 2018 begonnen. Ende des Jahres soll der Stauraumkanal dann verlegt und die gesamte hydraulische Sanierungsmaßnahme Ende März 2019 abgeschlossen sein.

Aktuell liegt die Baumaßnahme genau im Zeitplan. Dipl.-Ing. Susanne Schürmann von der Stadt Mülheim hat hierfür eine Erklärung: „Die Zusammenarbeit zwischen Planung, Ausführung und dem Hersteller läuft sehr gut. Alle Beteiligten bilden ein gutes Team, was in enger Abstimmung diese Baumaßnahme betreut.“

 

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